Dienstag, 19. August 2008

4 Stunden und 23 Minuten Sitzung

Ein Marathon war es.... die heutige Stadtratssitzung. Ironman und Ironwoman. Einer im Dauersitzen, still Zuhören und dann noch korrekt Antworten. Beginnend um 19 Uhr, endend um 23.23 Uhr. Ich muss unserem Stadtrat ein Kränzchen winden. Er hat sich sehr ausdauernd, korrekt und fair gegenüber allen zwölf Traktanden verhalten.

Auch ich durfte wiederum recht viel Lob einfahren. Ich hätte gut geleitet, waren sich die Rückmeldenden einig. Wie viele Stadträtinnen und Stadträte jedoch mit einem Groll nach Hause gingen, ohne mir etwas zu sagen, entzieht sich meiner Kenntnis. Bestimmt war die heutige Sitzung zu lange. Das sagt mir unter anderem mein dröhnender Kopf und meine recht grosse Erschöpfung. Bestimmt hätte ich im Wissen um eine sooo lange Sitzung (Fehleinschätzung meinerseits) mit einer Sandwichpause den Anwesenden etwas Gutes tun können. Unsere Mitglieder waren so diszipliniert, sie hatten zwar bereits bei Traktandum 2 zwei Ordnungsanträge gestellt, sie stellten aber nie einen Antrag auf Pause. Nun. Alle konnten ja zwischendurch Aufstehen und zum Beispiel zur Toilette gehen. Bis auf einen.... ja, richtig geraten. Mich. Oder nennt mich für heute Thrombosen-Müller.

Vorhin fragte mich Priska am Telefon, was wir denn besprochen hätten, dass es so lange dauerte. Ich wusste es im ersten Moment gar nicht mehr... "- ehhmmm... ehhmmm... es war wichtig..... Ach ja. Investitionen, Budget, Voranschlag 2009, Schaffung Amt für Bildung, Kulturreglement (auf der Titelseite steht dort übrigens noch ein e zu viel, Paula. Es heisst dort Kulturregelement. Hat kein Stadtrat gemerkt... ), Motion 7 auf 5 Gemeinderäte/Innen, Motion 6 Wochen Ferien, Postulat VSG Art. 17, Interpellationen gab's auch gewichtige, etc.pp. Punkt." Die Presse wird uns ab morgen (heute) Dienstag zeigen, was von allgemeinem Interesse war.

Auf alle Fälle habe wir viel Wichtiges durchgebracht inkl. den Voranschlag ohne zweite Lesung, so dass wir uns eventuell die nächste Sitzung (1 Woche vor den Gemeindewahlen) einsparen können... mal schauen, wie wir mit den Vorstössen und offenen Geschäften stehen.

Bezüglich der Ratseffizienz liesse sich bestimmt noch einiges verbessern. 13x erklang das Wort "Wahlen" aus den Mündern der Anwesenden, offiziell über Mikro verlautbart. Ohne eine Wertung vornehmen zu wollen oder zu behaupten meine Wahrnehmung sei richtig oder falsch. Im Stadtrat lässt sich schlecht Wahlkampf machen. Wer wählt schon einen anderen aus einer anderen Partei. Gilt auch für die weibliche Form. Und die Presse durchschaut solche Mätzchen (hoffentlich) von Weitem. Parlare.... Parlament.... die scheinbare Verwachsung mit meinem Präsidentenstuhl fand dann doch noch ein Ende und so bin ich nach diesem sehr subjektiven Bericht mit meiner Psychohygiene fertig und reif für ein wenig Schlaf.
Bis bald.

Reto Th. Müller

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