Mittwoch, 31. Dezember 2008

Neujahrskarte



Soll gelten auch für alle, die ich leider per Email vergessen haben könnte. Alles Gute.

Dienstag, 30. Dezember 2008

Du lagst zwischen den Äpfeln. Jahresrückblick dieses Blogs.

Was? -
Wir kriegen im Büro in Zürich immer eine Kiste mit Früchten und so ein Heft dazu. -
Und ich lag dort? -
Nein, du warst im Heft mit deinem Blog. -
In welchem Heft denn? -
Ich hab' dir's mitgebracht. -
Anthrazit?

So oder ähnlich spielte sich am Rande des stadträtlichen Schlussessens dieser Legislatur eine weitere Diskussion über die Medienpräsenz dieses Blogs ab, von der ich, so weit ich mich erinnere, nicht erzählt habe. Ich darf ja nicht behaupten, dass dieses Schreiben hier, das ich im Stillen und Geheimen vor etwas mehr als 16 Monaten begann, keine Beachtung erhalten habe und dies obwohl es nicht mein Ziel ist, damit in den Medien zu landen, obwohl mir damit in Politkreisen nie recht geglaubt wird, da es scheinbar einziges und unabdingbares Ziel sei, Medienpräsenz zu erreichen. Wie übel.

Lange Zeit glaubte ich gar nicht, dass hier überhaupt jemand mitliest und den Zahlen, welche mein Counter jeweils ausspuckte, misstraute ich, bis sowohl positive, wie auch negative Ereignisse in diesem Jahr über dieses Instrument an die Öffentlichkeit gelangten, welche zuerst zahlreiche Reaktionen von Bekannten oder auch den Medien auslösten. "Du, ich hab' das gelesen und...".

Hier ein paar ausgewählte, (medial) wohl meistbeachteten Artikel des Jahres 2008:
Bananenwurf am 1. Mai
Das Treffen mit Agim Ceku
Zecken im WK
Wahlanalysen Stadt Langenthal
Wie komme ich als Partei zu Geld. Über die SVP und ihr Verhältnis mit Christoph B.

Die Sitzung der langen Messer? Kommissionssitzverteilung in Langenthal.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Eine missverstandene Satire über die Wahlen in Huttwil.

Ein Blogger in der Zeitung. Positive Auswirkungen des Bloggens.

Ein Blogger in der Zeitung. Negative Auswirkungen des Bloggens.


Es war aber auch enorm viel los in diesem Jahr. Die Auswüchse waren gar so, dass sie in einem Interview durch eine ausserkantonale Journaille gefragt wurde, was sie denn für einen Partner habe - obwohl das nichts zur Sache tat. Bei Nennung des Namens meinte der Journalist: "Ach, der bloggende Stadtratspräsident?" Henusode.

Das Medium Blog - möge es auch seine Tücken für einen Politiker haben, die sich immer wieder offenbaren - mir ist nicht immer wohl dabei - fasziniert mich nach wie vor und als einer der ganz wenigen Vorsätze 2009 (die ich auch einhalten werde) verspreche ich, dass ich mich auch künftig noch damit auseinandersetzen werde.

Die Auflösung noch, warum ich wohl nebst der Qualität des Geschriebenen ;-) im Anthrazit erschien, verlieh ein Blick ins Impressum. Der Chefredaktor ist ein Langenthaler und ein Leser dieses Blogs...

Die letzte Amtshandlung

Nun.
Noch Morgen, dann ist's vorbei mit dem Stadtratspräsidium. Also zumindest was das Amt und meine Person anbelangt, nicht dass ihr denkt ich hätte als allerletzte Amtshandlung, die ich heute vollzog, die Auflösung beschlossen.Wahnsinn, wie schnell wiederum ein Jahr vorbei ging. Aber auch eindrücklich, was in diesem Jahr alles abging. Ich denke, ich hole dann Morgen noch Luft für einen amüsanten Rückblick in diesem Blog.

Montag, 29. Dezember 2008

Alles fährt Ski? Nur Müller schreibt Briefe.

Irgendwie hat's mich heute schon ein wenig gejuckt.
Da ist in den Bergen schönstes Wetter, mit bestem Schnee und ich? -
Ich sitz' zu Hause und arbeite meine Pendenzen runter, damit ich dann ohne schlechtes Gewissen oder blöe Vorsätze ins neue Jahr rutschen kann. -
Ist das jetzt die Tugend des Alters, welche man gemeinhin Vernunft nennt?
Warum juckt es mich dann trotzdem in fast allen Gliedern auf die Piste, obwohl ich nun scheinbar vernünftig und erwachsen bin?

Schneesport ist ja sowieso unökologisch, unvernünftig und gefährlich. Aber warum sind solche Dinge dann auch oft und trotz allem unglaublich reizvoll, prickelnd und einfach schön?

Das scheinen mir einfach zu viele Fragen, um sie ohne Skier oder Brett an den Füssen unbeantwortet zu lassen. Auf die Frage einer Freundin, warum ich denn nicht einfach doch Skifahren oder Snowboarden ginge, wenn ich es doch wolle, antwortete ich.
"nei nei. i muess ja mini sehnsücht mängisch o chli läbe, statt se immer mit nöie reize z fülle. süsch merkt me gar nid, was öppis bedütet - wes eim nie fäuht."
So viel heutige Schmalspurphilosophie und Selbstkasteiung sei erlaubt, bevor ich mich dem inneren Drängen hingebe und die Piste rocke. SUVA liiiiiiiiiifffff...

Spass beiseite. Immer mit Köpfchen und Helm fahren. Gell.

Samstag, 27. Dezember 2008

Was nach der stillen Nacht bleibt.

Fünf Tage herrschte nicht bloss stille Nacht, sondern auch Stille in diesem Gefäss, das gemeinhin nun als Blog anerkannt ist und eigentlich bloss meine Gedanken festhält. Zeit sich zu besinnen, Zeit um anderen, höheren Werten Raum zu geben. Oder zumindest sich in solchen Werten zu üben. *

Allzuoft nehmen wir uns doch als Politikerinnen und Politiker mit den Dingen, die uns tagein- und tagaus beschäftigen sehr ernst. Werden dann für einmal gar selbstironische oder sarkastische Züge laut, so werden diese oft fehlinterpretiert oder gar gänzlich missdeutet. Wenn ich zum Beispiel jemanden sage, die Politik sei ein Spiel, dessen Ausgang oft, wie in jeder anderen Sport- oder Spielart, dadurch geprägt wird, in welcher Frau- oder Mannschaft man mittut, egal wie gut oder weise die Intentionen, die in den Spielerinnen und Spielern stecken, sind, sondern auch dadurch bemessen ist, wie stark das ganze Team - aber auch wie herausragend einzelne "Stars" für die Wirkung gegen innen und aussen des Teams sind - so wird mir dies oft mit einer Art elitären SP-Denkens gleichgesetzt, welche in einer Partei in welcher eigentlich gemäss Grundgedanke jede und jeder gleich sei, nichts zu suchen habe. Entspricht aber das Festhalten an diesen ursprünglichen Sozialgedanken überhaupt noch den Realitäten oder ist nicht gerade dadurch das System des Marxismus, wie er durch den Kommunismus interpretiert wurde - abgesehen von der ungesunden diktatorischen Vetterlipolitik - gescheitert?
Wohingehend wir nun - nachdem Weihnachten und die Geschichte eines Menschen, welcher auf die Erde kam und auch nicht gleich ward, wie die anderen, sondern Schuld auf sich lud, um das Leben der Verbleibenden zu verbessern, uns schon auch fragen müssen, wohin uns der gelebte Kapitalismus in den letzten Monaten brachte. Nun - nebst der objektiven Feststellung, dass meine realpolitischen Gedanken hier absolut nichts mit der Religion zu tun haben sollten und eine Mischung derselben den Eindruck hinterlassen könnte, dass ich gewissen Politikerinnen und Politikern messianische Fähigkeiten attestieren würde - was man bei B. Obama beispielsweise behauptet - ich aber leugnen würde (wir sind alles nur Menschen), bleibt die Tatsache, dass wir uns 2009 auf ein "neues" System der sozialliberalen Marktwirtschaft machen müssen. Dies sowohl im Kleinen lokalpolitisch, als auch in der grossen Weltpolitik.

Es werden nie und nimmer alle Menschen auf der Erde gleich sein, obwohl wir uns dies noch so sehr wünschten und damit verbunden allen ein schönes, erfülltes und reiches Leben wünschen möchten, auf der anderen Seite führte der totale Liberalismus Menschen und Institutionen an oder in den Abgrund, aus welchem sie sich nicht mehr selber herausholen können.

Hierbei braucht es diejenigen, welche mehr können, als andere, welche helfen, welche Schuld auf sich laden, ohne dass sie diese selbst verschuldet haben.


