Sonntag, 19. Oktober 2008

300 Jahre heiliges Buch - Sikh Fest in Langenthal

Nein, nein. Priska und ich waren nicht etwa in den Ferien in Indien oder so. Dieser Tempel steht in Langenthal. Ja, Langenthal. Eines der "Aufschreizentren" für Minarette in der Schweiz erlaubte der Glaubensgemeinschaft der Sikh vor rund 5 Jahren den (Auf-)Bau des Gurdwaras im Industriegebiet Dennli. Heute waren wir geladen, dem 300 Jahre Jubiläum des Heiligen Buches beizuwohnen. Zudem wollten die Sikhs der Stadt Langenthal ein Geschenk überreichen.

So standen wir zum indisch-vegetarischen Festessen zusammen und sassen anschliessend schuhlos, aber kopfbedeckt im Tempel und hörten unseren und anderen Festrednern und -innen zu.Von links nach recht: (orange-gelbes Kopftuch) Martin Lerch, Regierungsstatthalter; (dunkelblau) Andreas Bandi, Rechtsberater der Gemeinschaft; (blau, also das Kopftuch) Thomas Rufener, Stadtpräsident; (orange) Reto Müller, Stadtratspräsident; im Gespräch mit Karan Singh von der Glaubensgemeinschaft, welcher die letzten Informationen für die Ansprachen durchgibt. In Englisch, was aber für keinen der Genannten ein Problem darstellte, zumal (oder da?) wir uns alle sehr kurz hielten.

Nebst einem in plastik gehaltenem Bild als Aufsteller zur Ehrung des Tages, den wir alle mit nach Hause nehmen konnten, durfte Thomas Rufener eine Statue enthüllen, die sich sehen lassen kann:
Die Gemeinschaft bedankt sich damit bei der Stadt und deren Bevölkerung für alles, was sie in Langenthal mit dem Bau des Tempels erleben durften. Wohin die schwarz-goldene Statue mit leuchtend, goldener Krone und einer drehenden Kugel auf der Verwaltung kommt, muss noch ausgehandelt werden. Kanton und Stadt waren sich nicht auf Anhieb einig. ;-)

Ohne eine Wertung vorzunehmen. Ich denke, etwas fremd fühlten wir uns alle. Eine Mischung des Nachempfindens von Calmy-Reys Besuch mit Kopftuch im Iran (ich spürte heute deutlich, dass es einfach nur höflich ist, sich den Gepflogenheiten anzugleichen und nichts weiter. Ich bin nicht weniger Christ und nicht weniger Schweizer als vorher. Und unterwürfig schon gar nicht.), gepaart mit dem Nichtwissen, was in dieser Zeremonie als nächstes folgt, da der Zeitplan sehr flexibel ausgelegt wurde. Doch da war dieses Gefühl gegenseitigen Vertrauens zwischen der Gemeinschaft und uns als Besuchern, die tolle Musik, das feine indische Essen und die für uns fremde, aber nicht befremdliche Zeremonie um das heilige Buch.

Auf alle Fälle wird uns allen der Besuch bestimmt noch länger in Erinnerung bleiben und ich hoffe, dass ich morgen Abend dem Stadtrat unser Geschenk zeigen kann.
Mal schauen, ob Martin und Thomas es wieder herausrücken und ich es in den Sitzungssaal transportieren kann.