Donnerstag, 5. Juni 2008

Agim Ceku in Langenthal

Meine kurzfristig aufgekommenen Zweifel, wegen der militärischen Vergangenheit und der Leitungsfunktion bei der UCK, die Agim Ceku innehatte, konnte ich heute Abend doch zerstreuen lassen. Ich habe mit einem Kosovaren telefoniert und liess mir meinen sehr guten ersten Eindruck bestätigen. Er ist ein aufrichtiger, integerer und intelligenter Mann, wie auch ein guter und geschickter Politiker.
Klar war er Offizier in der kroatischen Armee und werde dort heute noch als Held verehrt. Und mir wurde auch bestätigt, dass er Leiter der UCK war. Er war aber auch derjenige, welcher im Parlament des Kosovos stets auch serbisch sprach, da eine Minderheit der Serben Mitglieder seien. Zudem. Sobald die Teilautonomie eingetreten sei, habe Ceku die Waffen niedergelegt. Dieses Vertrauen, das ihm mit dem Präsidentenamt in der Übergangsregierung zugesprochen wurde, können auch wir ihm zugestehen.
Ich kann nun getrost sagen: "Das Treffen war gut und interessant."
Ja. Es hat mich beschäftigt. Ja. Ich bin erleichtert. Ich wünsche dem Kosovo und auch Serbien in ihren Entwicklungen alles Gute und wünsche sie so rasch als möglich in der EU, damit wir dieselbe Stabilität und denselben Frieden auch auf dem Balkan erreichen können, der so in Europa seit 25 Jahren (auch) dank der Europäischen Union möglich geworden ist.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist etwa so wie nach dem Krieg in Deutschland. Da hat man auch einige weniger schlimme Nazis laufen lassen. Um das Land wieder aufzubauen. Das ändert aber nichts an deren Vergangenheit und den Taten die sie in bandenmässigem Verbrechenswahn begangen haben. Auch an eigenen Leuten.

Reto M. hat gesagt…

@ anonym: Ich schreibe hier, was ich auch als Kommentar beim letzten Post schrieb. Ich kann dir deine Bedenken nicht nehmen. Ich kann einfach mit dir hoffen, dass sich der Kosovo gesund und demokratisch entwickelt.

Anonym hat gesagt…

Wie man sieht funktioniert die US-Propaganda-Maschine bestens. Wer hat wohl Interpol unter Druck gesetzt?