
Heute durfte ich ein wenig in Calmy-Reys Fussstapfen treten. Agim Ceku war heute in Langenthal zu Besuch.
Wikipedia:
(Agim Çeku (*29. Oktober 1960 in Qyshk bei Peja/Peć, Kosovo) war von März 2006 bis Januar 2008 Premierminister des ehemals unter UN-Verwaltung stehenden Kosovo. Zuvor war er Leiter des Kosovo-Schutzkorps, einer von der KFOR initiierten Nationalgarde des Kosovo. Ehemals fungierte er als Generalstabschef der Guerillatruppe UÇK.)
Wikilink
Warum in Frau Bundesrätins Fussstapfen?
Agim Ceku wollte als neuer Präsident der sozialdemokratischen Partei im Kosovo das politische System der Schweiz näher kennen lernen und ein Netzwerk mit anderen Sozialdemokraten in ganz Europa aufbauen. Seine Parteivision für den Kosovo lautet: "Integration now..." Er erklärte es ungefähr in folgenden Worten.
Kosovo must integrate all parts of the country. They must become one union. All minorities must be integrated in the new state of Kosovo. Kosovo must then integrate with other states, sharing knowledge, start working with countries like Croatia and Slovenia who are integrated in Western Europe. And our goal is to reach the integration of Kosovo in the European Union and the Nato.
Hierfür besuchte er zuerst Micheline Calmy-Rey und traf sich nachmittags mit Christian Levrat, Parteipräsident der SP Schweiz und anderen Bundespolitikern, um anschliessend in Langenthal zu erfahren, wie der politische Aufbau (kommunal, kantonal, Bund) in der Praxis funktioniert, auch hinsichtlich der Parteiorganisation.
Es war sehr interessant. Er stellte sehr gute Fragen und hatte auf meine Fragen nach dem Stand der Arbeiten und Entwicklung im Kosovo sehr gute Antworten. Ich gebe zu. Ich konnte mir gestern den Namen nicht merken, als ich per Telefon zu Kommen angefragt wurde. Deshalb habe ich erst im Nachhinein im Wikipedia lesen können, was da alles hinter dieser Person steckt und ich hätte vielleicht auch einen Moment gestockt, wenn ich gewusst hätte, dass er eventuell in Dinge verwickelt war, welche ich wahrlich nicht gutheissen kann und so bleibt ob des sehr interessanten und prägenden Zusammentreffens einzig die Frage, ob in einem kriegsversehrten Land wie es die neo-jugoslawischen Staaten allesamt sind, überhaupt Politiker existieren, welche im politischen Krieg um die Unabhängigkeit nicht teilnahmen. Gut. Seine Weste wurde bereinigt. Er war mittlerweile Leiter des Schutzkorps der KFOR und er war bis im Januar Ministerpräsident des Kosovos während der Übergangsregierung. Das ist ihm hoch anzurechnen und die Vergangenheit muss nun auch ruhen, damit der Kosovo eine Zukunft hat.
Trotz des kurzen Aufeinandertreffens habe ich in ihm Vertrauen gefasst und finde, dass seine Vision gut ist und er die richtige Person als Leader für die Sozialdemokratie im Kosovo sein kann und hoffe, dass die Partei und der neue Staat erfolgreich sein werden.
(Übrigens: Er hatte scheinbar dieselbe Krawatte an, wie auf dem Wikipedia Bild. ;-) Ich hatte keine...)




15 Kommentare:
Tja, super. Einem Kriegsverbrecher hofieren. Im Kosovo weiss jeder, dass dieser Kerl nicht sauber ist. Ein Mafiaboss mit Blut an den Händen. Nur sagt das dort keiner, weil Ceku zuviel Macht hat. Auch die Amis wissen es. Aber die haben aus geostrategischen Gründen kein Interesse den Herrn Ceku vor ein Tribunal zu stellen.
Die Anschuldigungen betreffend Kriegsverbrechen gab es, wurden von Interpol aber gelöscht.
Angeklagt war er von Serbien.
Ich verstehe, dass die Serben keine Freude haben, wenn er Offizier der Kroaten und dann auch Chef der UCK war. Aber die Vergangenheit muss ruhen. Wie ich schrieb. Es wurden sehr, sehr viele Menschen angeklagt. Viele auch zu Recht... ich kann das nicht beurteilen, schon gar nicht in Bezug auf Herrn Ceku, welcher mir einen sehr guten Eindruck machte.
Und ich glaube: Die offizielle Schweiz verhandelt schon seit er Premierminister war, mit ihm, so darf ich wohl auch mit ihm sprechen!
Von Hofieren kann nicht die Rede sein, da das Gespräch weder für mich, noch für ihn etwas bringt, ausser dem informellen Charakter, den es hatte.
Siehe neuen Post. Es wurde mir versichert, er sei aufrichtig und was für die Politik Kosovos wichtig sei. Unbestechlich.
Und gleich noch ein Nachtrag:
"Er war mittlerweile Leiter des Schutzkorps der KFOR" ist völliger Bullshit. Richtig wäre: "Leiter des Kosovo Protection Corps (KPC), einer aus der UCK hervorgegangenen Einheit". Die sollte übrigens nach Ansicht der KFOR (NATO-Truppen) und der UNMIK (UNO-Verwaltung) vor allem Zivilschutzaufgaben wahrnehmen, sah sich aber selbst als zukünftige Armee des Kosovo - bei der Abstammung von der UCK auch kein Wunder. Dass eine Zivilschutztruppe bewaffnet sein muss, ist auch nur in Kosovo normal.
Ceku ist aalglatt. Ich kenne den Typen. Und auch wenn die offizielle Schweiz mit ihm redet (reden muss, weil er Premierminister ist), heisst das noch lange nicht, dass man ihm auch in Langenthal hofieren soll.
@ anonym:
Das steht so auf Wikipedia. 1:1. Den Inhalt von Wikipedia kann ich aber nicht verifizieren. Interessieren würde mich aber nun dein Hintergrund "anonym".
Wer bist du, dass du dich so darob enervierst?
Wie soll es im Kosovo denn sonst weitergehen?
@ anonym 2:
Er ist seit Januar 08 nicht mehr Premier.
Was glaubst Du? Ich bin Kosovo-Albaner. Deshalb werde ich hier auch keinen Namen oder sonst weitere Details nennen. Zu Wikipedia nur so viel. Dort ist ja alles mit Belegen aus offiziellen Quellen zu versehen. Also steht da auch nur drin, was die Gerichte unter US-Druck noch von sich geben können. Solange solche Mafiosi wie Thaci und Ceku an der Macht sind wird es in Kosova nicht besser werden.
Ich kann dir deine Bedenken nicht nehmen. Ich kann nur mit dir das Beste für den Kosovo hoffen.
Wenn dieser Anonym ein Kosovo-Albaner ist, dann fresse ich einen Besen. Die Verbitterung und die Art, wie er die offizielle serbische Sprechweise benutzt, zeugen von seinem Hintergrund. Dass er dabei alle wichtige kosovo-albanische Figuren mit Mafiosi betitelt, zeigt wie geblendet dieser Anonymus ist. Oder Hasserfüllt!
Serbien hat eine lange Tradition im verleumden von herausragenden Figuren. Und zum Interpol: Jeder Staat kann dort jemanden zur Fahndung ausschreiben, auch wenn bertoffene keine Verbrechen begangen haben.
An den Anonym
Während die Welt in die Zukunft schaut, sind Sie und ihresgleichen- geblendet von Hass und Frustration- eine bemitleidenswerte Opfer eueren kollektiven Wahns geworden. Schlimmer noch, ihr bleibt immer noch in dieser Schmollecke sitzen und verkennt die Chancen einer besseren Zukunft. Reto: Danke für deine Offenheit und reflektierte Art.
