Mittwoch, 16. April 2008

Schlanksein und Wahn

Vielleicht mögt ihr euch daran erinnern, dass ich vor zwei Wochen auf einer Hundewaage beim Tierarzt, die - wie sich später herausstellte, fünf Kilo zu viel anzeigte - ob meines hohen Gewichts in einen kleinen Schwindelanfall eskalierte. Auf der Waage bewegte ich mich nahe der 90 Kilogrenze, die ich bis anhin nur mit Abstand argwöhnisch betrachtete. Zuviel war zuviel. Also bin ich ins Fitnessstudio gerannt, wo man einen BMI um die 25 fand, sowie einen Fettanteil von 17%. Das rechtfertigt ein Training immer noch - auch wenn es laut der Trainerin als normal gilt - , auch wenn es nicht mehr so gravierend war. Wie wägt der Tierarzt bloss seine Tiere? Wenn ihr's noch genauer wissen wollt. Ich hatte am linken Bein 2,1 kg Fett und am rechten Bein 2,2 kg Fett. Wie sie das genau bestimmen, bleibt mir ein Rätsel. Ich will es auch gar nicht so genau wissen.

So fand ich mich heute zum sechsten Training ein. Eingeklemmt in diesen Apparaten, assistiert von zahlreichen Steppern, Crossern, Rädern. Junge Frauen mit ehrgeizig verschwitztem Gesicht starrten auf die Bildschirme, auf denen MTVs "the next American supermodel" lief. Knackig, bis abartig dünn stöckelten künftige Möchtegern-Models über die Laufstege. Ein Blick links und rechts von mir steppende, laufende, radelnde Frauen. Schwitzten sie diesem abartigen Ideal hinterher? Vielleicht.

Was tat ich. Ich fixierte auf dem precor AMT die Zahl mit den Kalorien und dachte mir bei meinen Gedanken: "Meine Güte, alter Junge. Du bist ja nicht besser als die Teenies mit ihrem Schlankheitswahn."
Was ich dachte war:
"Steig du blöde Zahl! Steig an. Belly off!"

Kommentare:

kollege hat gesagt…

Ein Foto dieser Quälerei, BITTE.

Reto M. hat gesagt…

@Kollege:
Ich öffne dir für ein Müllersches Anticampaining doch nicht mit Bildern Tür und Tor. ;-)
Überlass die schmutzigen Dinge lieber mir. Das könntest du doch nicht reinen Gewissens vereinbaren. Oder doch?