Mittwoch, 13. August 2008

Puuhhh... das war ein Film heute Abend

Meine Güte.... für so was hätte ich wohl keinen Eintritt bezahlt und doch faszinierte mich die Story gegen Ende doch noch. Irgendwie fand ich im blutigen 2,5 h-Gemetzel letztendlich doch eine Spur Philosophie.

Mein Beschrieb auf der Sommerkino.ch Seite:
P.s. (wie jeden Abend zu jedem Film, den wir zeigten...)

Jäger und Gejagte in "No Country For Old Men"

Geschrieben von: Reto Müller

Angenommen es wird in einem Film jagt auf Menschen gemacht. Gemordet, gemeuchelt, gebolzt. Und der Film kommt zu einem Ende, das gar kein Ende ist, da es keine klassische Auflösung der Geschichte gibt. (Der Cop tritt zurück und gibt seinen Dienst auf. Und der verrückte Mörder wird per Zufall in einem Autounfall schwer verletzt - keine anderen noch so verschiedenen "Jäger" konnten ihm langfristig etwas anhaben - und auch von der Unfallszene schwankt er weg und man zweifelt keine Sekunde, dass er wiederum auf die Beine kommt und seine Prinzipien - das Morden aus prinzipiellen Gründen - wieder aufnehmen wird.) Was sagt man zu so einem Film ohne "filmisches" Ende. Vielleicht trifft es "realitätsnah" am besten.

Das Morden - das vordergründig wegen 2 Millionen Dollar geschieht - hat keinen Sinn. Jäger und Gejagter wechseln sich ab und doch behält scheinbar am Ende der widerlichste Kerl des Films als praktisch einziger sein Leben und seine Lebensphilosophie. Kurz nachdem man die Hoffnung schöpfte, dass vielleicht doch ein Hobby-Jäger die Fähigkeiten hätte, ihm ein Ende zu bereiten, wird die Hoffnung von einer anderen Gruppe Killer einfach mal so schnell umgebracht. Offensichtlich hätte es eigentlich viele (bessere) Gelegenheiten gegeben, ihn umzubringen. Aber es geschieht so beiläufig, wie alles im Film und doch bleibt dadurch nichts Unbedeutendes zurück. Am Ende tötet er aus reinem Prinzip auch die vermeintlich unschuldige Frau des Hobby-Jägers, nur weil sich dieser nicht an die vorgegebenen Spielregeln hielt und die Frau das im simplen Münzwurfspiel um Leben und Tod auch nicht will. Sie will nicht wählen, sondern überlässt ihm die Wahl... das war falsch. Doch. Warum das alles?

Es ist ein Ethan & Joel Coen Film. Hervorragend die Spannung, die nicht mit atemberaubender Orchestermusik oder sonstigen szenischen Knalleffekten provoziert, sondern sich in einer zerreissenden Stille im Film ausbreitet. Es wird fast nichts gesprochen. Die schauspielerischen Leistungen - insbesondere auch des verrückten Killers - sind hervorragend. Der Film ist brutal - ohne Ende (bewusst mehrdeutig) - und doch bleibt eine grosse Faszination zurück, die für mich diesen Film im Genre einzigartig macht.

Wer diese Art Filme mag, wird in "No country for old men" auf alle Fälle eine neue Herausforderung finden. 0815 war früher. Kopf oder Zahl?

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