Sonntag, 14. September 2008

Gute Nachrichten aus Basel

Rot/Grün bleibt in Basel in der Mehrheit. Das sind doch gute Nachrichten und lassen hoffen. Natürlich können wir uns nicht auf diesen Erfolgen anderer ausruhen. Ich mag mich auch erinnern, dass Basel Stadt aus rot/grüner Sicht bei den Nationalratswahlen Prozente hinzu gewonnen hat. Im Kanton Bern treten wir dagegen einem 6,4% Wähleranteilverlust der Nationalratswahlen 2007 entgegen. Gehen wir davon aus, dass wir tatsächlich Durchschnitt sind, so müssen wir gehörig was tun, um unsere Wählerschaft an die Urne zu bringen. Aber Basel ist ein gutes Zeichen und ich nehme es gerne als solches entgegen.

Morgen Abend wird es zudem in der SP spannende Diskussionen geben. Das Sicherheitspapier wird innerhalb der SP Kanton Bern diskutiert. Endlich wird in dieser - meiner - unserer Partei wieder um die Standpunkte gestritten und es ist auch gut, dass dies in aller Öffentlichkeit geschieht. Seit 7 1/2 Jahren bin ich in Langenthal in der Kommission für öffentliche Sicherheit und muss wiederholen, was schon oft gesagt wurde: Sicherheit geht uns alle an. Diese Diskussion gehört in die Öffentlichkeit und wird uns mit den richtigen Resultaten und Erkenntnissen aus der Partei auch stärken. Warum? Einerseits dadurch, dass wir die Augen nicht vor realen Problemen verschliessen, andereseits dass wir Hin- und nicht Wegsehen, insbesondere wenn in unserem direktem Umfeld Unrecht geschieht und auch, dass wir in unserer Demokratie dem Staatsapparat Polizei vertrauen können und ihm im Sinne unserer Verfassung und Gesetze genügende Mittel in Person und Technik bereit stellen, um die von allen gewünschte Sicherheit zu garantieren. Ich denke meine Meinung und Haltung wird deutlich...

Aber leider werde ich morgen Abend nicht in Bern dabei sein können. Denn im Vorstand der SP Langenthal müssen auch spannende Diskussionen geführt werden. Und um meine Interessensmehr- oder verteilung vom morgigen Abend gänzlich offen zu legen, wäre da noch das Testspiel meiner Volleymannschaft gegen den VBC Herzogenbuchsee. Ich wollte mich manchmal dritteln oder vierteln... mal schauen, wie wir das alles auf eine Reihe kriegen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Genaugenommen sind die Nachrichten aus Basel für die SP gar nicht so gut.
Bezogen auf die letzten Wahlen und um den Faktor 1,3 runtergerechnet, (der Grossrat wurde von 130 auf 100 Mitglieder verkleinert) verliert die SP 3 Sitze, die FDP 2 Sitze, die EVP einen Sitz, die Grünen erringen einen Sitz mehr und die Grünliberalen machen 5 Sitze plus, die anderen Parteien bleiben etwa gleich. Wenn man nun berücksichtigt, dass die Grünen wieder vermehrt grüne Alltagspolitik machen müssen, dürfte es für die Regierung nicht gerade einfacher werden. Wenn man das auf Langenthal runterbricht dürfte das recht agile Team der Grünen der SP einen eher sogar zwei Sitze abjagen die Grünliberalen auf der anderen Seite sogar zwei bis drei Sitze. WC dürfte die SP-Langenthal 5 Sitze verlieren.

hansruedi

Anonym hat gesagt…

Von kantonalen Wahlen auf lokale Wahlen zu schliessen, ist reichlich kühn.

In Langenthal finden Personenwahlen statt! Da ist es wohl entscheidender, dass die SP "nur" 20 Personen aufstellt.

Reto M. hat gesagt…

@ Hansruedi:
Hoppla... du bist aber gar sehr pessimistisch gegenüber der SP eingestellt. Wenn man die Resultate der Nationalratswahlen 07 nehmen würde, so verlöre die SP 4 Sitze. Mehr als das wird's bestimmt nicht sein. Und auch das wird's nicht sein. Denn: - Die Grünliberalen sind in Langenthal profillos (erst vor ein, zwei Wochen gegründet). Sie treten mit politisch unbekannten Personen an und sie werden, wenn überhaupt der FdP schaden und in einem pragmatisch lokalen Städtchen wie lange höchsten 1 Sitz machen.

Die Grünen machen übrigens 1 oder 2 (eher) Sitze. Mehr nicht. Dieser Sitzverlust ginge wohl aber auf Kosten der SP. Mehr nicht.

@ anonym 2:
Lieber 20 auf der Liste, welche man kennt, als Kreti & Bleti. In Köniz wird schon lange so verfahren und gewählt ohne dass es Auswirkungen hatte. Wir müssen einfach unseren Leuten gut erklären, dass sie trotz Streichens nicht Menschen von anderen Listen draufsetzen, sondern mit der Parteibezeichnung oben die Linien leer lassen sollen.

