Samstag, 5. Juli 2008

Den Zecken ein Ende bereiten

Obwohl ich geschrieben hatte, dass ich über die Zeckenaffäre im Militär nicht mehr schreiben werde, so empfinde ich es doch als fair und richtig, wenn ich nun auch die guten Seiten hervorhebe, welche die Abteilung im Nachgang unternommen hat. Die Nachbearbeitung der Sache ist sehr gut angegangen worden. Alle Betroffenen wurden gestern über die möglichen Krankheitsbilder und deren Symptome beziehungsweise Erkennung und Bekämpfung ausführlichst informiert. Erste Medikationen gegen Borreliose wurden bereits durch den Arzt verordnet, sowie alle betroffenen Angehörigen der Armee (AdA) aufgenommen. In dieser Veranstaltung durften auch Fragen gestellt werden, was zu einer Art Aussprache zwischen der Truppe und der Abteilungsleitung führte. Dies hat mir sehr gut tat. Die Ängste und Unsicherheiten, welche bestanden, konnten (zumindest bei mir) ausgeräumt werden.

Wichtig erscheint mir nun in dieser Situation, dass die Übung evaluiert wird und die Resultate der Truppe mitgeteilt werden, wie auch die Konsequenzen, welche die Evaluation auf unsere Abteilung in Zukunft bei Grundausbildungsübungen haben werden. Eine Risikoanalyse der Übung wurde gemäss Vorschrift vorgängig erstellt. Aus meiner soldatischen Beurteilung führte sie aber im Nachhinein zum falschen Entscheid. Ich (persönlich) wäre das Risiko in der Verantwortung von 240 AdAs nicht eingegangen. Auch wenn es klein ist. Sprichwörtlich: Wo Menschen arbeiten, können Fehler geschehen. Es kann passieren. Leider sind in diesem Fall halt sehr viele AdAs unfreiwillig in eine Situation geraten, welche vermeidbar gewesen wäre, wenn man eine andere Umgebung, einen anderen Ort für das Biwak gewählt hätte oder ganz darauf verzichtet, da es nun wirklich nicht dem Kernauftrag unserer Truppe entspricht.

Ich habe nun endgültig abgeschlossen und bin guten Mutes das Biwak ohne Infektion überstanden zu haben.

Keine Kommentare: