Montag, 2. Juni 2008

SVP 2.0

Tja. Meine Prophezeiung, dass die SVP Kanton Bern als nächste nach der Bündner Sektion aus der SVP Schweiz ausgeschlossen werde, was ich bereits im Januar hier geäussert hatte, hat sich nicht erfüllt. Oder nicht ganz. Die SVP Bern oder Teile derselben schliesst sich selbst aus der SVP Schweiz aus.

Ich finde es sehr geradlinig und auch mutig. Samuel Schmid zeigt Rückgrat. Nachdem er seit Jahren als halber Bundesrat der eigenen Partei verschrien wurde, wird er nun die Konsequenzen ziehen.

Es bestärkt mich in meinem Denken, das von ewigem Wachstum nichts hält. Jedes Wachstum hat seine Grenzen in dieser unserer Natur. Die SVP hat die Grenze der Parteigrösse und Macht erreicht. Über die eigenen (blocher'schen) Beine gestolpert. Jetzt geht's abwärts. Das hegel'sche Pendel schlägt zurück.

Kommentare:

kollege hat gesagt…

Totgeglaubte leben länger.
Ich will den Abwärtstrend der SVP sehen (z.B. in Langenthal?), bevor ich deine Prophezeiung glaube.

Reto M. hat gesagt…

Wo bleibt denn da dein Glaube an eine gute Zukunft? Das sollte doch wohl eher eine deiner - denn meiner - Stärken sein.
Wir werden sehen.
Selbst Blocher sagte: "Das Ganze mit Widmer-Schlumpf hat uns bestimmt nicht geholfen." o.ä.
-> so viel Einsicht auf so viel Blocher ist doch auch erstaunlich.

Jakob hat gesagt…

Als Anhänger der Berner SVP bin ich froh und erleichtert, dass sich endlich etwas tut. Diese Zürcher-hau-drauf-Politik muss ein Ende haben. Man muss sich ja schon fast schämen, SVP Wähler zu sein. Das war nie die Line und Sinn der SVP, welche ganz klar ihren Ursprung in Bern hat. Sollen doch die milliardenschweren Senioren an der Goldküste des schönen Züri-See's eine eigene Partei gründen.

Reto M. hat gesagt…

@ jakob:
Ja. Die BGB die sich damals von den Liberalen in Bern abspaltete, die Bauern, die sich selbständig(er) politisch entwickeln wollten, wären wohl heute mit dem Zürcher Kurs auch nicht einverstanden. Wage ich mal so zu behaupten, ohne es beweisen zu können. Das Gedankengut einer BGB war auch liberal.

Der Staubsauger moderne SVP, der die Rechtsparteien (Autopartei, Schweizer Demokraten, etc.) ab den 90er Jahren in sich aufsog und den Schwung zur heutigen Grösse der SVP gegeben hatte, konnte nicht mehr gestoppt werden. Nun ist halt einigen der Kragen geplatzt und sie befreien sich zu Recht aus dem Staubsack der SVP.

Ich bin dankbar für alle die nicht extremistisch politisieren. Links bis rechts. Und die SVP ist extrem geworden (siehe Wahlkampf 2007).

Schade. Eigentlich. Doch viele haben auch das Gefühl, dass diese Zürcher SVP nichts anderes verdient hat.

Andi hat gesagt…

Ich schaue dem Treiben in der SVP schadenfreudig zu - natürlich sind mir die Bündner und die Abtrünnigen irgendwie auch sympa, aber es sind und bleiben halt (Ex-) SVPler.

Dass die "Abspalter" mit der Gründung einer eigenen Partei politischen Suizid begehen, begreifen sie vermutlich in ihrer momentanen Euphorie nicht - wieso schliessen sie sich nicht einfach FDP oder CVP an? Bürgerliche Parteien, die ich zwar nicht wähle, aber die in der Regel anständig und sachlich politisieren. Hans Grunders Aussagen im 10vor10 vor zwei Tagen erinnerten beinahe schon ans Programm der Grünliberalen... so schafft man sich natürlich auch kein Profil.

Ansonsten ist es erfreulich, wie sich die Partei selbst ins Abseits manövriert - bei anständigen Menschen haben sich die Verbliebenen ohnehin jeden politischen Kredit verspielt, und was die grossspurig angekündigte "Opposition à la SVP" in Abstimmungs-Stimmenanteilen heisst, zeigte der letzte Sonntag wunderbar. Nun kann man den kindischen Haufen wirklich getrost ignorieren und für sich zwängeln lassen.

Reto M. hat gesagt…

@ andi:

Ich habe einen neuen Post für dich.
Danke für deinen Beitrag.