Samstag, 25. Oktober 2008

JungbürgerInnenfeier Langenthal

Vielleicht bin ich in der Historie Langenthals der einzige Stadtratspräsident, welcher 2 Jungbürger- und innenfeiern hat begleiten dürfen. Letztes Jahr durfte ich bereits dabei sein, weil der damalige Präsident nicht konnte und in diesem Jahr war ich nun offiziell an der Reihe, den Reigen zu eröffnen. Ich mag die Feiern. Ich erlebe dort die teilnehmenden Jugendlichen immer als sehr interessiert und engagiert. Die Stimmung war auch gestern wieder feierlich und fröhlich.

Meine Worte - neben den eher staatspolitischen des Stadtpräsidenten - wählte ich gestern mit einem zünftigen Schuss Ironie - auch auf die Gefahr hin, falsch verstanden zu werden. Bedingt war die Ironie durch den filmischen Teil, welchen wir während der Feier haben einfliessen lassen.

"Langenthal - Die Perle des Oberaargaus."

Leider ist der Film beim Filmkollektiv der Ersteller "voltafilm.ch" von Markus & Stefan Heiniger nicht drauf. Wer aber einen kleinen Eindruck in die Filmsprache und Witz von Markus Heiniger erhalten möchte, dem empfehle ich hier Dobro Pivo (hier in Zusammenarbeit mit Steve Walker).

Deshalb klang meine Rede gestern so:

Wir wissen genau, warum Sie – werte Jungbürgerinnen und Jungbürger - heute gekommen sind.
• Sie wollen nun als mündige Personen Ihre Rechte und Pflichten als Staatsbürger und Staatsbürgerin erfahren.
• Sie wollen Langenthal als Ihre Stadt ehren, in der Sie heute durch diesen Akt und mit vollendetem 18. Lebensjahr Bürger oder Bürgerin der Schweiz werden.
• Sie wollen den Rednern möglichst lange zuhören.

Ich finde Ihre Absichten redlich.

Zu meiner Zeit und in meiner Generation – ich gehörte dem Zwischending der Generation X mit Techno und „Null-Bock“ an, waren unsere Absichten viel einfacher. Wir rauften uns vor 12 Jahren als Gruppe von jungen Männern zusammen, sassen – damals noch im Stadttheater Langenthal – hörten dem damaligen Stapi Herrn Käser zu, welcher einige Jahre zuvor noch unser Rektor und Englischlehrer im K4 war, fühlten uns 3 Jahre zurückversetzt und hatten eigentlich nur 2 Ziele. Gratis Trinken, gratis Essen.

Weil Ihre Absichten, im Gegensatz zu den meinen vor Jahren, aber viel besser sind, haben wir für Sie auch keine Kosten und Mühen gescheut, um Ihnen Ihr Langenthal von einer Seite zu präsentieren, wie Sie es wohl noch nicht kennen.

Der Gemeinderat hat in einem langen Auswahlverfahren Markus und Stefan Heiniger – die diesjährigen städtischen Kulturpreisträger – wie auch Pedro Lenz mit einem aufwändigen und teuren Film beauftragt, welcher „Langenthal – Die Perle des Oberaargaus“ heisst. Er wurde an einer vielbesehenen Premiere beim Wuhrplatzfest Langenthal 2007 erstmals gezeigt und seither gilt er in der Stadt als Geheimtipp für Insiderwissen, wie es nur Langenthalerinnen und Langenthaler zu Teil wird. Diesen Film wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.


„Filmvorführung“


Vielleicht habt ihr Langenthal so noch nie gesehen. Vielleicht haben wir das auch nicht. Vielleicht existiert Langenthal nur in unseren Köpfen als Vorstellung und ist real ganz anders, als wir es uns wünschten oder manchmal bunt ausmalen, so wie es in den Köpfen der gezeigten Menschen „als Perle des Oberaargaus“ mit grosser Historie und grossartigen Berühmtheiten geschah.

Wichtig werden für Sie einzig die Antworten sein, auf die Frage: „Warum lebe ich hier?“

Teilen Sie sich als Bürgerin oder Bürger mit. Gehen Sie Wählen und Abstimmen oder noch besser: Werdet selbst aktiv. Politisch oder aktiv in Vereinen (Kultur, Sport, …) und prägt dieses, unseres Langenthal mit.

Kultur ist uns in Langenthal etwas Wert und wir hoffen auf der politischen Seite mit Kultur auch etwas von unserem Werteverständnis und den Traditionen weitergeben zu können, die diese Stadt gross machten.

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