* Zum Üben noch dies:
Ich nahm an einer römisch-katholischen Mitternachtsmesse in der Heiligen Nacht teil. Vor lauter Aufstehen und Absitzen, Verse sagen und allem Drum und Dran, war ich als (zugegebenermassen auch ungeübter) Reformierter derart verwirrt, dass ich meine Banknachbarin bei der Eucharistie fragte, ob es denn nicht auch - wie in unser Kirche üblich - noch was zu Trinken gebe. Uppsss...

Montag, 22. Dezember 2008

Weihnacht? Weihnacht! Weihnacht.

Irgendwann - auch wenn du es zu vermeiden versuchst - wird es dich doch hinterhältig packen und zwischen die Regale oder hinten an lange Kassenschlangen der Warenhäuser werfen. Der Weihnachtskonsumstress.

Endlose Gedanken darob, jemanden vergessen zu haben, zahlreiche Ideen und deren Verwerfen betreffend des sogenannten idealen Geschenks für eine Person eingeschlossen, lassen mehrfache Gefühle zu:
Verzweiflung, Ärger, Frustration.

Sie führen zu einer gewissen Unlust an Weihnachten, die sich dann an Heiligabend und am Weihnachtstag dadurch auflöst, dass man die mühsam erworbenen Dinge den Betroffenen schenkt und sich dann ausserordentlich erleichtert fühlt, wenn man ungefähr das Richtige gefunden hat oder sich der/die Beschenkte auf alle Fälle nichts Gegenteiliges anmerken lässt.

Und obwohl dies im Grundsatz das Gegenteil der eigentlichen weihnächtlichen Bestimmungen ist, so unterwerfen wir uns doch fast alle gänzlich dem konsumatorischen Gesetz des Schenkens und Beschenktwerdens dadurch, dass wir unsere Liebsten mit Materialismus eindecken und hoffen, dass sie sich dadurch glücklicher, reicher und irgendwie beschenkter fühlen als vorher in ihrem Leben.

Quintessenz meines Schreibens müsste nun eigentlich sein, dass ich dazu aufrufe, dass man an Stelle von Dingen doch besser Liebe, Zuneigung, Geborgenheit, Zuwendung und gegenseitige Zeit verschenkt. Und obwohl ich durch und durch auch Romantiker bin, so stelle ich realistisch fest, dass mir dafür im Verlaufe des Jahres schlicht und einfach die Zeit fehlen würde, womit sich ein Aufruf erübrigt.

Bleibt zu hoffen, dass meine Geschenke doch auf Gegenliebe stossen.

Ach übrigens: "Schöne Weihnachten!"

Freitag, 19. Dezember 2008

Wirf Bush den Schuh an den Kopf.

Nun. Das Game ist natürlich bereits da.
Ich hab's 1x gespielt und 6 Mal gescort. Nu denn. Mehr Sorgen bereitet mir heute das Besorgen der üblichen Weihnachtsutensilien, wie Geschenke und so.

Dabei bin ich noch gar nicht in Stimmung dazu... doch das Gewirr rund um Weihnachten und Geschenke wird sich nur noch verschlimmern.

Henusode. Währenddem ihr spielt, werde ich mich also auf die Suche nach den perfekten Geschenken machen.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Wetteinlösung

Gestern Nacht bei Heimkehr eine tolle Überraschung vor der Haustüre:
Ein Paket.
Weihnachten?
Meine Ahnung blieb unbestätigt.
Das Paket kam von Titus und bezog sich auf unsere Wette vom 7. September 08 in den Kommentaren dieses Blogs.

Ich wettete, dass die SVP, sollte Schmid noch dieses Jahr zurücktreten, wieder Blocher als offiziellen Kandidaten aufstellen würde. Wetteinsatz war 1 Flasche Wein. Im Paket fand sich nun aber merklich mehr: Nebst einem netten Brief und besagter Flasche Wein auch Milch, Eier, Käse, ....
Was soll das?

Nun. Die Erklärung lieferte er natürlich auch mit. Die Zutaten seien gedacht für eine Langenthal-Huttwiler-Milchsuppe für 3 - 4 Personen, damit wir die Geschichte und den durch die BZ aufgebauschten, drohenden Städtestreit ein für allemal zu Grunde löffeln könnten. Mich kugelte auf alle Fälle vor Lachen und ich überlegte mir, ob ich das Paket ergänzt mit einer Einladung gleich nach Huttwil schicken sollte, wo ja drei von vier besagten Protagonisten wohnhaft sind. Zweifel beschlichen mich, da uns ja erwiesenermassen nicht derselbe Humor beseelt, ob sie es auch so lustig fänden und ich weit davon entfernt bin, mich wieder Vorwürfen hinterlistiger Provokation auszuliefern.
Worauf ich zum Schluss kam, diese Suppe wohl alleine auslöffeln zu müssen.
Oder gibt es unter der Leserschaft Bewerbungen?

Zum Nachkochen: Titus' mitgeliefertes Rezept.

Danke vielmals, Titus.

SP-Paar(e)

Für heute noch etwas Boulevard:
Scheinbar paart es sich in der SP gut. Hier.

Ich wusste das auch nicht, aber man hört nun sagen, dass diese Liebe nicht Knall auf Fall erfolgte.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Die Apéro-, Cüpli-, Bier-, Abschlusswoche

Wären alle Wochen so, wie diejenige vor Weihnachten bei mir, es wären recht verruchte Zeiten. Apéro hier, Cüpli da, Schlussessen.
Das geht nicht ganz spurlos. Weder im, noch am Kopf - geschweige denn Bauchumfang. Heute Morgen sagte mir jemand:

"Du siehst aber recht verpennt aus."

Was soll ich dem entgegensetzen?
Vielleicht, dass ich morgen Donnerstag erst um 11 Uhr ran muss? Hmmm... das würde aber bestimmt viele Kommentare provozieren (nach einer eher kommentarlosen Zeit), die sich einzig über Klischees meines Berufsstandes aufhalten würden, was mir nicht wirklich förderlich erscheint.

Wie dem auch sei. Das vorhin war "Apéro" Nummer 4 seit vorgestern Montag. Auch diese Zeit hat ein Ende. Nämlich ab heute in einer Woche - mit zahlreichen Weihnachtsessen.

Nazis unter uns. Früher und jetzt.

Die Frage nach der Nazi-Vergangenheit Langenthals beschäftigt weiterhin. Beide Zeitungen (Berner Zeitung und Langenthaler Tagblatt) mit Lokalredaktionen brachten heute wiederum grosse Berichte, insbesondere auch der Gerüchte um die Langenthaler Porzellanfabrik wegen, die besagen, dass dort einerseits glühende Nazi-Verehrer auf Nazi-Verhinderer getroffen sein sollen, die wohl gegenseitig schwarze Listen führten und einander ebenfalls beiderseits (Tauglichkeit hin oder her) gegenseitig den Ofen versprachen.

Die Diskussion entfacht nun darob, inwiefern oder überhaupt man die Sache - welche mehrheitlich auf Gerüchten basiert - aufrollen solle.
Fakten - Zahlen oder Listen - sind heute fast keine mehr auszumachen. Eine Seite - insbesondere von besagter Firma - spricht sich verständlicherweise für das Beruhen lassen aus - Historiker sähen den Zeitpunkt des geschichtlichen Aufräumens als angebracht an.

Wenn ich in meinen letzten 14 Tagen als höchster Langenthaler etwas dazu sagen darf:
Ich fände eine Aufarbeitung der Geschichte Langenthals auch in diesem Punkt enorm wichtig. Die Quellen - die heute meist (nur) noch mündlich überliefert sind - müssen gesichert werden, denn sie beginnen mit zunehmenden Alter zu verstummen. Es darf nicht sein, dass wir fahrlässig vergessen lassen, was war. Auch wenn wir so etwas heute locker und ruhigen Gewissens sagen dürfen: Die Zeit damals war äusserst schwierig und ich kann die politische Schweiz verstehen, dass sie sich mit Konventionen hinsichtlich beider Kriegslager wohl für fast alle möglichen "Endsiege" gewappnet sah. Das geht auch an der Bevölkerung nicht spurlos vorüber. Es ist für mich gut vorstellbar, dass sich die Schweiz damals in verschiedene Lager aufteilte.

Wichtig fände ich auch die Konsequenzen bezüglich des Neo- oder sonstigen Rechtsextremismus' in unserer Stadt in der heutigen Zeit. Dreimal dürfen sie raten, wo der heutige Treffpunkt für Menschen rechtsextremer Gesinnung in Langenthal ist. Genau. Auf dem Areal der Porzellanfabrik. Das hat zwar keinen direkten Zusammenhang mit der Porzellanfabrik und doch ist es an der Zeit, dass wir Politkerinnen und Politiker uns zu überlegen beginnen, wie wir in Langenthal Extremismus begegnen wollen. Verschweigen, Ruhen lassen, Wegschauen bringt's nicht. Wir müssen den Problemen, die wir früher hatten, aber auch denjenigen, die uns heute umgeben gegenübertreten und Lösungen bringen.

