Freitag, 31. Oktober 2008

Irrungen und Wirrungen - Konzessionen

Ich durchschaue das Radio- und Fernsehkonzessionswesen der Schweiz überhaupt nicht. Ich staune auch immer über die hohe BILLAG Rechnung... Warum brauchen wir Radio- und Fernsehkonzessionen überhaupt?

Natürlich will ich den staatlichen Auftrag seine Bürgerinnen- und Bürgerschaft informiert zu halten, nichtverneinen, aber warum muss man sich dann politisch zwischen Radio X und Radio Y entscheiden? Zu wenig Geld? Die Höhe meiner BILLAG Rechnung sagt da eigentlich etwas anderes aus.

Auf alle Fälle hat Radio Energy jetzt keine Konzession erhalten. Riesiger Aufschrei. Auf 20 Minuten gab's dazu bis jetzt 549 Kommentare, unter anderen: "Entzieht Leuenberger die Konzession!" und ähnliche Nettigkeiten.

Da Tele Züri auch seine Konzession verliert und bekanntlicherweise zur Tamedia gehört, fragte ich mich nun, ob Radio Energy und 20 Minuten auch aus dem Hause Tamedia stammen...
es gibt ja eh praktisch nur noch 2 grosse Medienhäuser.... auf dem ringier'schen Blick-Portal jedenfalls fällt die Kritik von Redaktionsleiter Marcel Zulauf (seines Zeichens glaub' ich ein Ur-Langenthaler) wie auch die Berichterstattung auf alle Fälle milder aus.

By the way: Ich hatte letzten Samstag das Vergnügen Ellen Ringier an einem Podium zu sehen und hören. Powerfrau.

Kommentare:

t.walser hat gesagt…

Wenn man zwischen Sendefrequenz und Anrecht auf Gebührengelder unterscheidet, wird die Bedeutung klarer: nicht alle haben Platz auf den öffentlichen Frequenzen, können aber weiterhin im Kabelnetz oder digital ausgestrahlt werden. Nur Geld bekommen sie keine vom Staat. Und wegen weniger Reichweite auch weniger Werbegelder...

hosenindosen hat gesagt…

Dose E.S.K sagt: Nun, man muss da etwas differenzieren. Ich lese derzeit viele Blogs in denen die Gleichung Gebühren = Mitspracherecht gemacht wird. Das stimmt so nicht. Mit den Gebühren sichert der Bundesrat lediglich die Kosten für die Erhaltung des Leistungsauftrages. Mit etwaigen Frequenzen hat dies aber rein gar nichts zu tun. Selbst wenn wir keine Gebühren zahlen würden, gäbe es in der Schweiz nicht weniger freie Funkplätze als heute. Was macht also der Bundesrat, wenn er die Frequenzen neu zu teilen muss? Richtig, er vergleicht anhand des bestehenden Leistungsauftrages (der einzig bestehenden inhaltlichen Programmverordnung notabene) die existierenden Programme und "belohnt" die den Vorschriften am besten entsprechenden. So einfach ist das.

Anonym hat gesagt…

es sind drei Medienhäuser, Ringier, TA und NZZ und das mit den Frequenzen ist doch klar zur selben Zeit können am selben Ort nicht mehrere Dinge sein.

hansruedi

Reto M. hat gesagt…

@ alle:

Merci für eure aufklärenden Worte. Ich habe nun nach Studium der Sonntagsblätter eine differenzierte Haltung und Meinung dazu gefunden.

Was die scheinbare Medienvielfalt gesteuert durch wenige Verlagshäuser betrifft, bin ich nach wie vor etwas kritisch. Aber existieren tut mit oder ohne Gebührengelder schlussendlich nur, was vom Konsumierenden gelesen, gesehen und gehört werden will.

In diesem Sinne: Selber Schuld.