Sonntag, 20. Januar 2008

Fusion Stadtturnverein und Frauenturnverein

Heute Nachmittag, 14 Uhr, strahlendstes Wetter. Müller sitzt - gemeinsam mit rund 150 anderen interessierten Menschen - in der alten Mühle im grossen Saal und wartet auf seinen offiziellen Ersteinsatz als Stadtratspräsident.
Die Einladung zur Fusion des Stadtturnvereines mit dem Frauenturnverein zum Stadtturnverein Langenthal war mir eine Ehre und eine Gelegenheit mich wieder einmal rhetorisch zu betätigen.

Berührt war ich durch die Worte des neugewählten Präsidenten des Stadtturnvereines, der mich als jüngsten Präsidenten und höchsten Langenthaler als Symbol junger Menschen, die Verantwortung übernehmen würden, lobte, meine Anwesenheit ehrte und verdankte und mich ankündigte. Das hätte ich nicht erwartet. Vergessen war das schöne Wetter draussen, die stickig warme Luft im Saal und die rund eineinhalb vergangenen Stunden, die sich bereits im Sitzleder bemerkbar machten.

In meiner Grussbotschaft sagte ich dann in etwa dies:
"Man liest und merkt zwischen den Zeilen, dass ihr das Gefühl habt, es habe etwas lange gedauert, bis zu eurer Fusion. Aber da braucht ihr euch nicht zu sorgen. In der Stadtpolitik brauchen wir manchmal viel länger für ein Geschäft. "Gut Ding will Weile haben." Und das hier etwas Gutes geplant wurde, das merkt man heute bei allen Dingen, die gesagt und vorgelegt weden.

Im Namen des Stadtrates möchte ich euch zur Fusion beglückwünschen und euch für die Zukunft viel Erfolg, Mitglieder und fröhlich sportliche Stunden bei ebenso schönem Wetter wie heute wünschen.

Fusion:
Es gibt Kernfusionen. Dort wo 2 Dinge miteinander verschmelzen. Das gibt Kraft, enorme Energie und Wärme. Aber es birgt auch Risiken, wenn es unkontrolliert geschieht.
Es gibt Gemeindefusionen, wie kürzlich in Herzogenbuchsee und Oberönz. Das Zusammenlegen von Verwaltungen, das Verhindern von Doppelspurigkeiten. Mit dem negativen Punkt, dass ein Teil seine Autonomie aufgibt.
Es gibt Wirtschaftsfusionen. Wo der grössere Betrieb den kleineren schluckt. Gemeinsam ist man stärker. Man konzentriert die Kräfte. Nicht selten bleiben in diesen Prozessen aber Menschen auf der Strecke. Verlieren Arbeitnehmende ihre Stelle, da sie wegrationalisiert wurden.

In eurem Bericht habe ich nun gesehen, dass ihr die Fusion als Ehe führen wollt. Zwei gleichberechtigte Partner, die sich kennen und lieben lernen, beschliessen, gemeinsam die Zukunft zu bestreiten. Ich kann zwar nicht aus Erfahrung sprechen, doch sicherlich ist so eine Ehe nicht ausschliesslich ohne Probleme. Aber doch ist man gemeinsam gestärkt, mit einer gemeinsamen Basis und demselben Willen durch gute und schlechte Zeiten im Leben zu gehen und jedwelche Schwierigkeiten zu meistern.
Nicht selten sind dann Kinder und Jugendliche diejenigen, welche von einer Ehe profitieren. Im Fall des neugegründeten Stadtturnvereines sind es bei euch 225 Kinder und Jugendliche.

Ich wünsche euch, dem Stadtturnverein Langenthal, deshalb ein schönes Eheleben und danke euch herzlichst, dass ihr mit eurem unglaublichen und tollen Engagement Bewegung in die Stadt bringt."

Kommentare:

Kollege hat gesagt…

Du hast mich überzeugt: Von politischer Kastration kann nicht die Rede sein - jedenfalls ausserhalb des Stadtrates ;-))

Reto M. hat gesagt…

@ Kollege:
Wenn man was sagen darf, so darf man doch auch was sagen, dass dann die politische Heimat verrät.