Übrigens. Schlussendlich bleibt die Tatsache noch bemerkenswert, dass Robin Bhattarchaya genau das mit seiner Provokation erreicht hatte, was er wollte. Eben doch ein genialer Künstler.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Die Schlussrede

Was sagt man in so einer Schlussrede als Stadtratspräsident in der vermeintlich durchschnittlichsten Stadt, wenn man nicht durchschnittlich sein will?

Sollte man die neuerlich aufgeflammten Diskussionen in Kunst und Kultur darüber, überhaupt aufgreifen, um nicht durchschnittlich zu sein oder ist man gerade deswegen durchschnittlicher Politiker, weil man aufgreift, was zur Zeit Stadtgespräch ist?

Sind wir tatsächlich und nach all den Jahren Testmarkt, wirklich nicht mehr als der Durchschnitt? Ist das also die Stadt mit den durchschnittlichsten Menschen mit überdurchschnittlich hoher Anzahl Kreisel, überdurchschnittlich viel Geld, überdurchschnittlich vielen Kunst(diskussionen), überdurchschnittlicher Industrie-, Coiffeur- oder Beizendichte und überdurchschnittlicher Dachdecker – der Weltmeister arbeitet bei Franz Flückiger?

Denken oder meinen wir überdurchschnittlich zu sein und sind es vielleicht gar nicht?

Sitzt hier das durchschnittlichste Parlament mit den durchschnittlichsten Vorstössen und den durchschnittlichsten Reden, dem durchschnittlichsten Präsidenten mit unterdurchschnittlichem Alter und wahrscheinlich Fähigkeiten?

Oder überhaupt...

Was wollen wir sein?

Insgeheim will wohl jede und jeder von uns etwas mehr als der Durchschnitt sein und insgeheim ist für uns Langenthal viel mehr als der Durchschnitt. Doch ohne uns jeweils verblendet diesem geliebten Selbstbild hinzugeben, ist es vielleicht nicht schlecht, wenn wir davon ausgehen, Durchschnitt zu sein und dafür die Chancen und Möglichkeiten erkennen, wie wir unsere Stadt für unsere hier lebenden Menschen stetig verbessern können, um mehr zu sein, mehr zu bieten und schliesslich mehr zu leisten für unsere Wohnbevölkerung. Schlussendlich werden wir dadurch besser sein.

Langenthal ist – so weit haben wir sie gebracht - eine Stadt voller Chancen und Optionen.

Viele von euch werden im nächsten Jahr dabei sein, um Chancen zu nutzen oder bewusst auf Optionen zu verzichten und die Stadt weiterzubauen in und für die Zukunft. Ich freue mich darauf.

Einige werden uns verlassen. Ihnen gebührt heute mein grosser Dank. Einige treten freiwillig einen Schritt zurück, andere werden zu meinem grossen Bedauern dazu gezwungen. Ich möchte euch allen an dieser Stelle recht herzlich danken, für die Arbeit, welche ihr für die Stadt und deren Menschen getan habt. Es ist längst nicht selbstverständlich und in diesem Wissen wünsche ich mir, dass ihr vom Parlament mit grossem Applaus verabschiedet werdet. Leider gibt’s Ende Legislatur keine Blumen. Da hätte man vorher zurücktreten müssen, darauf habe ich euch am Anfang des Jahres aufmerksam gemacht... doch ihr wisst, wer das Budget macht und was man in 4 Jahren vielleicht diesbezüglich ändern könnte. Ihr, Stadträte und -innen.

Ein Wort zum Gemeinderat – auch wenn uns der eigentlich nichts angeht – aber parlamentarischer Dank gebührt auch Werner Meyer, welcher acht Jahre als Gemeinderat im Amt für öffentliche Sicherheit und auch sonst für diese Stadt wirkte. Ich mag dir die zusätzliche Freizeit für Familie und Sport gönnen, wenn auch die Stadt dadurch einen sehr fähigen Politiker verliert. Ich durchbreche hier das Protokoll und übergebe dir das Wort.

Der Dank geht weiter. Ich danke meinen Vorgängern in dieser Legislatur, Reto Steiner, Stefan Costa, Armin Flückiger für deren Präsenz und Aufbau einer stadträtlichen Kultur, welche einem die Leitung unserer Runde zum Vergnügen werden lässt.

Ich danke dem Büro des Stadtrates. Gaby Heiniger, Beatrice Lüthi, Vize Daniel Rüegger, Stadtschreiber Daniel Steiner, Stefan Grossenbacher für die gute Zusammenarbeit.

Ich danke der Verwaltung herzlich für all die Arbeit und bitte die Amtsvorsteher diesen Dank in Ihre Belegschaft zu bringen.

Und schlussendlich danke ich euch. Ihr habt es mir – mit wenigen Ausnahmen der Auslegung der stadträtlichen Ordnung - sehr einfach gemacht. Ihr habt euch mehrheitlich die kulturellen Inputs gefallen lassen oder gar begeistert mitgemacht. Mir hat’s gefallen. Ich sage das nicht ganz ohne Wehmut. Aber es ist auch gut zu gehen.

Ich habe das Amt gerne gemacht und ich übergebe das Amt gerne und hoffe, dass Daniel Rüegger am 2. Februar mein Nachfolger wird, im Wissen darum, dass es ein schönes Amt in einer schönen Stadt ist. Durchschnitt hin oder her.

Montag, 15. Dezember 2008

Abtreten. Die letzte Sitzung als Stadtratspräsident.

Heute Abend wird also bereits die letzte Sitzung stattfinden, in welcher ich dem Parlament als Präsident vorstehe. Das Jahr ist wahnsinnig schnell an mir vorübergerauscht. Rückblickend muss ich aber auch sagen, dass ich in diesem Jahr viel lernen durfte. Was mir bleibt, nebst dem Gang zurück in die Reihen des "normalen" Stadtrates, sind die Erfahrungen und Eindrücke, die ich während dieses Jahres hatte.

Ja. Heute schwingt auch Wehmut mit. Hätte man mich gefragt, ob ich noch ein Jahr möchte, so hätte ich dieses Amt gerne ein weiteres Jahr ausgeübt. Auf der anderen Seite täte es praktisch jedem Parlamentarier oder jeder Parlamentarierin ausserordentlich gut, wenn sie dem "eigenen" Treiben mal vorsitzen würde - was für ein Wechseln der Sitzungsleitung an jeder Sitzung oder gar noch strenger sprechen würde - da man einen anderen "Blickwinkel" und teils gar eine andere Sichtweise des politischen Reigens erhält. Auf mich hat diese Erfahrung auf alle Fälle gewirkt und ich darf sagen, dass ich ein reiferer und wohl anderer Politiker bin, als vor zwei Jahren, als ich langsam in diesen Rollenwechsel durch das Vizeamt kam.

Nun. Heute halte ich so oder so auf alle Fälle meine Schlussrede und "unter uns " gesagt, weiss ich noch nicht, was ich sagen werde. Was ich mir gestern Abend aufzuschreiben begann, erscheint mir heute nicht wirklich tauglich. Da werd ich noch was tun müssen, bis heute ausnahmsweise früher um 17 Uhr, in der alten Mühe Langenthal, da wir nachher gemeinsam Tafeln gehen.

Ich bin selbst gespannt. Übrigens: Die Sitzung wäre öffentlich.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Joe the Plumber - Ueli der Maurer

Hans der Klempner.
Ueli der Maurer.

Menschen "mit Handwerk" prägen die Politik und werden zu symbolhaften Charakteren republikanischer und konservativer Parteien stilisiert, welche das Ruder für die Partei herumreissen sollen. Doch ähnlich wie das Image "Joe the Plumbers" werden vielleicht auch die Träume der SVP an "ihren" Bundesrat Maurer zerbröckeln.

Joe "the plumber", welcher im amerikanischen Wahlkampf Barack Obama vor laufenden Kameras eine Frage stellte, ob er als KMU-Angestellter mit 200'000 US-Dollar Lohn pro Jahr nach seinen Steuerreformplänen mehr Steuern zahlen müsse und so seine Firma, in der er jetzt noch angestellt sei, dann nicht kaufen könne und von Obama die Antwort erhielt, dass er mit so viel Lohn mehr bezahlen müsse, so dass McCain an der nächsten TV-Debatte den Begriff "Joe the Plumber" mehr als 20mal benutzte und Barack Obama mit demselben Begriff rund 18mal antwortete, bis man schliesslich herausfand, dass besagter Joe nie und nimmer so viel Lohn erhält und zudem noch Steuerausstände hatte. Gut. Vielleicht wurden ihm diese nach der Werbung für die Republikaner erlassen, da er für kurze Zeit die Hoffnung auf einen Sieg durch eine Schwächung des Gegners erreicht hatte. Den Rest der Geschichte kennen wir längst. Er handelt von "Change" und nicht vom Rückschritt.

