Samstag, 3. Mai 2008

Blick: Schwarzer Nationalrat mit Bananen beworfen

© Blick; 03.05.2008; Seite a9
SCHWEIZ

Schwarzer Nationalrat mit Bananen beworfen
Von Simon Spengler

LANGENTHAL BE - Rassistische Attacke gegen einen Nationalrat. Der schwarze SP-Politiker Ricardo Lumengo (45) wurde am 1.-Mai-Fest mit Bananen beworfen.
Wir haben schon im Vorfeld erfahren, dass Rechtsradikale mobilisieren, um die Rede Lumengos zu stören», sagt die Langenthaler SP-Stadträtin Stefanie Loser-Fries. Die Berner Kantonspolizei war deshalb informiert und auch mit Beamten vor Ort präsent. Immerhin ist Langenthal als Zentrum der Schweizer Rechtsradikalen-Szene bekannt. Die «Partei national orientierter Schweizer» Pnos hat hier einen Sitz im Stadtrat.Alles verlief zuerst friedlich. Bis rund 30 Neonazis auftauchten. Lumengo hatte seine Rede schon gehalten. Er sass aber noch vorne bei der Rednertribüne. Plötzlich trifft ihn eine matschige Banane an der Schulter, sein Sitznachbar wird am Kopf getroffen. «Ich sah nicht, wer die Bananen geworfen hatte, sonst hätte ich ihn der Polizei gemeldet», so Lumengo.
Die Beamten kriegen davon offensichtlich nichts mit. «Unsere Leute erfuhren erst aus dem Umfeld Lumengos davon», so der Sprecher der Kantonspolizei gegenüber BLICK.
Erwähnt ist auch nichts im Tagesrapport. Dort heisst es nur: «Keine besonderen Vorkommnisse. Wenig Besucher.» Dass die Polizisten Lumengo nach der Bananenattacke zu seinem Auto eskortieren müssen, um weitere Zwischenfälle zu verhindern, ist ihnen auch keine Notiz wert.
Pnos-Sprecher Renato Bachmann bestreitet, dass der «Angriff von uns orchestriert» wurde. Dass aber ein Pnos-Kamerad die Bananen geworfen hat, schliesst er nicht aus: «Wir kontrollieren nicht unsere Mitglieder.» Eigentlich finde er selbst, dass Bananen-Werfen schlechter Stil sei. Aber Verständnis dafür hat er trotzdem: «Lumengo soll in seiner Heimat Angola Reden halten und nicht uns hier erzählen, was wir zu tun hätten.»
Lumengo selbst sagt: «Man muss nicht aus einer Banane einen Elefanten machen. Aber andererseits frage ich mich: Heute wars nur eine Banane. Aber was kommt morgen?»

Bananen gegen den Nationalrat - Polizei sah nichts. «Heute wars nur eine Banane, aber was kommt morgen? » Nationalrat Ricardo Lumengo

Mein Kommentar:

Darf ich bekannt machen. Ich bin das Umfeld Lumengos. Doch mein Hinweis an die Kapo, dass Ricardo Lumengo mit einer Banane beworfen wurde, schien nicht in Handeln überzuleiten. Die Rechtsextremen waren da schon auf dem Rückzug. Da waren wir und die Polizei froh drum.... und
Uff... schlechte Presse wiederum für unser Städtchen im Zusammenhang mit
Rechtsextremen. Jetzt kommen auch die lokalen Medien in die Gänge. Ich hatte heute schon Telefonate.

Kommentare:

dan hat gesagt…

Es ist immer dasselbe. Die Polizei, nicht da wenn man sie braucht!
So auch bei uns in der Stadt Fribourg. Zuhälter haben in unser Haus eingebrochen, eine massive Holztüre und die gläserne Treppenhaustüre zertrümmert.
Ein Alarmruf bei der Polizei hat nichts genutzt. Die sind nicht mal erschienen.
So geschehen vor ca. 3 Monaten in der alten Brunngasse zu Fribourg...
Offenbar ist das normale Polizeiverweigerungstaktik! Zu welchem Zweck?
Bezahlen wir sie nicht dass sie Bürger beschützen? Oder haben wir da was falsch verstanden!

Marcel hat gesagt…

@dan
DIE POLIZEI IST IMMER DA!! Solche Slogans sind dumm und ungerecht. Soll ich Dir mal mein Überstundenbüchlein zeigen oder das meiner Kollegen??? Da würden Dir die Augen aufgehen.
Es gibt innerhalb des Einsatzes der Polizei priorisierende Einsatzverfahren. Schutz von Leib und Leben ist das oberste, Schutz von Eigentum ein weiteres aber auch das ist immer eine Frage der Dringlichkeit. Und wenn dann halt zeitgleich mehrere Meldungen eintreffen bei denen Leute zu Schaden gekommen sind oder direkt bedroht werden, rücken halt Sachbeschädigungen, Vandalismus u.ä. in Gottes Namen nach hinten. Der rigorose Spardruck wirkt sich massiv auf die Sicherheit und deren kantonalen und staatlichen Dienste aus, das ist einfach Fakt und obige Konsequenz.
Und in Deinem Fall waren weder Du noch dritte Personen direkt bedroht. So wie ich herauslesen kann.
@all
Auch die Attacke gegen Lumengo war kein Angriff auf Leib und Leben, symbolisch sicherlich massiv, aber für symbolische Angriffe ist die Handlungsfreiheit der Polizei gleich null. Was sollte man den machen??? Mit Gummischrott und Knüppel den Schuldigen behändigen und unter den Fotoapparaten der Blickreporter in Handschellen abführen…..wegen einer Banane??? Das gibt höchstens eine Geldstrafe, wenn überhaupt. Und das ist nicht ein verschulden der Polizeikorps sondern wird durch das allgemeine Rechtswesen formuliert und bestimmt. Fazit, das werfen einer Banane ist sicher eine Schweinerei, aber keinem Delikt zuzuordnen, daher keine Handhabe, daher kein Eingreifen, folglich kein Rapport.