Anonym hat gesagt…

Was ich von den Grünliberalen sehe, werden die schon drei bis vier Sitze machen, auch den Grünen traue ich durchaus drei oder vier Sitze zu, einer von der SVP einer von der EVP und zwei von der SP.
Die SVP verliert am rechten Rand zur PNOS und somit dürfte diese leider auch wieder einen Sitz machen, der linke svp Flügel dürfte sich zerstreuen. die FDP könnte einen max. zwei Sitze verlieren und die Jill wohl auch einen, möglicherweise gelingt es der FDP aber auch die dissidenten Wähler der SVP zu absorbieren und dann dürfte sie mit viel Glück sogar einen zuwachs verzeichnen. Die EVP wird wohl auch einige Federn lassen müssen. Was ich persönlich hoffe ist das die EDU der PNOS die Wähler abnimmt und anstelle der PNOS in den Stadtrat einzieht. Klar ist das nur eine Momentaufnahme und hochspekulativ, es kann sich bis zur Wahl noch einiges ändern, aber ich denke alle vier heutigen Fraktionen im Stadrat werden Stimmanteile verlieren.

hansruedi

Anonym hat gesagt…

Interessante Spekulationen!

Spannend finde ich die Fragen,
1. wer den PNOS-Sitz macht
2. wie die GLP abschneidet

Hansruedi lehnt sich mit seinen Spekulationen weit aus dem Fenster. Weshalb sollten die vier Fraktionen Sitze verlieren? Keine von ihnen hat grobe politische Schnitzer vorzuweisen.

Mein Tipp: Es gibt kaum grosse Sitzverschiebungen: Basel ist nicht gleich Langenthal.

Anonym hat gesagt…

wenn ich beim einen oder anderen Punkt falsch liege, werde ich überhaupt nicht böse. ;-) und ja Langenthal ist nicht Basel. Je nachdem wie die Grünliberalen in Biel abschneiden, werden sie auch in Langenthal ein Thema werden. Ausserdem spielt durchaus auch die Nationale Politik in die Gemeinde hinein, der Nationale Trend geht aber ganz eindeutig richtung Grün, viele Langenthaler möchten aber genau wie viele Schweizer lieber nicht "links" wählen, deshalb sind wohl auch in Langenthal die Grünliberalen im Aufwind, ausserdem ist der Wahlkampf der Grünliberalen sehr, sehr clever. Dass die SP richtung grün Stimmen verlieren wird, dürfte unbestritten sein, dass die EVP mindestens richtung EDU verlieren wird wohl auch. Die FDP in Langenthal betreibt einen recht progressiven Wahlkampf, ob sie dadruch die Stimmen die sie an die Grünliberalen verliert von der SVP zurückholen kann ist fraglich und in der Wählerschft der SVP rumort es ganz schön. Wenn ich mit dem Rückgang bei den Fraktionen falsch liege, dann am ehesten noch bei der Fraktion von SP/Grüne, wenn es da den Grünen gelingt den Verlust der bei der SP eintreten wird aufzufangen. Aber dann kommen wir wieder ins Hochspekulative, was passiert wenn die Grünen Parteien zusammen Fraktionsstärke erlangen und zusammen gehen? So gesehen ist Langenthal eben doch ein wenig wie Basel, einziger Unterschied in meinen Augen die SVP, da sie in Langenthal in der Regierung sitzt und deshalb wohl verlieren wird.
Ich hoffe meine überlegung, weshalb ich bei allen Fraktionen Verluste sehe, werden klar.

hansruedi

Genosse hat gesagt…

Ui, die Kommentare in deinem Blog sind wieder mal richtig spannend.
Besonders die Idee, dass die Grünen Parteien zusammenspannen könnten. Nein, das ist echt unrealistisch die Grünen kommen (hoffentlich) zusammen mit der SP auf Fraktionsstärke da besteht auch schon die Listenverbindung. Vielleicht kommen die Grünliberalen allerdings auch so auf Fraktionsstärke. Dann müssten sie aber sowohl der FDP der SP und den Grünen Stimmen abjagen. Wichtig fände ich, wie schon mal erwähnt, dass durch den (wahrscheinlichen) Einzug der GLP in den Stadtrat, die PNOS ihren Sitz verliert und die EDU keinen Sitz holt.
Mal im Ernst wie bzw. wo positioniert sich die EDU?

kollege hat gesagt…

Die Diskussionen lassen meine Finger und Hirnzellen kribbeln. Ich helfe bei den Spekulationen mit.

Schauen wir doch mal die lokalen Verhältnisse an:
- Mit der GLP ist zu rechnen: Mehr als zwei Sitze macht die Partei kaum. Und: Wo ist der erwähnte "clevere Wahlkampf"?
- In der gegebenen Ausgangslage könnte die PNOS ihren Sitz verlieren - hoffentlich! Nur an wen geht er?
- Die EDU ist eine streng konservative Partei, rechts von der SVP anzusiedeln. Interessant: Die Wählerbewegungen SVP-EDU sind viel bedeutender als diejenigen EVP-EDU (vgl. Kanton ZH).

Ich schliesse mich anonym 2 an: Grosse Veränderungen sind kaum zu erwarten.

Reto M. hat gesagt…

Was da in meiner Abwesenheit alles diskutiert wird... schön!

Nun. Die Grünliberalen Langenthals:
Frage 1: Welcher Wahlkampf? Hansruedi, ich fürchte da bist du nicht ganz objektiv. Bis jetzt spürte man einzig von Herrn Zurlinden (FdP) und der EVP Tendenzen, welche der Bezeichnung Wahlkampf Ehre machen könnten. Zumal die Grünliberalen mit nur 8 Personen antreten... wovon aber auf der Homepage nur 3 Personen beschrieben werden. Genialer Wahlkampf... ??? ;-) Ich wiederhole: Realistisch macht die GLP 1 Sitz.

Was meine anderen Theorien bezüglich der Sitzstärke nach den Wahlen anbelangt, werde ich heute Nacht Wahlprognose Nummer 2 veröffentlichen und diesen Diskussionen hoffentlich neuen Nährboden geben.