Mittwoch, 23. April 2008

Darf "Mann" das?


In gewissen Politkreisen, - unter anderem bei Laura und Mark - insbesondere vor allem um Zürich wird die Kampagne eines Stadtratsanwärters heftig diskutiert und die Möglichkeiten und Chancen einer solchen im oder in den "SVP-Stil" driftenden und leicht populistischen Werbung besprochen. Und da kann ich mich nicht zurückhalten, auch noch meine Meinung kund zu tun.
Meine Meinung:
Ich bin immer für knackige und neue Ideen zu haben. Die Kampagne erzeugt eine beneidenswert grosse Publizität und persönlich fand ich sie auch originell und lustig, aber: Sie bringt keine neuen Inhalte. Rebellisch und auch etwas kindisch wird auf den Mitbewerber aus der SVP und mit dem BMW dann auch auf die grüne Mitbewerberin gezielt, ohne dass eine eigene thematische, lösungsorientierte Positionierung stattfindet. Dies kann aber in weiteren Plakaten oder Medien folgen, falls diese ersten Plakate nur den Zweck hatten, eine möglichst grosse Aufmerksamkeit zu erhaschen und die Person bekannt zu machen. Das ist bestimmt gelungen. Doch populistische Anwürfe, wie sie von ihm gemacht werden, lassen nebst viel Aufmerksamkeit bei den Menschen nur 2 Gefühle zu. Entweder frenetische Zustimmung oder tiefe Ablehnung. Und diese Gratwanderung erfolgreich zu beschreiten, ist äusserst schwierig.

Viel wichtiger scheint mir in einer Kampagne jeweils, dass das Gesamtpaket stimmt und da orte ich sehr viel Verbesserungsbedarf, wenn man auf die Homepage kommt. Das passt einfach nicht zusammen. Auf der einen Seite der rebellische, aufmüpfige Plakattyp und dann diese biedere, langweilige, nichts aussagende, blasse Homepage. Das Gesamtsetting müsste unbedingt überdacht werden.
Zudem sind mir Aussagen, wie:

"In meinem Arbeitsalltag habe ich die Aufgabe, für komplexeste Probleme in kurzer Zeit eine vernünftige, kreative und für alle Parteien befriedigende Lösung zu erarbeiten. Das ist mein grösstes Talent und deshalb mein Beruf."

ein Gräuel.
Selbstlobende Ich-Botschaften von Politikern. Wäääähhh... einfach nicht glaubwürdig, da im Superlativ völlig übertrieben. Sonst sind auch die Inhalte auf der Homepage noch etwas wage, aber das ist bei Politikern so oder so immer schwierig. ;-)

Ob es mir für die Wahlen in den Gemeinde- und Stadtrat im Herbst besser gelingen wird, als dem gleichaltrigen Herr Burkhard, lasse ich an dieser Stelle offen und sage nur: Es ist so oder so extrem schwierig eine gute Kampagne zu führen.

Kommentare:

Ray hat gesagt…

Na, teilweise bin ich da sogar Deiner Meinung. Aber 'populistisch' ist mit Vorsicht zu verwenden, wenn man selber von links kommt.

Und der mit dem Eigenlob, na ja. Ich kenne da einen, der sich selber zumindest in der jüngeren Vergangenheit mit ziemlicher Penetranz sehr oft als 'obersten' oder 'höchsten' Langenthaler bezeichnet hat - unter anderem auch im 'About'-Teil gleich auf der Titelseite hier... *zwinker*

Reto M. hat gesagt…

Lieber Ray.
Das ist kein Eigenlob mit dem höchsten Langenthaler. Das ist eine Tatsache. ;-)
Abgesehen davon. Etwas stört mich noch bei Herrn Burkhard. Warum schreibt er nicht bei welcher Grossbank er arbeitet?