Mittwoch, 8. Oktober 2008

Landeanflug?




Ich weiss... die Zeit des Sarkasmus' ist diesbezüglich wohl länst vorbei, da diese Finanz-Börsen-Krise wohl leider ein nachhaltige Wirkung auf uns alle haben wird. McCain und Obama stritten gestern Nacht (fast) eine ganze TV-Sendung darüber. Ich persönlich misstraute den "Finanzmärkten" irgendwie immer. Wohl auch deshalb, weil ich davon keine Ahnung habe. Trotzdem muss ich eingestehen, ich bin durch und durch ein Mensch aus unserer "Finanz"-Kultur. Dem Konsum, dem Markt und der Freiheit sowohl abhängig, wie auch froh.
Hoffen wir, dass der Sinkflug gebremst werden kann, dass nicht die gesamte Bevölkerung den Schaden einer Bruchlandung zu tragen hat. Und damit ich doch noch etwas provokativ Linkspopulistisches sagen darf: Ist es nicht so, dass angesichts der nun erfolgten Welle von (Teil-)Privatisierung von Banken (in Grossbritannien sollen's gemäss heutigen Radioberichten 7 oder 8 Banken sein) und Hypthekarunternehmen die Gewinne privatisiert wurden und die Schulden nun verstaatlicht werden?
Bilder: Indexes von SMI, NIKKEI, NASDAQ & DOW (von oben nach unten). Quelle: 20min.ch

Kommentare:

Genosse hat gesagt…

"...da diese Finanz-Börsen-Krise wohl leider ein nachhaltige Wirkung auf uns alle haben wird"

Nur wenn du dein Geld in irgendwelchen Aktien angelegt hast. Ansonsten hätten wir erst Probleme, wenn die Krise auf die Realwirtschaft übergreifen würde, was nicht zwangsläufig passieren muss. Um dies zu verhindern, ist allerdings in vielen Ländern ein Engreifen des Staates nötig. Aber laut den Liberalen soll sich der Staat ja aus der Wirtschaft raushalten, gell, das regelt sich nämlich ganz von alleine.

Reto M. hat gesagt…

@ genosse:
Nicht nur Peter Spuhler orakelte in der Sonntagspresse, dass mit einem Abschwung in der Realwirtschaft gerechnet werden müsse. Eine Rezession sei bereits spürbar...

Hoffen wir, dass es nicht so weit komme.

McCain habe in den USA lange, lange auf der "der-Staat-muss-sich-raushalten"-Gitarre gespielt und büsse dadurch jetzt an Glaubwürdigkeit ein. Nicht meine Aussage, sondern diejenige der ZDF Tagesschau von heute Mittag.

Genosse hat gesagt…

Peter Spuhler? Nun, dass Peter Spuhler jetzt schon von Rezession spricht erstaunt überhaupt nicht. Der hat ziemlich viele Angestellte und bald sind Lohnverhandlungen, da spricht man gerne vom Abschwung. Als ich kürzlich die Unia Genossen traf, haben wir genau das diskutiert, auch wenns der Realwirtschaft jetzt noch nicht so übel geht (das SECO geht immerhin noch von einem kleinen Wachstum aus und die Auftragsbücher sind vielerorts voll), wird die Finanzkrise wohl DAS Argument sein um uns zu erklären, wieso es nicht mal den Teuerungsausgleich geben wird. Dabei wäre es ja gerade in der Krise wichtig, die Kaufkraft und die Konsumentenlaune hoch zuhalten.
Also unterstütze nicht auch noch die Stimmungsmache der Unternehmer.

Reto M. hat gesagt…

@ Genosse:
Von unterstützen kann nicht die Rede sein. Nöö...
Schliesslich hat die LEBE Umfrage gezeigt, wo im Kanton Bern der LehrerInnenschuh am meisten drückt. Es sind nicht gewalttätige Schülerinnen und Schüler. Es sind nicht unterrichtsbezogene Disziplinschwierigkeiten oder gar Menschen mit fremden Herkünften.

Nein. Sorge Nummer 1: Die bernische Lehrerversicherungskasse.
Sorge Nummer 2: Der Lohn - bzw. der geschuldete (nicht erfolgte) Teuerungsausgleich der letzten Jahrzente.
Sorge Nummer 3: Die Umsetzung des Integrationsartikels 17 nach VSG (Integration von KK-Schülerinnen und Schüler.)

Ich kann - falls Arbeitgeber und -innen - hier mitlesen ebenfalls in deine Stossrichtung betonen: Lassen Sie sich nicht in den Strudel einer Negativspirale reinziehen, sondern wirken Sie ihr entgegen.

Gut so, Genosse?

Genosse hat gesagt…

Sehr gut.