Dienstag, 18. März 2008

Stadtratssitzung Langenthal

Gut gegangen, würde ich behaupten. Jedenfalls durfte ich auch heute Abend wiederum Lob von links bis rechts einsammeln. Überrascht habe ich heute Abend mit folgendem Flyer, den ich allen hinlegte und den dazugehörenden Ostereiern.
Das brachte natürlich von Beginn an eine positive Stimmung. Gedrückt wurde diese indes durch die Verabschiedung eines langjährigen Kollegens und Gemeinderatsmitglied, welcher krankheitshalber sein Amt Ende März übergibt. Das stellte ein Traktandum dar, welches mir echt auf den Magen schlug. Aber alle. Der Betroffene, der Stadtpräsident, wie auch ich als Stadtratspräsident brachten die Worte aus meiner Sicht treffend an die Anwesenden und ich glaube, dass wir die richtige Balance zwischen Emotionalität und Sachlichkeit der eigentlichen Tragik gut trafen. Aber irgendwie spürte ich heute Abend auch, dass man, wenn man sieben Jahre mehr oder weniger in denselben Gremien sitzt, sich auch menschlich sehr nahe kommt, obwohl man aus verschiedenen politischen Lagern entstammt. Auch wenn die Emotionen bei mir nicht so tief waren, wie gestern, als ich die Rede schrieb, war dieser Augenblick hart für mich. Und wohl auch für sehr viele andere.... zum Glück ist Politik auch menschlich.

Aber es gab auch Erheiterndes. PNOS-Mann Hirschi hatte ein Postulat traktandiert, war aber selber nicht anwesend. Also fragte ich gemäss Organisationsreglement unseres Stadtrates an, wer von Hirschi als PNOS-Stellvertreter benannt wurde, was spontanes Gelächter auslöste, da sich verständlicherweise niemand meldete.

Oder ein EVP-Mann (Kollege) bat darum, dass der SVP-Mann standhaft sein Postulat betreffend "scharfer Wache" aufrecht erhalten solle, damit man gegen die mögliche Gefahr von Waffenmissbrauch durch geladene Armeewaffen etwas unternehmen könne. Dies wurde ihm aber nicht vergönnt. SVP-Sterchi zog mit den Worten zurück: "Ich bin keine Widmer-Schlumpf." Worauf die beiden in ein kleines Wortgefecht nebst den Mikrofonen begleitet von Gelächter ansetzten. Was ich dann mit der Bitte um letzte Konzentration auch bei den letzten beiden Traktanden unterband.

Heute Abend wäre ich gerne beim einen oder anderen Traktandum aufgestanden und hätte auch meinen Senf dazu geben wollen, wenn ich denn könnte. Auf der anderen Seite gefällt mir die Moderationsrolle als Präsident sehr gut und ich glaube auch selbst, dass ich es gut mache.

Die Atmosphäre war wiederum sehr aufmerksam und die Diskussionskultur hochstehend. Mir war sehr wohl, ausser dass meine Blase ab Traktandum 7 zu drücken begann und ich noch bis Traktandum 15 tapfer ausharrte. ;-)

Aber jetzt bin ich völlig groggy... bis Morgen!

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