Donnerstag, 3. April 2008

SVP - Widmer-Schlumpf Sitcom Teil 136

Es hat kafkaeske Züge bekommen. Das Theater, welches die SVP unter herzhaften Zugabe-Rufen sämtlicher Medienschaffenden in diesen Tagen wiederum zelebrieren kann.
Die Härte und die Konsequenz, welche die Parteispitze mit einem Rücktritts- und Ausschlussultimatum an SVP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf stellte, hat mich trotzdem erstaunt. Die SVP nimmt keine Rücksicht. Weder den politischen Gegnern gegenüber, noch vor Parteimitgliedern oder ganzen Kantonalparteien, welche sich der Führungsspitze mit den Scharfmachern der SVP Zürich nicht beugen wollen. Wenn nicht Blocher, dann auch kein anderer.

Oftmals fragte ich mich nun bereits, wann es die SVP Führung denn schafft, (endlich) den Bogen zu überspannen, dass die Leute der Partei sagen: "Hey! Stopp. So geht das nun wirklich nicht!" Doch immer noch habe ich das Gefühl, dass die Parteimitglieder ihrer Spitze kritiklos und blind folgen. Weisse Schafe - alles weisse Schafe die ihrem Hammel nachrennen, ob dieser nun auf eine Klippe zusteuert oder nicht. Wo sind sie, die kritischen Stimmen innerhalb der SVP - ausserhalb des Kantons Graubünden?

Ich prophezeie: Ende Mai ist die SVP Kantonalpartei Graubünden aus der SVP Schweiz ausgeschlossen worden. Und die Berner SVP Kantonalpartei wird ihr ein halbes Jahr später folgen (müssen).

Kommentare:

Gugus-Dada hat gesagt…

Na, sollen sie doch! Eine andere Frage ist, ob das die Wählerinnen und Wähler noch lange tolerieren wollen!

Schmissi hat gesagt…

Warum machen sich eigentlich alle über die innerparteilichen Probleme der SVP so Sorgen?? Das kann doch allen ziemlich egal sein, und die SP könnte sich doch ins Fäustchen lachen.... Also, warum dieser Stress?!

Anonym hat gesagt…

Solange sich die SVP mit sich selbst, d.h. mit Widmer-Schlumpf beschäftigt, sind mal einige dunkle Kräfte gebunden.

Also: Sollen die sich doch selber zerfleischen!

Reto M. hat gesagt…

@ gugus-dada:
Ein Blick in die Kristallkugel sagt mir, dass die SVP Wählenden dies mehrheitlich tolerieren.

@ schmissi:
Ich finde die Dynamik des Geschehens tragisch. Zumal sich die SVP dadurch auch wieder neu positionieren und profilieren kann.

@ anonym:
Aber das Gerede und die Art stärken die dunklen Kräfte innerhalb der SVP. Sobald sich diese dann gebündelt gegen aussen richten... betrifft es dann auch die anderen Parteien.

antoine hat gesagt…

Wie Andera Hämmerle und Ursula Wyss die SVP abserviert haben, ist eine saubere Sache. Die Affaire Widmer-Schlumpf schadet der SVP mit oder ohne Spaltung auf die Dauer und nachhaltig.
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr mit der SVP befassen, aber es mir nicht gleich wenn die Konkordanz persönlichen Eitelkeiten geopfert wird.
Die Stärke der SVP ist die Schwäche ihrer Gegner. Es wird Zeit, das gegen die SVP mit Engagement und nicht nur mit lauen linken Sprüchen vorgegangen wird.

Martin hat gesagt…

Zu diesem Thema habe ich folgenden Artikel gefunden:

http://stadt24.ch/page/15669/17

Liebe SPler bitte schweigen!

mousseman hat gesagt…

nana, BEVOR ich laut über das Verhalten der SVP plagiere, würde ich sicherheitshalber das Kapitel "Rechtsabweichler" und "Linksabweichler" in der SP genauer untersuchen. Braucht wohl eine Historikerkommission...

Ich schätze mal, wir hätten heute weitaus tiefere Krankenkassenprämien, hätte sich Francis Matthey damals nach der Bundesratswahl sofort einer Orchektomie und Penektomie unterzogen.

Martin hat gesagt…

Zur Ergänzung noch:
Der im Artikel erwähnte von der SP aus der Partei ausgeschlossene Aargauer Regierungsrat Wernli, wurde gar vom Volk gewählt, was noch direkter demokratisch ist.

Tinu hat gesagt…

@Martin.
Intressanter Artikel! Gut zu wissen, danke.

Reto M. hat gesagt…

@ Antoine:
Lassen wir die SVP mal machen. Ende Monat nach Ablauf sämtlicher Ultimaten sind wir schlauer.

@ Martin, Mousseman, Tinu:
Jede Partei findet es nicht super toll, wenn vom politischen Gegner nicht die Person gewählt wird, von welcher man das Gefühl hat, dass sie Parteilinie nicht vertritt. Dahingehend bin ich mit euch einig. Entscheidend ist aber zum Beispiel, dass bei der SP die Parteibasis bei der Wahl von Otto Stich entschieden hat, entgegen dem Drängen der Parteileitung, nicht in Opposition und aus der Regierung zu gehen.
Wo - und das war meine einzige Frage im ursprünglichen Post - wo sind die kritischen Stimmen innerhalb der SVP, welche diese eigenartige Version von Opposition - in Kantons- und Kommunalregierungen bleiben sie überall vertreten - und dieses sehr harsche Vorgehen (Mobbing) gegenüber einer Person endlich auch kritisieren?

Übrigens: Ich persönlich war noch an keinem Auschlussverfahren beteiligt.

Martin hat gesagt…

@reto
Man liest und hört es immer wieder, es sei doch eine eigenartige Opposition, wenn man auf Kantons- und Kommunalebene überall dabei bleibt und nur auf Bundesebene Opposition betreiben will.
Woher diese Ansicht kommt ist mir ein Rätsel. Werden in Deutschland z.B. alle Bundesländer und Städte von der gleichen Partei regiert? Haben die US-Bundeststaaten zur Zeit alle einen Republikaner als Gouverneur? .... Opposition auf der einen Ebene schliesst doch nicht aus auf einer anderen Ebene in der Exekutive mitzumachen!