Der Mensch ohne Frust und Tadel
Viel Spass beim Besenfressen. Soll nicht gesund sein. Serbe bin ich nicht. Und hasserfüllt auch nicht. Nur realistisch. Komm schon: es ist doch ein offenes Geheimnis, woraus die von mir erwähnten Personen und ihre Familien ihre Macht beziehen und welche Vergangenheit sie haben. Das gilt übrigens für die Machthaber auf beiden Seiten, die Serben wie die Albaner. Die UNO und die KFOR wissen das ganz genau.
Liebe Anonyme:
Lasst die Vergangeheit ruhen. Kosovo und Serbien sollen eine Zukunft haben. Der Staat Jugoslawien, welcher gewaltsam beisammengehalten und von innen durch Machtkämpfe nach Tito zerstört wurde, soll begraben bleiben und mit ihm der Hass, den einzelne auf andere entwickelten. Der Krieg war schlimm.
Kosovo hat aber die grosse Chance ein Mehrvölkerstaat zu werden, in dem verschiedene Menschen, Ethnien und Meinungen zu einem grossen Ganzen werden können. Es gibt dann nicht mehr die Unterschiede zwischen den wenigen, gegenüber den vielen. Integration now... man könnte auch sagen. Stop separation! Hört endlich auf, den einen gegen die anderen auszuspielen. Wer an eine Zukunft von Kosovo und Serbien als einzelne, kulturell wertvolle und starke Staaten - gleich stark wie Kroation und Slowenien beispielsweise - glaubt und sich dafür einsetzt, gehört unterstützt.
Agim Ceku tut das.
Egal wie die Vergangenheit war. Krieg ist nicht sauber. Aber... DER KRIEG IST VORBEI!
Ich hätte grosse Lust binnen der nächsten 2 Jahre die Staatsentwicklung des jüngsten europäischen Landes vor Ort zu erleben. Vielleicht geh' ich hin, wenn ich es einrichten kann.
Naja. Der Krieg ist eben gerade NICHT vorbei. Würde die KFOR abziehen, dann ginge es gleich wieder los. Schon mitbekommen was in Mazedonien anlässlich der Wahlen abging? Also, Du blauäugiger Cüpli-Sozialisten-Trottel wirst schon noch merken dass Deine weichgespülten Gutmenschenideen eben nicht funktionieren. Nicht auf dem Balkan.
Ich vermute stark, dass sich im letzten Beitrag wiederum ein Kandidat versteckt, welcher trotz besseren Wissens einfach mal wieder seinen Rassenhass hier deklarieren muss und darüber hinaus meine Wenigkeit in den Dreck zieht. Schade.
Melde dich dann trinken wir zusammen ein Bier oder einen Wein oder "mira" auch ein Cüpli und diskutieren die Meinungen. Das wäre zumindest spannend.
@reto m.
Früher im "jugoslawischen Staat , welcher gewaltsam beisammengehalten und von innen durch Machtkämpfe nach Tito zerstört wurde, soll begraben bleiben und mit ihm der Hass, den einzelne auf andere entwickelten.
"Früher" konnten die Menschen gratis zur Schule, hatten etwas zu Essen und Arbeit.
Heute haben Sie gar nichts mehr.....
Uebrigens war Tito Kroate und kein Serbe.
In 10 Jahren werden wir sehen, wie das explosive Bevölkerungswachstum der Kosovo-Albaner einige Schweizer aus dem Tiefschlaf erwachen lässt. Sie werden nämlich nie im Leben in den Kosovo zurückkehren.
Und als nächstes werden Sie Mazedonien unter Ihre Fitiche nehmen.
Als Schweizer (Eidgenosse) schäme ich mich zutiefst, die UCK im Krieg von Kosovo unterstützt zu haben.
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