Reto M. hat gesagt…

@ dan:
Wir kriegen die Sicherheit, welche wir bereit sind, zu bezahlen. Im Falle von Langenthal bedeutet dies, dass wir eine Reaktion eines Ersteinsatzelementes in der Nacht binnen 20 Minuten haben. Während der Nacht sind 2 mobile Wagen unterwegs im Kreis Emmental Oberaargau. Zudem einer im angrenzenden Amt Trachselwald. Angenommen ein Einsatzelement hat einen kleinen Autounfall mit Alkoholisierung abzuklären, so ist dieses Element 3 Stunden blockiert.... da braucht es dann nicht mehr viel sonst, das passieren darf.
Alles andere richtet sich gemäss den Wegleitungen Marcels. Wollen wir mehr Sicherheit, so müssen wir auch bereit sein, diese zu bezahlen. Im Kanton Bern hat der Regierungsrat Käser gerade 200 Polizisten zusätzlich beantragt. Ich frage mich, ob das politisch Zukunft hat. Ich wäre dafür, denn die Überstunden im Kanton Bern häufen sich ins Unermessliche.
Ich mache der Polizei keinen direkten Vorwurf. Ich hätte einfach erwartet, dass sie auf die Suche nach der Bananenwerfenden geht, wenn ich sie auf den Wurf aufmerksam machte....

@Marcel:
Wie gesagt, betreffend der Personalpolitik verstehe ich dich. Aber wenn die Polizei vor Ort ist, mit mehreren Einsatzelementen im Städtchen, so wäre eine Aufnahme der Personalien der Rex durchaus wirkungsvoll gewesen. Und ich nehme an die für die Lex & Rex zuständige Stelle bei der BuPo hätte an den Daten auch ihre Freude gehabt. Es war im Journal so aber doch zumindest schnell abgehakt... Aber ich sehe die Situation ähnlich wie sie: priskagruetter.blueblog.ch
Das ist immerhin ein Nationalrat der da gewählt wurde und der - wie alle anderen Menschen in der Schweiz - das Recht hat, seine Meinung ohne Repression und Verfolgung und Angst kund zu tun.
Wer die Blickreporter avisiert hat, weiss ich nicht. Ich vermute es war der Angschmissene selbst. Aber ich weiss es schlicht und einfach nicht. Vor Ort war nur das Langenthaler Tagblatt - Berner Rundschau und die haben den Vorfall nicht gebracht, da sie den Rex keine Plattform bieten wollen.
Grundsätzlich müssen wir vor unserer eigenen Haustür nun mal kehren und schauen, wie wir politisch die Auswüchse rechtsextremistischen Denkens und Handelns in den Griff bekommen.

Jannik hat gesagt…

Die Aktion gegen Hr Lumengo ist unterstes Niveau und schlicht nicht tolerierbar. Das ist keine Frage! Jedoch stellt sich die Frage, ob es denn wirklich klug war ihn nach Langenthal einzuladen. Es weiss doch jeder Einheimische, dass es eine Konzentration von rechtsradikalem Gesinnungs-Gut gibt.
Hätte man denn nicht eine(n) andere(n) Nationalrat/rätin einladen können?
Sorry, aber das sieht nach Provokation aus, welche man vielleicht nicht wirklich wollte, aber doch in Kauf nahm. Und solches gilt es auch zu verurteilen.
Die SP Langethal oder mindestens die Organisatoren sollten sich da auch an der Nase nehmen.
Natürlich kann man alles mit der Redefreiheit und ähnlichen Argumenten stützen, aber es gibt noch so was wie der gesunde Menschenverstand.

Degen hat gesagt…

So eine Diskusion ist unnötig, würde es keine Afrikaner in der Schweiz geben, würden wir diese Diskusion gar nicht führen und eine Banane würde anstatt auf dem Boden landen in einem Bauch sein. So einer wie der Lumengo verhungert in seinem Land, hier werden ihm jedenfalls noch Bananen geben

Anonym hat gesagt…

Degen hat recht. Afrika für affen

Reto M. hat gesagt…

@ jannik:
Siehe meine Antwort im neuen Post.

@ degen:
Ach. Jetzt weiss ich zumindest warum sie Bananen warfen. Trotzdem ist es mir ein Rätsel, wie man auf so dumme und einfältige Theorien kommen kann. Hast du eine Ahnung davon, wie es ist, verfolgt zu werden?

@ anonym:
Du bist - rein evolutionstheoretisch gedeutet - auch ein Affe. So wie ich.
Geistig haben sich einige über dieses Stadium entwickelt. Andere scheinen noch nicht so weit zu sein, wie ihr haarloser Körper.

@ Degen und anonym:
Warum seid ihr rassistisch geworden? Was ist der Hintergrund? Wovor habt ihr Angst?

degen hat gesagt…

Invasion der affen!!!!!!