Freitag, 17. Oktober 2008

Kronfavoriten- und -innenkür

Das Langenthaler Tagblatt eröffnete heute den Reigen der Kronfavoriten- und -innenkür für die Gemeinderatswahlen. Was eigentlich unspektakulär beginnt, da 6 von 7 bisherigen Gemeinderatsmitglieder wieder antreten, endet fulminant und mutig in einem Kommentar des Autors:
Dieser rechnet damit, dass die FdP einen Sitz verlieren könnte (da sie ohne Hans-Jürg Käser und Werner Meyer, welche vor 4 Jahren die Sitze eroberten, antreten müssen) und schreibt der SVP die grössten Möglichkeiten auf den Sitzgewinn der FdP zu.

Falls man von pragmatischen Verhältnissen ausgeht, so ist dieser Ausgang nach meiner Meinung fast unmöglich, denn - verfolgte man die Wahlanalysen und Prognosen - sieht man, dass die FdP letztes Mal 1,89 Sitze holte, die SVP hingegen nur 1,68, Sitze, die SP verlor knapp das Restmandatsrennen und den dritten Sitz gegenüber der SVP mit 2,45 Sitzen und die EVP holte klar und deutlich erstmals einen ganzen Sitz.
Dahingehend, dass alle Parteien eine Stammwählerschaft haben, die sie unterstützen, sind nach meiner Meinung vielleicht Verschiebungen in der Grössenordnung von höchsten 0,5 Sitzen möglich, was bereits einem hohen Prozentanteil von rund 7% Wähleranteil entspräche. Damit die SVP aber 3 Sitze holen würde, wäre eine Steigerung von 24% aus dem Jahre 2004 auf über 35% plus Reststimmenglück notwendig. 35% reichten nämlich der SP 2004 leider nicht mehr für 3 Sitze.
Und nun glaube ich tatsächlich nicht, dass diese (zugegebenermassen sehr gut bestückte) Liste der SVP noch 11% zulegt. Zumal im Tägu ein Aspekt völlig ausgeklammert wurde: Die nationale Politik und Megatrends.

Auch in Langenthal gibt es Menschen, denen die SVP Politik der BBB-Fraktion nicht mehr passt und mit der BdP liebäugeln (auch wenn sie noch nicht existiert) oder durch die nationalen Querelen gar nicht mehr wählen gehen werden. In Schaffhausen verloren die SVP. Die FdP gewann.

Und trotzdem könnte der Autor recht erhalten, am Sonntag in einer Woche, da es in Langenthal nur wenige Stimmen braucht, um eine Veränderung herbeizuführen. Deshalb gehe ich jetzt nochmals mit meinen restlichen Briefkarten und dem Fahrrad von Briefkasten zu Briefkasten und halte die Hoffnung auf 3 SP-Sitze in mir aufrecht (obwohl 2 SVP, 2 FdP, 2 SP, 1 EVP wohl in der theoretischen Annahme weitaus realistischer erscheinen). Egal. Langenthalerinnen und Langenthaler geht wählen! Danke.

Ausschnitt aus dem Tägu unter anderem meinereiner betreffend:
"Während 2004 gleich drei Gemeinderatsmitglieder infolge Amtszeitbeschränkung nicht mehr antreten durften, trifft dieses Los in diesem Jahr bloss den FDP Politiker Werner Meyer. Entsprechend wenig Angriffslust zeigen die Präsidien der Gemeinderatsparteien.

Mit einem Sitzgewinn rechnet einzig SP-Präsidentin Nathalie Scheibli. «Die Chancen stehen gut, dass wir im Gemeinderat einen Sitz mehr haben werden als bisher», erklärte sie im Interview mit dieser Zeitung. Für die dazu nötigen Stimmen sollen auf der SP-Gemeinderatsliste neben den beiden Bisherigen Laura Baumgartner – sie erreichte vor vier Jahren das beste Resultat aller Gewählten – und Kurt Blatter weitere politische Schwergewichte sorgen. So etwa Reto Müller, der als Stadtratspräsident derzeit eine grosse Bekanntheit geniesst, Urs Masshardt und die beiden Stadträtinnen Stefanie Loser sowie Aysel Güler. Mit Monika Nützi findet man eine weitere Frau auf der Gemeinderatsliste der Sozialdemokraten, die damit von allen Parteien am meisten Frauen für die Stadtregierung vorschlagen."

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