Dienstag, 25. März 2008

Delegiertenversammlung Gewerkschaftsbund Oberaargau

Nachdem ich über Ostern effektiv zwei Tage lang (fast) nichts zu tun hatte, holten mich heute die Arbeit und die Politik wieder in üblicher Härte ein. Am Abend wohnte ich der Delegiertenversammlung des GBOs bei. Ein Bund, welcher überschlagsmässig anhand der Mitgliederzahlungseingänge und den Mitgliederbeiträgen in meiner Kopfrechnung einen Mitgliederbestand zwischen 4'000 und 5'000 Menschen haben sollte, wies heute Abend eine Präsenz von rund 30 - meist älteren - Gewerkschaftern aus. Nun. Dieses Schicksal ereilt ja nicht nur Gewerkschaftssitzungen. Meist herrscht auch an Parteiversammlungen der SP eine ungenügende Mobilisation. Wie soll die SP oder die Gewerkschaften denn überhaupt die Wählerschaft erreichen, wenn sie innerhalb der Mitglieder auch nur mässig oder überhaupt nicht mobilisieren kann? Beziehungsweise - wie holt man die Mitglieder wieder an die Sitzungen - ohne dass es in reine Show und Konsumation abgleitet und wie holt man insgesamt wiederum mehr Menschen in die SP und in die Gewerkschaften? Diesen Fragen muss man sich stellen, will man den Erfolg baldmöglichst zurück in die Partei holen.

Heute Abend wurde von Gewerkschaftsseiten auch betont, dass es eine SP ohne die Gewerkschaften nicht gebe. Nun... ich weiss nicht, ob das stimmt. Ich bin überzeugt, dass der Diskurs über den Kurs zwischen Gewerkschaftern und Reformatoren wieder ausgefochten werden muss. Nicht in Flügelkämpfen, sondern in Richtungsdiskussionen, welche die ganze Breite und Stärke der SP aufzeigen und damit die Partei wieder vorantreiben. Oder wie ein guter Freund so schön sagte: "Ein Vogel kann nur fliegen, wenn er zwei gleich starke Flügel hat."

Zudem muss ich mich daran gewöhnen, dass ich an solchen Sitzungen nun oft speziell als höchster Langenthaler begrüsst werde - geschah nun bereits etwa fünf Mal. Das erstaunt mich aber nach wie vor immer wieder und es beschämt mich auch im ersten Moment, bis ich mich dann besinne und merke, dass alle anderen Freude daran habe, wenn ich da bin. Zudem muss ich in meinem Kopf wohl ein kleines Arsenal an Grussbotschaften zurecht legen, die ich stets abrufen kann. Spontan habe ich mich auf die Auffoderungen des effizient und sehr gut leitenden Grossrats Markus Meyer zwar gut geschlagen, aber das kann man noch professionalisieren.

Nun. Sitzung zu Ende. Morgen Abend geh ich an den Parteitag der SP Kanton Bern. Ich kann der Partei ja schlecht fehlende Mobilisierung vorwerfen und dann selbst nicht dort sein.... oder?

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