Donnerstag, 3. Juli 2008

Fazit des Biwaks

1 kleine Zecke am Knie. Gefühlte 3 Stunden Schlaf. 100'000 neue Gedanken während der Nacht.

Meinem Empfinden nach zu urteilen gibt es in Sachen Camping bei weitem Gemütlicheres, als zwei tarnfarbene A-Militärzeltplachen zu einem Zelt zusammenzufügen, das dann links und rechts offen bleibt und deshalb strikte gegen Westen auszurichten ist, damit es nicht direkt hineinregnen könnte. Es hat zwar geblitzt und gedonnert während der Nacht, doch blieb der grosse Regen zum Glück aus. Trotzdem. Ich habe nicht wirklich viel geschlafen in dieser Nacht.
Entweder störte mich die eine oder andere Wurzel oder dann dachte ich, dass dem Donnern nach zu urteilen jetzt dann gleich der grosse Regen und die Evakuation folgt. Vieles habe ich überlegt in dieser Nacht. Dinge hin- und hergeschoben in meinem Hirn. Neu geordnet. Hat auch gut getan. Eine Zeit, die man sich sonst nicht nehmen kann, wird einem hier im Militär manchmal zwangsverordnet.
Der 10km Marsch wurde zum Glück nur mit leichter Packung absolviert. Noch so war er für viele sehr anstrengend.
In der Badi dann das grosse Zeckensuchen. Rund 1/5 bis 1/4 der AdA's wiesen einen Befall aus. Die Art und Weise, wie dieser durch die Abteilung heruntergespielt und das Zelten in einem (wie von vielen Seiten gesagt wurde) Hochrisikogebiet, was Borreliose und Meningitis anbelange, als soldatische Grundausbildung verteidigt wurde, obwohl es nichts mit dem Kernauftrag der Kompanien zu tun hat, hat einige heute nach Abschluss des Marsches sehr erzürnt. Sicherlich spielte auch der Schlafmangel eine Rolle und doch verlässt man sich nun (auch ich) auf das Prinzip Hoffnung, dass diese kleinen Biester niemandem einen Virus angehängt haben.

Nun. Das ist jetzt vorbei. Jetzt arbeitet die Kompanie für sich.

Kommentare:

Mbimmler hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Mbimmler hat gesagt…

im gleichen Sinne:

http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=20009

kathrinb hat gesagt…

kam sogar schon in den nachrichten, zumindest am radio.
schon wieder eine sinnlose gefährdung! ärztinnen und ärzt raten einem ab, in solche gebiete zu gehen und wenn überhaupt, dann nur, wenn man geimpft ist!

Roland hat gesagt…

Na ich hoffe mal die haben das nicht von Dir 48 Soldaten von Zecken gebissen.
Das kommt einem ja schon fast vor wie bei der Schweizer Fussball Nati, wo die Spieler nach dem Training ihren Frust bei ihrem Lieblings-Blick-Reporter ablassen...

Sorry, und das ist nicht dein Fehler, aber wenn man ein paar Zeckenbisse mit dem Kander Unglück vergleicht, finde ich das doch reichlich übertrieben.

Zur ganzen (Zecken- )Histerie kommt mir folgendes in den Sinn:

- Entweder wird die Pfadi verboten oder Sie darf ihre Übungen nur noch im Grossstadtdschungel durchführen

- Schulreisen in waldnahe Gebiete werden grundsätzlich verboten.

- Schulreisen an Fliessgewässer werden verboten

- Schulreisen an Gewässer werden verboten.

- Schulreisen werden allgemein verboten, da grundsätzlich zu gefährlich, sowie juristisch für die Lehrperson nicht mehr handlebar.

- etc.


Das mag jetzt ein wenig Off-Context klingen, aber wenn man nicht mal mehr in der Armee etwas unvernünftiges machen darf, wo denn sonst noch ;-)

Anonym hat gesagt…

Seltsam:

in meinem WK (notabene zu Unterstützung der Euro 2008) sind alle nur blöd rumgelegen und als ich einen Marsch als Gesuch dem Kadi vorgelet habe, wurde dieser unter dem Eindruck vom "Kander-Unfall" abgelehnt. Das ging hoch bis zum Bat-Kadi.

Eine klare Linie kann ich hier nicht erkennen.