Mittwoch, 16. April 2008

Vom Problem- zum Risikobären. JJ3.

JJ3 (in den gestrigen SF-Medien stets TscheiTscheiDrei genannt) ist tot. Ob das wirklich notwendig war oder nicht, da streitet sich mein Gewissen einerseits vertreten mit der WWF-Mitgliedschaft und andererseits mit dem Politiker, welcher die Aufschreie einer erbosten und erzürnten Bevölkerung wahrnimmt, welche nach einem Angriffs TscheiTscheiDrei's auf einen Menschen auf die Verantwortlichen niedergeprasselt wären. Ich kann die Politker verstehen, die den Abschuss letztendlich befahlen, obwohl ich mir für unsere Biodiversität, für unsere Welt und für den Bären mehr Mut zum Risiko gewünscht hätte.


Können wir uns das heute nicht leisten? Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass du in Zürich vor ein Tram oder ein Auto gerätst und tödlich verletzt wirst, verglichen mit der Wahrscheinlichkeit, dass dich in unseren Bergen ein Problem-Bär angreift und tötet? Falls es in etwa gleich gross ist, so müsste man doch beidem das Recht zum Leben einräumen, denn ersterer Gefahr haben wir uns längst versklavt. Wie viele Bären müssten da kommen, welche diese Statistik in Gefahr bringen könnten?
"Im Jahr 2005 wurden bei Strassenverkehrsunfällen 409 Personen getötet, 5059
schwer und 21'695 leicht verletzt." Quelle: Bundesamt für Statistik.

Ich weiss, dass man diese Themen rational nie auf dieselbe Ebene bringen wird und die Tragik eines Menschentodes durch einen Bären viel höher gewichten würde, als die Toten unseres eigenen Fortschritts....

Spannend fand ich in der Debatte um TscheiTscheiDrei auch die Sprache. Vom Bären zum Problembären und als sein Tod feststand, sprach die ganze Medienschaft plötzlich nur noch vom Risikobären. Das bedeutet, lebend warst du ein Problem - im Tode nur noch ein Risiko.

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