Donnerstag, 18. September 2008

VLOG & Medien

Tja. Da bloggt man - scheinbar ohne Publikum vor sich hin - macht 1x in seiner Schreiberkarriere ein VLOG (VideoLOG) und dann kommt ausgerechnet dieser Videoeintrag, den man zynisch gemeint auf alle Youtube-Polit-Werber (ich kenne bisher nur Männer, die sowas politisch betreiben) binnen 1:50 Minuten - so lange dauert mein Streifen in etwa - gemacht hat und einem immer noch peinlich ist (insbesondere das doofe Standbild am Anfang) gar in den Medien. Besser gesagt als Kommentar im Langenthaler Tagblatt. Aufhänger des Berichtes: Das Video (siehe unten) zweier Kollegen aus der Kommission für öffentliche Sicherheit: Päscu Dietrich (jll) und Pädu Freudiger (SVP). Ich muss gestehen: "Amüsant, hervorragend, köstlich! Ich gratuliere euch."

Was der Schreiber Olivier Andres im Tägu bezüglich Publikum eben meinte, war, dass sich meine Lesendenzahlen nun wohl im Blog erhöhen würden. Doch ich muss - selbst etwas verwundert - gestehen, dass scheinbar der Link zwischen Printmedium und Internet nicht wirklich gemacht wird. Die rennen nicht vor den PC, bloss weil sie in der Zeitung wieder was von Wahlkampf gelesen haben. Das ist noch interessant... find ich.
Ich geh ja mit meinen Besuchszahlen sehr offen um:
Montag: 236
Dienstag: 226
Mittwoch: 215
Donnerstag: 218

Gut. Mich dünkt das bereits sehr hoch, dafür dass ich einfach ein Irgendwer aus der C-Liga der Politik einer mittelländischen Kleinstadt mit teils wundersamen Gedanken bin.... nun, nicht dass ihr jetzt weniger kommt.... aber ich wollte einfach wieder einmal "Merci!" sagen. Da lesen (hören) mir pro Tag so viele Leute zu, wie man in seinem Leben im Stadtrat wohl nie erreichen würde.
Der Bericht von heute:
Copyright: Langenthaler Tagblatt:
«Zwe herti Gringe» diskutieren im Internet

Gemeinderatskandidaten greifen beim Wahlkampf auch auf das Instrument der Web-Videos zurück

OLIVIER ANDRES

«GSCHTRÄUT UND NID RASIERT», sei er, lächelt Reto Müller in die Kamera. In seinem Internet-Blog präsentiert der aktuelle Stadtratspräsident und SP-Gemeinderatskandidat seit einer Woche auch ein kurzes Video. Inhalt: Kommentar eines Zeitungsartikels zum Thema «Wählerfang im Internet». «Mein Name fällt darin mit keinem Wort», sagt Müller enttäuscht. – Dies dürfte sich mit seinem ersten «und wahrscheinlich auch letzten Video» schnell ändern.

MÜLLERS VIDEO UND dessen Inhalt zeigen: Auch in Langenthal spielt das Internet bei den Wahlen eine grosse Rolle. Eine eigene Homepage gehört schon fast zur «Standardausrüstung» eines erfahrenen Wahlkämpfers, wer neue Wählerschichten erschliessen und die Jungen für sich gewinnen will, muss daher auf neue Instrumente wie Web-Videos zurückgreifen.

ETWA WIE SCHULLEITER und FDP-Mann Rolf Baer. Auf «Youtube» präsentiert er sich potenziellen Wählern. Weiss auf schwarz ist dabei zu lesen, wofür sich Baer bei einer Wahl in den Gemeinderat einsetzen will. «Bildung, Sicherheit und Arbeit» – die drei Schlagworte laufen gross über den Bildschirm. Untermalt ist die leider eher schlecht lesbare Darstellung mit pompöser Musik.

ZACKIGE RHYTHMEN prägen auch den neusten Kurzfilm von Langenthaler Gemeinderatskandidaten. «Das Duell» lautet der Titel des Streifens, aus «Pirates of the Caribbean» ist die Musik, und wie William Turner und Davy Jones – die Rollenverteilung ist offen – kreuzen Patrick Freudiger (SVP) und Pascal Dietrich (jll) die Klingen.

DAS GEFECHT ZWISCHEN den «zwe herte Gringe» – wie es im Video heisst – beschränkt sich jedoch bloss auf eine verbale Diskussion. Inhaltlich geht es um das Minarett auf dem Choufhüsi. «Das hilft Patrick Freudiger im Wahlkampf», meint Dietrich und äussert die Vermutung, der SVP-Politiker habe das Kunstwerk daher selber aufgestellt. Das lässt Freudiger nicht auf sich sitzen. «Hilfreich wäre es erst, wenn das Minarett verschwinden würde», kontert er, «denn dann hiesse es: ‹Der Kunstverein beugt sich dem Willen Patrick Freudigers›».

WÄHREND MEHR ALS vier Minuten poltern die beiden Kollegen, die das politische Heu oft nicht auf der gleichen Bühne haben, aufeinander los. Die Wortfetzen fliegen, sodass Simon Schärer, Journalist und eigentlich Moderator der Diskussion, fast nur noch eine Statistenrolle zukommt. Am Schluss wird es aber dennoch versöhnlich. Die beiden Protagonisten empfehlen den jeweils anderen zur Wahl und rufen gemeinsam auf: «Geht wählen!»

LÄNGST SIND DIE Diskussionen zwischen «Pädu und Päscu» in Langenthal legendär. Dank dem Internet-Video kommt nun eine breitere Personengruppe in den Genuss der Wortgefechte. Ob diese im Oktober aber auch Stimmen bringen, bleibt offen. Eines ist jedoch klar: Das Video weckt Lust auf mehr solcher Schlagabtausche.



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