Montag, 25. Februar 2008

Als Politiker hat man es nicht leicht - gell, Nicolas?

Mit einem kräftigen Schmunzeln las ich heute in der BZ folgenden Artikel:

"Sarkozy nach Pöbelei unter Beschuss

Kurz vor den Kommunalwahlen in Frankreich ist Präsident Nicolas Sarkozy wegen eines ruppigen Wortgefechts unter Beschuss. Gegner Sarkozys schütteln den Kopf ob der präsidialen Wortwahl.
Der Präsident an der Messe / Keystone

«Ich glaube, es gibt einen gewissen Stil, von dem sich ein Präsident nicht lossagen darf», sagte der sozialistische Ex-Justizminister Robert Badinter dem Radiosender France Info. Von einem Präsidenten werde «Würde, Zurückhaltung, eine angemessene Distanz» erwartet.

Sarkozy hatte am Samstag einen Besucher einer Landwirtschaftsmesse als «Idioten» beschimpft. Die Zeitung «Le Parisien» stellte davon ein Video ins Internet. Darauf ist zu sehen, wie Sarkozy händeschüttelnd durch die Menge geht, als ein Mann sich vor ihm wegdreht und sagt: «Oh nein, fass mich nicht an.»

Der konservative Präsident antwortet: «Dann hau doch ab!». Als der Besucher nachlegt und sagt «Du beschmutzt mich», schimpfte Sarkozy: «Dann verpiss dich doch, armer Idiot!» («Casse-toi alors, pauvre con! »).

«Es ist unerträglich, dass der Präsident kein Vorbild abgibt», sagte Sozialisten-Chef François Hollande dem Fernsehsender Canal+. «Er darf sich nicht wie irgendein Bürger benehmen, er ist der Präsident der Republik.»

Die stellvertretende Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, fragte im Fernsehsender France 2, wie sie ihrem Sohn so beibringen solle, dass er keine Schimpfwörter verwenden dürfe.

Arbeitsminister Xavier Bertrand verteidigte gegenüber dem Fernsehsender BFM Sarkozy: «Der Präsident lässt sich nicht beleidigen.»

Die Pöbel-Affäre verstärkt den Druck auf Sarkozy. Am 9. und 16. März finden Kommunalwahlen statt. Nach jüngsten Umfragen vertrauen ihm nur noch 38 Prozent der Franzosen. Als Grund dafür nennen sie Sarkozys prunkvollen Lebensstil sowie die Zur-Schau-Stellung seines Glücks mit Ehefrau Carla Bruni. Grösste Sorge ist aber die Teuerung."


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