Nun hofft die SVP also mit Ueli (dem) Maurer wieder Tritt in der Regierung zu fassen, mit einem Mann, welcher scheinbar die SVP, deren Wählenden und Parteiziele vertritt. Was mir misshagt, ist die Tatsache, dass nun der grösste Widersacher von Bundesrat Samuel Schmid Erbe seines Sitzes wird. Solche positiven Erlebnisse durch an Mobbing grenzende Methoden stärken den Täter und führen normalerweise zu weiteren Opfern, bis die Täterschaft merkt, dass sie mit den Methoden nicht zum gewünschten Ziel kommen kann, zumal ich ganz persönlich das Gefühl habe, dass man die SVP in ihrer selbst gewählten Opposition gerne noch ein wenig hätte schmoren lassen dürfen, zumal es grundsätzlich falsch ist, dass diese Partei aus ihrer eigenen missratenen Opposition heraus, Bedingungen an das Parlament stellte, zu welchen ich mich nie hätte zur Wahl Maurers hinreissen lassen. Einige sprachen dahingehend von Erpressung. Das will ich nicht. Denn es ist dem Parlament überlassen, ob es die Bedingungen eingehen will oder nicht. Der denkbar knappste Ausgang hat entschieden. Sie wollten es so.

Die Vorgänge von letzten Mittwoch erscheinen mir heute trotzdem immer noch dubios. Diejenigen, welche schlussendlich ihre Hoffnungen und Stimme in Ueli Maurer setzten, müssen diesen nun auch tragen. Auf dem Weg zur besten Armee der Welt. Wohl ohne Sport im VBS - oder lassen die SVP'ler nun plötzlich ihre Demontage-Pläne des VBS' fallen?

Wie dem auch sei. Ueli Maurer ist drin. Bleibt zu hoffen, dass er die Schweiz nicht einmauert, sondern seinen Worten treu bleibt und ein konkordanter Bundesrat ist. Nicht nur ein numerisch konkordanter Bundesrat! Viel Glück, Ueli (der) Maurer.

Samstag, 13. Dezember 2008

Poetry-Slam im Chrämi Langenthal

Sensationell. Insbesondere aber nicht nur der U20 Meister aus Erfurt.

Freitag, 12. Dezember 2008

Das Ende einer turbulenten Woche

Was schreib' ich nun, nach dieser turbulenten und medienträchtigen Woche? Ich ertappe mich, dass ich mir nach der Erfahrung mit Huttwil bei jedem Gedanken zum Thema: "Was blogg' ich mir heute vom Leibe?" 2x Mal überlege, ob er überhaupt "blogwürdig" sei.

Das wird auch wieder vergehen und die Buchstaben werden bestimmt auch später wieder aus meinen Fingern prasseln, sich zu Texten formieren, manchmal besser, manchmal schlechter, von ernst über zynisch zu spassig und auch künftig werde ich mich auf meine Meinungsfreiheit berufen und die Interpretation des Geschriebenen den Lesenden (zu) überlassen (haben).

Ich werde mich dieses Wochenende weniger mit Politik - obwohl ich noch meine Schlussrede für die Stadtratssitzung von nächstem Montag vorzubereiten habe - denn mehr mit Weihnachtsgeschenken und Sport beschäftigen. Es war nicht nur eine aussergewöhnliche Woche, irgendwie doch auch ein krasses Jahr. Und die Zeit des Verdauens der Eindrücke beginnt jetzt, da der Rhythmus und die Dichte der Sitzungen langsam nachlassen. Schön.

Für heute dachte ich mir, mich noch mit einer kompensatorischen guten Tat ins Wochenende zu stürzen - da ich in den Augen einiger ja tätlich ungut verhalten habe und somit die Petition www.rettet-den-bund.ch unterschrieben. Wiederum ist er umtriebig bei der Sache und versucht das Traditionsblatt in der Berner Medienlandschaft zu (er-)halten. Ich hoffe auf gutes Gelingen.

Das Vorhaben hat meine vollste Unterstützung. Die Medienlandschaft brauchen wir möglichst breit. Blogs insgesamt nicht gänzlich ausgenommen. Bitte unterstützt mit.


Im Post scriptum doch noch was zum (etwaigen) Schmunzeln:
An einem der Kommissionsessen dieser Woche, an dem es überaus lustig zu und her ging, wurde ein neuer Begriff geprägt: "Weggebloggt."
Meine politischen Freunde wollten mich damit auf die Schippe nehmen, dass Adrian selbst und ich in Huttwil gemäss Vorwürfen der SVP Adrian als "vermeintlichen" Vize "weggebloggt" hätten. Schlussendlich stilisierte sich aus der Diskussion dann die Frage: "So. Wen bloggen wir heute weg?" oder "Heute schon jemanden weggebloggt?" Wie er sagt: Blogs haben ihre Wirkung. Im Guten, wie im Schlechten. Bleiben wir doch so oft als möglich bei erster Wirkung, obwohl die Intentionen meinerseits immer bei ersterem lagen.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Reaktionen zwischen Huttwil und Langenthal - SVP und SP


Das Angebot der Berner Zeitung, das ich gestern einforderte, da ich im ersten Artikel nicht zur Stellungnahme gebeten und überdies falsch zitiert wurde, kam. Aus meiner Sicht rückt der heutige (sehr gut verfasste) Artikel die Vorwürfe an meinereiner in ein klareres Licht. Nach wie vor finde ich es trotzdem unhaltbar, dass man sich eines unfairen Wahlkampfes zur Nichtwahl von Adrian Wühtrich als Vize beruft und hierfür sogar Externe und deren eigentlich nichtsbedeutende Meinung zum Grunde beruft. Eine mögliche Wahlbeschwerde wäre ja eigentlich auf Grund anderer Dinge möglich gewesen. Aber lassen wir die Sticheleien. Ich will mich wirklich nicht konkret politisch in einem anderen Dorfe einmischen. Das war nie meine Absicht.

Wie dem auch sei, denke ich, dass ich natürlich auch im neuerlichen BZ-Artikel auch wieder mein Fett abkriege und das ist auch gut so. Man kann und soll ruhig darüber diskutieren, ob ich Dinge wie "Massengrab, scheintot, u.ä." hätte Schreiben (in den Kommentaren und einer Email, die ich dazu bekam, nehme ich ja ausführliche zur Ironie und der Bedeutung der Worte Stellung) dürfen oder sollen in der konkreten ironischen Art und Weise, wie ich sie mir manchmal für Dinge herausnehme. Auf eine solche Diskussion lasse ich mich gerne ein, doch fühle ich mich instrumentalisiert in meiner Meinung, wenn sie den Bürgerlichen als Grundlage dienen soll, einen jungen, aufstrebenden Politiker mit Zukunft, der mit 40% Stimmenanteil bei den Gemeindepräsidentenwahlen seine Legitimation durch das Volk zur Genüge mitbringt, nicht als Vize wählen zu wollen.

Letzteres ist sowieso schon geschehen und bereits kalter Kaffee. Also müssen wir uns nicht mehr länger darüber aufhalten, wieso er nicht gewählt wurde, obwohl ich es nach wie vor bedauere.

Was lerne ich aus der Affäre "Müller (scheinbar) gegen Huttwil"?
- Mische dich nie in ein anderes Dorf ein.
(Obwohl ich das politisch nie tat und nur meine Meinung - welche nach 6 Wahlkämpfen, die ich meist leitete, einigermassen fundiert ist - zu einem Wahlfoto kund tat.)
- Politsatire und Ironie wird von den Angesprochenen wohl oft falsch und verletzlich aufgenommen.
- Manchmal kriegt meine Meinung und mein Geschreibe hier drin übermässig viel Gewicht, was ich aber nicht dadurch umdeuten möchte, dass ich zum langweiligen Bla-Bla-Blogger mutiere.
- Wenn man keine guten Gründe hat, so bedient man sich halt schlechter. (Halt, halt, nicht böse werden, gilt für mich auch.)
- Und Politkerinnen und Politiker sind empfindsame Wesen. Ich nehme mich dessen nicht aus, sonst hätte ich gestern trotz der Berichterstattung längst gesagt: "Ach, Schwamm drüber."

Für mich ist's jetzt erledigt. Hoffen wir, dass es für die "Gegenseite" auch so sei und begraben die Sache. Uuuppsss... vergessen die Geschichte. Sonst ginge ich gern eins im "Bahnhöfli, Mohren, Stadthaus, Rössli, ..." und wie sie alle im "Städtli" heissen, eins Trinken "um's z Bode z'berede."
Nach 600 Einträgen dürfte ich als Genugtuung dann auch sagen, dass es doch nicht schlimm sei, wenn mal einer daneben geht. Ich setze mich der Kritik aus, insbesondere auch mit und durch dieses Medium. Man darf mit mir Konflikte austragen. Man darf sich nachher wieder mit mir vertragen und ich geb' auch zu, wenn ich zum Schluss komme, mich ge- oder verirrt zu haben.

In diesem Sinne. Bis bald. Mit weiterem Geschreibsel aus & in der Blog-Provinz.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Politblogger am Medien- und Parteipranger

Vielleicht ist es für einige wissenswert, weshalb ich - unter anderem - gestern vorübergehend ohne Sprache war:

Ich solle - erfuhr ich gestern direkt von Besagtem - auf Grund der Äusserungen in diesem Blog (hier) aus Sicht des Präsidenten der SVP Huttwil mitverantwortlich dafür sein, dass Adrian Wüthrich nicht Vizegemeindepräsident von Huttwil geworden ist. Ich - wohlverstanden - aus Langenthal!

Siehe betreffend der näheren Umstände auch hier direkt bei Adrian Wühtrich.
Heute hat nun die Berner Zeitung (hier), welche die Geschichte auch aufgenommen, die die Vorwürfe des SVP Präsidenten in Huttwil mir gegenüber konkretisieren.

Was sage ich offiziell dazu....
"Ich bin über die Berichterstattung der Berner Zeitung zur Nichtwahl Adrian Wüthrichs als Vizegemeindepräsident heute sehr erschrocken.
Aus meiner Sicht wird von Herrn SVP-Parteipräsident Schüpbach mir gegenüber eine harte Attacke gefahren, zu welcher ich durch die Berner Zeitung nicht zur Stellungnahme eingeladen wurde. Akzentuiert wird die Situation dadurch, dass die Berner Zeitung nur unvollständig aus meinem Blog zitieren.

Das "scheintot" bezog sich nicht auf die Person von Herrn Muralt. Es bezog sich, wie auch die gesamten Äusserungen des Blogs rein auf das Erscheinungsbild des von ihm selbst gewählten und durch die BZ publizierten Bildes. Überdies steht wortwörtlich im Blog, dass die Wahl eines solche Bildes dahin führe, zu meinen, dass der Gezeigte entweder "verlorener Anhänger der Gothic-Szene oder politisch wohl schon scheintot." sei. Daher ist es absolut falsch, dass die BZ schreibt: "Dieser hatte Muralt als «scheintot» bezeichnet."

Ich vermisse nun in der heutigen Berichterstattung - nebst meiner Stellungnahme zu den Vorwürfen - sowohl das Wort politisch und die Abgrenzung, dass sich "scheintot" nicht auf die Person oder Politik von Herrn Muralt bezieht, sondern bloss auf die Interpretation des gezeigten und gewählten Bildes.
Über die Rolle, welche Sarkasmus in meinem Blog spielt, lasse ich mich zu einem späteren Zeitpunkt im Blog auch aus - hier erübrigt sich mein Kommentar dazu - diese Interpretationssache ist mit dem jetzigen Angriff nun nicht mehr der Rede Wert, da meine Art der Schreibe scheinbar nicht verstanden werden will.

Ich bin enttäuscht, nicht von der BZ zur Stellungnahme gebeten worden zu sein und auch, dass wenn mein Verhalten dermassen ausufernd zu sein scheint, dass es als Begründung dient, Herrn Wüthrich nicht zu wählen. Da hätte ein Kommentar, eine Email oder ein Telefon genügt, denn eine Schuld einer Nichtwahl auf mich zu laden, würde ich trotz der Meinungsfreiheit, die ich hier für mich in Kauf nehme, nicht riskieren.

Insgesamt beschleicht mich das Gefühl, dass meine Schreibe Herrn Wüthrich nur in die Schuhe geschoben wurde, um die wahren Gründe, weshalb er dem bürgerlichen Gemeinderat als Vize nicht genehm ist, - obwohl er Volkes Legitimation mit 40% längst besitzt- verhehlen zu können. Das ist schwach und spricht nicht wirklich für besagte Politiker. Sprechen wir doch über die wahren Gründe. Ich bin bereit, dies auch in aller Öffentlichkeit zu tun und erwarte von der Berner Zeitung ein Angebot."


Jetzt geht's los im Bundeshaus



Wer live dabei sein möchte, muss entweder lange vor dem Bundeshaus Schlange stehen oder ein Angehörigenticket reserviert haben oder mit dem Fernsehen vorlieb nehmen. Da ich arbeiten muss, muss ich auch mit obigem Bild aus den Wahlen vorlieb nehmen. Da bleiben oft keine anderen Möglichkeiten.

(Falls die Meta-Daten immer noch fehlen - das ist nicht mein Fehler, ich habe den Emed-Code komplett kopiert - der sehe sich direkt hier um: http://tagesschau.sf.tv/ )

Dienstag, 9. Dezember 2008

Bloggende Sprachlosigkeit

Dies ist mein 600. Beitrag hier drin. Und es ist ein fast sprachloser Post.
Es gibt Dinge, die machen mich sprachlos. Weil sie ungerecht sind, aus meiner Sicht und da fehlen mir die Worte. Nach sechshundert mehr oder weniger langen Beiträgen unglaublich. Ich weiss. Aber wahr.

Montag, 8. Dezember 2008

Ueli Maurer ist kein Bundesrat.

Man kann nun in der politischen Geschichte Maurers graben und zahlreiche Aussprüche auflisten, wie sich Ueli Maurer nicht "bundesratslike" verhalten habe. Als Parteichef der Polterpartei ist das halt schwierig vereinbar, wobei wir nun beim wahren Grund wären, weshalb Schmid und Widmer-Schlumpf anstelle der damals Portierten gewählt wurden. Im Bundesrat braucht es Chrampfer. Keine Schnurris und Polterer.
Wichtiger scheint mir aber in der Beurteilung der Lage das jetzt, heute und hier. Traut man Ueli Maurer zu, dass er jetzt und künftig ein Bundesrat sein oder zumindest werden könnte?
Konkordant, gewählt, überlegt und im ganzen Auftreten dadurch auch ein wenig dem normalen Politiker überlegen?

Leider muss ich sagen, dass ich ihm dies nicht zutraue. Nein. Es sprengt den Rahmen meiner Vorstellungskraft. Weshalb?
Immer noch gibt er in Interviews Antworten, die ich von einem Bundesrat nicht hören will:

So zum Beispiel gestern im Sonntag:
"Kein Mensch wird momentan in der Schweiz so bestürmt wie Sie. Wie ist das?
Neu ist einzig die Erfahrung, dass gewisse Journalisten plötzlich respektvoll mit mir umgehen.
Ach ja? Wer denn?
Die Schleimer, die hoffen, nachher Interviews mit einem Bundesrat führen zu können."

Kein überlegter Politiker - schon gar nicht ein baldiger Bundesrat - würde so etwas einem Medienschaffenden an den Kopf werfen. Meine Güte, da hätte es tausend bessere Antworten gegeben, welche ebenfalls offen und direkt gewesen wären. Will das nun heissen, dass wenn man mit ihm respektvoll umgeht, man dann gleich ein Schleimer ist?

Ja? Was will er denn?

Ist ihm dann wohl seine Nichtwahl lieber, da alle anderen, die ihn wählen, auch Schleimer sind?
Er begibt sich - wie seine ganze Partei - in eine unsägliche Verliererrolle und wundert sich dann drohend, wenn man ihm diese Haltung bestätigt.

Verkehrte (SVP-)Welt.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Ein Blogger in der Zeitung

Wisst ihr noch, wie ich begann?
Nein, nicht politisch, sondern mit diesem Bloggen hier. Er machte mir im Sommerkino 2007 erst einmal bewusst, dass es dieses Bloggen und all die Blogs, die ich nun lese, überhaupt existieren. Ich fing dann mal an zu schreiben und war froh, dass eigentlich niemand wusste, dass ich das hier tat. Immer wieder wenn ich entdeckt wurde, fühlte ich mich ertappt. Ich fühlte mich und meine Gedanken hier frei - trotz aller Öffentlichkeit - und verschaffte mir auch Luft - die nicht immer allen bekam. Mittlerweile ist mein Bloggen bekannt(er) und ich habe gelernt abzuwägen, welche Informationen wann und in welchen homöopathischen Dosen abgegeben werden können, so dass sie nicht allzu sehr negativ auf mich zurückfallen (allen Recht machen, kann und will ich es (aber) auch nicht). Dies hatte unter anderem zur Folge, dass ich hier drin etwas an Biss verlor, des öfteren Dinge schrieb, die ich dann gar nicht veröffentlichte, sondern nur als Entwurf gespeichert blieben. Ihren Zweck hatten sie dann schon erfüllt, ich hatte mir Geschichten vom Leibe geschrieben.

Gestern - so schien mir - erschien die Seite des Langenthaler Tagblatts über "Langenthal" fast nur mit meinem Blog als Aufhänger - klar ist das übertrieben und klar nehm' ich mich jetzt zu wichtig, aber:

Die Lead-Story über die zweite Sitzung der Kommissionssitzverteilung von T. Granwehr beginnt so:
"«Ich danke allen Parteien, dass man einlenken konnte.» Stadtratspräsident Reto Müller (SP), der auf seinem Blog immer wieder gern aus dem politischen Nähkasten plaudert, verlieh seiner Erleichterung über die Kommissionssitzverteilung bereits am Donnerstagabend auf seinem Blog Ausdruck. Die Stadtratsfraktionen trafen sich zum zweiten Mal innert zweier Wochen – und nach nur 20 Minuten hatte sich das Hin und Her der ersten Sitzung erledigt."
Mein Blog ist also nun gar mein offizielles Sprachrohr. Das dies von Journalisten so anerkannt würde, hätte ich nicht erwartet. Ich wusste, dass einige hier mitlesen, dass sie daraus nun aber schon zitieren - auch wenn es nicht skandalbehaftet wie die Zeckengeschichte ist - dünkte mich aber schon noch ein ziemlicher Schritt mehr.

Dann kamen noch zwei kleine Seitenartikel (oder -hiebe) über das Stadtleben im sogenannten Langete-Tröpfli:

Im ersten "Käru" war man scheinbar von Zeitungsseite etwas enttäuscht darüber, dass die SP, welche in der Vergangenheit ab und zu schon den Eindruck hinterliess ein origineller und etwas bunter Haufen mit einzelnen Diven (Männer nicht ausgenommen) zu sein, welche sich im Stadtrat oder auch in Blogs ins Rampenlicht zu setzen pflegt, nun doch auch zurückhaltend und diskret sein kann, wenn es um strategische und/oder parteiinterne Dinge geht.
Wissen ist Macht und ich denke wir tun künftig gut daran, eine gemeinsame Strategie intern zu erarbeiten und zu besprechen, bis wir dann damit an die Öffentlichkeit dringen. Und Letzteres werden wir möglichst koordiniert tun, damit wir uns mit scheinbaren Zick-Zack-Kursen oder ähnlichem nicht selbst aushebeln. (Siehe nationale SVP). Da hoffe ich, dass sich einige Medien diesbezüglich etwas umgewöhnen werden.

Im zweiten Artikel nahmen die Print-Medien-Journis (von einigen Bloggern seit dem Diskurs mit David Bauers Sonntagszeitungsartikels auch Holz-Journis bezeichnet) Bezug auf den Ausspruch am Ende des folgenden Posts. Nun denn. Im Gegensatz zur nationalen Debatte über Blogs und "normale" Medien scheinen wir uns im Mikrokosmos Langenthal scheinbar zwischendurch statt zu kritisieren, gegenseitig zu fördern und zu erheitern. Ich danke dem Tägu für das mediale Interesse, das sie mir auch zukommen lassen und kann nur bestätigen, was einige schon länger sagen: Wer als PolitikerIn im Internet etwas machen möchte, sollte wohl bloggen, was aber alleine kaum genügt, sowohl was das Schreiben, wie auch die Politik anbelangt.

Freitag, 5. Dezember 2008

Sind Kunst und Politik unvereinbar?

Die Porzellanhakenkreuz-Diskussion wurde heute medial vom Langenthaler Tagblatt noch einmal aufgenommen. Überschrift gross und fett: "Hakenkreuz verärgert auch Politiker. "

Lang und breit wird dort den ortsansässigen Parteien und einem einzelnen Parteiexponenten Platz geboten, sich darzubringen. Einfach schade, dass sie dies nun in der Presse machen, bei der Diskussion am runden Tisch gemeinsam mit dem Künstler vor einer Woche aber kein einziger Politiker ausser Nadine Masshardt und mir scheinbar die Zeit gefunden hatte, um über diese und solche Kunst zu sprechen. (Die SP ist mehr oder weniger entschuldigt, da zur gleichen Zeit Schlusshöck war...)

Aufmerksamen Leserinnen und Lesern mag es nicht entgangen sein, dass ich mich persönlich auch über das Kunstwerk enervierte, da es a) von der Symbolik her aggressiv, b) zum zweiten Mal der drei letzten Ausstellungen im Kunsthaus zur Provokation kam und c) ich zuerst nicht verstand, warum Robin Bhattacharya ausgerechnet wiederum Langenthal in Zusammenhang mit der rechtsextremen Subszene zum Zentrum des medialen nationalen Interesses machte. Dieser "Ärger" entstammte aber meinem persönlichen Empfinden. Nie und nimmer hätte ich das als Politikum gesehen. Um meine Meinung kund zu tun und weitere Diskussionsinputs zu liefern, sagte ich an der Gesprächsrunde dann auch Folgendes, das man ebenfalls im Langenthaler Tagblatt (Autor O. Andres) wie folgt umschrieben fand:
"Zu Problemen kommt es oft, wenn sich die Aussensicht - etwa jene eines Künstlers - nicht mit der Innensicht der Betroffenen selber deckt; darin war sich die Diskussionsrunde grösstenteils einig. «Viele Langenthaler finden, dass das, was gegen aussen wahrgenommen wird, gar nicht ihre Identität ist», sagte dazu Reto Müller. Deshalb habe jeder Fokus auf übertriebene Fremdenfeindlichkeit und Mittelmässigkeit entsprechende Reaktionen zur Folge."
Nachdem ich mich am Tisch mit dem Künstler und auch im Nachgang - u.a. noch heute Mittag - mit weiteren Kunsttätigen und -interessierten austauschte, gelangte ich zur gefestigten Überzeugung, dass Kunst - im kompletten Gegensatz zur Meinung der SVP - nie und nimmer reguliert oder gesteuert werden darf. Kunst ist (oder kann sein) ein Seismograph künftiger Ereignisse, Kunst in mehrere Kategorien je nach Unterstützung eines Kriteriums "dem-Geldgeber-genehm-sein-wollen" einzuteilen, wird scheitern und die Zeiten, in welcher man zwischen guter und schlechter Kunst politisch entschied entstammen derer des dargestellten (aus unsere heutigen Sicht entarteten) Zeichens. Auf der anderen Seite fand ich folgende Aspekte der mittäglichen Diskussion, die von aussen eingebracht wurden, sehr interessant:
Beim Hakenkreuz handelt es sich um ein wahnsinnig beladenes, starkes, agrressives Symbol, das dann in feinstem und zerbrechlichen Porzellan nachgebildet, eine ungeheure künstlerische Wirkung entfalten kann.
Einzig ein grosses Ziel hat Robin verfehlt:
Er wollte mit dem Hakenkreuz die Diskussion über die Vergangenheit und Gegenwart Langenthals anregen, mit der Grundfrage: "Wer ist Langenthal?" Erreicht hat er aber, dass im Moment darüber diskutiert wird: "Was darf Kunst in Langenthal? Bzw. was darf das Kunsthaus Langenthal?" Ob dies eine fruchtbare Diskussion ist, wage ich eben zu bezweifeln, da zwar alle ihre Meinung in der Kunst haben (Politiker generell zu allem eine solche darlegen können, insbesondere wenn die Presse anklopft (ja, ich auch)), aber "das" allgemeine Kunstverständnis wenig oder auf alle Fälle irgendwie auf Grund persönlicher Einzelhintergründe der Betrachtenden nur sehr dehnbar vorhanden ist.

Ich würde auch einfach mal behaupten, dass mehr als die Hälfte, die heute in der Zeitung ihren Senf zum Thema gaben, gar nicht an der Ausstellung waren. Leider. Schade.

SP Mandarindli


Heute Morgen mit den GrossrätInnen Dorette Balli, Markus Meyer, Nadine Masshardt & Stadtrat Pierre Masson im Bahnhof Langenthal. Heute chlöislet die SP Kanton Bern. Details zum Inhalt der Aktion:

Höhere Kinderzulagen ab 1. Januar 2009

Roter SP-Chlaus verteilt Mandarindli

Medienmitteilung vom 04. Dezember 2008

«Ab 1. Januar erhalten die Familien mehr als Nüssli und Mandarindli. Dank der SP.» Mit diesem Motto verteilt die SP heute und morgen in mehreren Gemeinden im Kanton Bern Mandarindli. Sie weist damit auf zwei wichtige Erfolge hin, welche sie 2008 für die Familien im Kanton Bern erreichte: Ab 1. Januar 2009 erhalten die Kinder und Jugendlichen im Kanton Bern deutlich höhere Kinderzulagen und die Steuerbelastung für Familien sinkt.

Passend zum Familienevent Samichlaus verteilt die SP in verschiedenen Gemeinden im Kanton Bern Mandarindli an die Bevölkerung. Mit der symbolischen Aktion wird die Bevölkerung informiert, welche Verbesserung für die Familien im Kanton Bern auf 1. Januar 2009 in Kraft treten. Währenddem es heute nur ein Mandarindli gibt, erhalten die Familien im neuen Jahr dank der Politik der SP deutlich mehr Unterstützung.

Kinderzulagen von 160 auf 230 Franken, Ausbildungszulagen von 190 auf 290 Franken

Eine wichtige Verbesserung, für welche die SP sowohl national als auch kantonal gekämpft hat, sind bessere Kinderzulagen für alle Familien. Im Kanton Bern, welcher bisher zu den Schlusslichtern zählte, erhalten die Familien ab 1. Januar deutlich höhere Kinderzulagen von 230 Franken und Ausbildungszulagen von 290 Franken. Ebenfalls gibt es in Zukunft eine ganze Zulage, auch wenn eine Person nur Teilzeit arbeitet.

Steuerliche Entlastung der Familien

Ebenfalls per Anfang 2009 wird auch das neue Steuergesetz in Kraft gesetzt, welches vor allem für die Familien mit Kindern und Personen mit mittleren Einkommen die Steuern deutlich senkt. Damit macht der Kanton Bern einen wichtigen Schritt zu mehr Familienfreundlichkeit. Die SP wird weiterhin dafür kämpfen, dass der Kanton Bern ein fortschrittlicher Familienkanton wird.

Verteilaktion auf dem Kornhausplatz

Heute, 4. Dezember 2009, verteilt der rote SP-Chlaus zwischen 15.30 und 16.30 Uhr auf dem Kornhausplatz in Bern Mandarindli und Nüssli an Kinder und Eltern.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Sitzung Nr. 2 Die Kommissionssitze Langenthals

Man hat sich geeinigt. Das ist wohl grundsätzlich das Wertvollste des heutigen Abends, an welcher zum zweiten Mal eine Sitzung zur Kommissionssitzverteilung stattgefunden hat.

Ich dachte mir, da ich wohl zu einem grossen Teil hier drin dazu beigetragen habe, dass es öffentlich wurde - von Lösung mag ich gar nicht schreiben - bin ich es jetzt auch schuldig, aus meiner Sicht, hier zu sagen, dass ich allen Parteien danke, dass "man" einlenken konnte und so verhindert, dass das politische System blockiert wird. Eigentlich dachte ich, dass ich massiv mehr kritisiert würde, dass ich es überhaupt öffentlich machte. Ich hätte mir vorstellen können, dass einige so was lieber "unter sich" geregelt hätten - könnte mir aber auch denken, dass dann ohne den medialen und dadurch auch öffentlichen Druck heute nicht in dieser Schnelle eine Lösung gefunden werden konnte. Die Kritik an meinereiner blieb aus.

Wie dem auch sei - lassen wir das Spekulieren für heute und - kehren wir zur Sachpolitik zurück. Angesichts des bürgerlichen Blocks der uns da in Langenthal nun aber 4 Jahre vorsteht, wäre es uns (SP/GL/JUSO) durchaus auch zum Vorteil gereicht, wenn sich FdP und SVP bald wieder einmal im Stadtrat in die Haare geraten - sofern welche da sind - und wir das Zünglein an der Abstimmungswaage spielen dürften. Wie war das gleich mit dem Spekulieren?

Auf alle Fälle lernt man als SP'ler mindestens eines in Langenthal. Verlieren.



P.s. Und dann noch seriös. Ich hätte tausend Sachen im Moment zu bloggen, doch leider fehlt mir die Zeit... es tut mir leid, dass ich im Moment nicht die gewohnte Menge und Qualität liefere. Ich danke für euer Verständnis. Dieser Dezember mit schier stetigen Sitzungen wird auch bald ein Ende haben.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Gründung der SP Oberaargau

Nun, da die Wahlkreisreform im Kanton Bern mit aller Deutlichkeit von über 80% (obwohl das ob der anderen Themen und Wahlen niemanden interessierte) angenommen wurde, waren die Wege bereitet, um die neue Region der SP Oberaargau gestern Abend zu gründen.

Aus der SP Bern-Nord / Oberaargau dem riesigen Wahlkreis, welcher uns vor 3 Jahren bis nach Münchenbuchsee zum Briefkastenflyern führte bei den Grossratswahlen und teilweise gar fast bis ins Emmental hineinzog wurde die beschauliche - künftig mit 12 Mandaten sehr kleine - Region Oberaargau. Als gestern die neuen SP-Emmentaler und SP-Bern-Mittelländer den Saal in Burgdorf verliessen, fühlte man sich unter den wenigen Verbliebenen fast etwas verloren. Das magere Aufkommen war eventuell auch darauf zurück zu führen, dass die Sitzung parallel zu derjenigen der SP Emmental in Burgdorf stattfand. Künftig also deren Gebiet. Was sollen wir noch dort.

Als Schlussredner war Christian Levrat angekündigt, auf den ich mich freute, welcher aber wegen einer Einladung uns Westschweizer Fernsehen Hans Stöckli entsenden musste. Letzterer löste seine Aufgabe brillant, zumal er - wenn er mit Carte blanche redet - zu wahren Höhenflügen ansetzt.

Bilder folgen.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Ich bilde, du bildest... oder sonst über Bilder.

(Quelle: BernerZeitung von gestern.)

Zum Abschluss gab's aus Huttwil dann doch noch versöhnliche Bilder zu sehen. So stelle ich mir Wahlgewinner und Wahlsieger vor, wenn das Resultat verkündet wird. Verlierer gibt es hier nämlich keine. Ich gratuliere beiden Angetretenen zum Resultat.

Als ich dann heute Morgen das Langenthaler Tagblatt aufschlug, war ich wieder mit meinem Lieblingsgrinsbild drin. In der Grösse ist's wenigstens aushaltbar. Danke Tägu.Wichtiger wäre ja eh der Inhalt, aber da ich bereits wusste, was ich sagte, hielt ich mich wiederum vor allem mit dem Bild auf - ohne sämtliche narzistischen Neigungen zu leugnen - es dauerte nicht lange, bis ich umblätterte.

Montag, 1. Dezember 2008

Welcher Email-Typus bist du?

Heute Abend traf sich der harte Kern der SP Langenthal zu einer seiner viel besagten Vorstandssitzungen, die manchmal über drei Stunden dauern... so auch heute. Den ganzen interessanten Inhalt wiederzugeben, wäre anmassend und gäbe unseren politischen Mitspielenden (um für einmal nicht Gegner zu sagen) natürlich Informationen, die sie nicht unbedingt erhalten müssen. Etwas Geheimniskrämerei bleibt, aber die Dinge entwickeln sich durchaus spannend.

Interessant und speziell erwähnenswert fand ich auch die plötzliche Randdiskussion über das eigene Email-Verhalten.
  • Email-Typus A:
    Ich kontrolliere meine Emails im Büro. Zu Hause - insbesondere über's Wochenende - habe ich kein Interesse.
  • Email-Typus B:
    Ich kontrolliere regelmässig meine Emails, aber nicht stetig.
  • Email-Typus C:
    Ich kontrolliere immer zum letzten Mal, bevor ich ins Bett, gehe meine Emails.
  • Email-Typus D:
    Ich starte das Mailprogramm, wenn ich morgens frische Unterhosen aus dem Schrank nehme und ich beende es, wenn ich abends die Unterhosen mit dem Pyjama tausche.
So. Nun: "Hose abe!" Welcher Mail-Typ kommt deinem Verhalten am nächsten. Oder kannst du weitere Typen ergänzen. Zweite Frage wäre dann, welcher Typus meinerseits in die Diskussion eingeworfen wurde... es ist ja nicht wirklich zwingend, dass ich dadurch der D-Typ bin.

Wo beginnt eigentlich diese Online-Sucht-Krankheit?

Das Ende für "Der Bund"?

Die Tamedia sagt, "Der Bund" habe neben der "Berner Zeitung" keinen Platz mehr...

Ich sage: "Rettet ihn!"

http://bundblog.derbund.ch/p297.html

Sonntag, 30. November 2008

Wahlen in Bern - Nause drin, Hügli raus.

Reto Nause (CVP) holt den Sitz von Stefan Hügli (ex-FdP).
Gut. Nause hat ja auch lange geübt, um jetzt den grossen Erfolg einzustreichen...
Sonst bleibt's beim Alten: Zumindest im Gemeinderat bleibt die Wende ein bürgerliches Hirngespinst. Jetzt fehlen noch die Stadtratsresultate, aber das wird vielleicht morgen Montag, bis die kommen.

Genaueres.

Wahlen überall...

Huttwil hat sich für Hansjörg Muralt (SVP) entschieden. Meine offenen Sympathien für den SP-Kandidaten Adrian Wüthrich nicht verbergend, will ich doch sagen, dass Letzterer mit seinen 28 Jahren einen tollen Achtungserfolg erzielt hat. Adrian verbuchte 654 Stimmen, während Hansjörg Muralt 986 Stimmen erhielt. Ein Verhältnis von 40% zu 60% mit dem er wahrlich zufrieden sein darf, war er doch als krasser Aussenseiter angetreten und verdichteten sich die bürgerlichen Stimmen und Haltungen deutlich. Er hat der SP in Huttwil und somit unserer Region insgesamt einen Erfolg beschert.

Burgdorf wählte überlegen Elisabeth Zäch (SP) zur neuen Stadtpräsidentin. Sie erhielt 2619 Stimmen, ihr Gegner Francesco Rappa (BdP) erhielt 1996 Stimmen. Natürlich hatte ich für die Frau der Sozialdemokratischen Partei gehofft, auch wenn wir uns bisher leider nicht begegneten. Würde ich die Verhältnisse besser kennen, hätte ich mich über Burgdorfs Wahlen schon früher geäussert, denn Francesco Rappa machte sich bei mir als Politiker in seinen Zeitungsinterviews nicht wirklich politisch sympathisch(er) - privat mag er ja ein ganz netter Mensch sein, aber er äusserte sich für mich da oft zu wirtschaftlich, zu unternehmerisch, zu militärisch, um eine Stadt wie Burgdorf zu leiten.
Im Gemeinderat bleibt die SP bei 2 Sitzen, die FdP hat 2 Sitze, die BdP 1 Sitz (-1 Sitz), die SVP 1 Sitz und die GFL ist neu mit 1 Sitz vertreten. Damit ein toller Erfolg für die Linken im Gemeinderat.
Im Stadtrat sieht das Sitzverhältnis wie folgt aus (in Klammern die Veränderung zur vorhergehenden Legislatur):
EDU 1 Sitz (0)
SD 0 Sitze (0)
BdP 7 Sitze (0)
GFL 5 Sitze (0)
EVP 3 Sitze (0)
Jungfreisinn 1 Sitz (0)
SVP 6 Sitze (+2)
SP 11 Sitze (0)
CVP 1 Sitz (+1)
FdP 5 Sitze (-3)
Womit man wieder einmal sagen darf, dass sich Langenthal und Burgdorf grundsätzlich unterscheiden. In Langenthal gewann die FdP, die SP verlor. In Burgdorf war die FdP die grosse Verliererin der Stadtratswahlen. Über die Gründe schweige ich mich aus.

Ostermundigen wählte auch. Und damit eine gute, alte Freundin. Sarah Gabi Schönenberger. Ich gratuliere. Leider wird man aus der Stadthomepage nicht schlüssig, wer dazugewonnen und wer verloren hat... deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf eine Aufschlüsselung. Mehr Infos fand ich in der BernerZeitung. Inklusive eines kleinen Skandals. Auf welche Partei und Person(en) lauteten wohl die 50 "gleichen" Stimmzettel?

Steffisburg wählte auch, muss aber nochmals ran und Ursulina Huder SP bleibt im Rennen!

Worb. Rubigen. Belp. Kirchberg. etc...

Bern... ja Bern... da warten wir auf die Resultate. Was wir wissen, aber nicht wirklich erstaunt: Tschäpp@ ist wiedergewählt. Ich bin gespannt und wie immer an solchen Sonntagen selbst etwas nervös, auch wenn es mich nicht direkt betrifft, aber die Resultate der SP sind mir wichtig und das ist auch gut so. Bis jetzt sieht es für unsere Partei ja wahrlich sehr gut aus. Hoffen wir, dass der Misserfolg in Langenthal der einzige für die SP bleibt und die Zukunft für die Sozialdemokratie wieder froher aussieht. Harren wir der Resultate, die uns Bern vermeldet. Scheinbar ab 21 Uhr....

Freitag, 28. November 2008

Wie sag' ich's meiner Partei?

In 10 Minuten beginnt die Parteiversammlung... die letzte in diesem Jahr. Ich darf den Wahlanalyseteil bestreiten, weil dies bekanntlich ein Hobby von mir ist.

Wie erklär' ich es ihnen?

Wir haben verloren!
Ja, wir haben nicht so gut abgeschnitten.
Ehh... es könnte schlimmer sein.
Wir müssen künftig doch besser werden, wenn wir überhaupt etwas zu sagen haben wollen, denn noch sind wir stärkste Partei. Noch.

Wer mich kennt, weiss welche 2 Dinge ich aus obigen Varianten wählen werde.

Auf alle Fälle macht das CI der SP Schweiz im Foliensatz eine gute Falle und ich bin vor allem gespannt, was unsere Versammlung über das Ergebnis denkt.

Lassen wir sie kommen.

Donnerstag, 27. November 2008

Geschirr zerschlagen?

Auf alle Fälle ist es schon wieder weg. Die Porzellanfabrik stimmte der Verwendung nicht zu.

Berner Zeitung Front von heute:

Mittwoch, 26. November 2008

Nazi-Stadt?

Als ich heute Morgen zur Bank ging, erblickte ich am "Choufhüsi" (ehemals Gemeindehaus, mittlerweile Kunsthaus, Restaurant, Stadtladen und Juwelier) mitten in unserer Stadt, folgendes Transparent:
"Wir kämpfen um das Burgerrecht", steht darauf in kapitalen Lettern geschrieben. Mein Rätseln über die Urheberschaft liess verschiedene Schlüsse zu: Ein Überbleibsel einer Demo? Eine Ankündigung der Untersteckholzer betreffend der bevorstehenden Fusion? oder Eine kleine Provokation der nächsten Ausstellung U30 im Kunsthaus?

Letztere sind ja nicht erst - aber vor allem national - mit der Kunstaktion des Minaretts schweizweit bekannt geworden.

Die Aufklärung folgte heute dann mit der BernerZeitung. "Täterin" ist wiederum das Kunsthaus.


Das Kreuz, das am Boden des ehemaligen Gemeindepräsidentenzimmers mit Langenthaler Porzellan als weitere Provokation ausgelegt wurde, hinterliess auf mich einen angesäuerten und bleibenden Eindruck. Ich bin für eine sehr offene und freie Kunst. Kunst darf aus meiner Sicht fast alles... aber diese nun schon beinahe dauernde Provokation kann mich nicht mehr anregen, sondern eher aufregen... sprich auf den ersten Blick ging mir das ziemlich an die Ei...ngeweide.

"Ich mag nicht immer derjenige sein, der aus der Stadt mit DEM Vertreter einer rechtsextremen Partei kommt. Ich habe das Herumhacken auf dem rechtsextremen Wähleranteil langsam satt."

Die Tatsache der Existenz dieser rechtsextremen Gesinnung in unserer Stadt ist aber nur ein Teil der künstlerischen Darstellung. Scheinbar habe dazu mitgetragen, dass Langenthal gerüchteweise bei einer möglichen Einnahme durch die Nazis als Stützpunkt eines KZ verlautbart wurde, in welchen die Brennöfen der Porzi eine neue Bedeutung erhalten hätten.

Tragisch genug. Zumindest Letzteres, wovon ich noch nie hörte, hat mich dann doch noch bewegt und angeregt geschichtskundigen Menschen Langenthals eine Email zu schreiben, um nachzugehen, ob an dieser Behauptung Wahres dran ist.

Abgesehen davon müssen wir nun endlich die Gründe rechtsextremen Denkens und Handelns in Langenthal angehen, anstatt Kleber, Nazikreuze oder Minarette als Kunst und Provokation dagegen aufzustellen.

Wir wollen doch nicht zur Nazi-Stadt verkommen! Dann wäre ich ja...

Dienstag, 25. November 2008

Wahlkampf à l' Amerika?

Letzte Woche und diese Woche hat nicht etwa der Artikel über die Komissionssitzverteilung hohe Wellen geworfen, die auf mich zurückschlugen, sondern es ist vielmehr der Artikel über zwei unterschiedlich gewählte Bilder im Wahlkampf Huttwils.

Dies ist nicht nur leicht in den Kommentaren zu letzterem ersichtlich, sondern wurde mir auch direkt durch zwei unterschiedliche Quellen von Langenthalern, die sich ab und zu in Huttwil aufhalten, zugetragen. "Der Müller hat da einen ganz bissigen Artikel gemacht." oder ähnliches. Ja, es war wirklich vielleicht für Volkes Seele hier in der Art der Wortwahl in unserer Region zu viel. Zumal da Erstlesende auf dieses für sie wohl neue Instrument des Blogs treffen und meine Art des Berichtens nicht nachvollziehen können. Allgemein geht man da noch davon aus, dass man einen pfleglichen Umgang miteinander hat und sich nicht direkt angreift. Als Wahlpolemik oder Propaganda wird das allzu oft früh verschrien. Warum? Ich wäre dafür, dass man offen über Probleme, Stärken und Schwächen spricht - nicht nur in Sachthemen, sondern auch der Politiker, weil man Entscheide trifft, tagtäglich und diese auch vertreten sollte.

Ich rege mich zum Beispiel immer darüber auf, dass junge Politiker und -innen dahingehend verschrien werden, dass sie noch keine Erfahrung hätten und darum nicht geeignet seien, dass sie jetzt zuerst mal etwas Arbeiten sollen, bevor sie sich in der Politik "wichtigtuen" sollen. Nicht erkannt werden hierbei die politischen Glanzleistungen, welche insbesondere junge Frauen in der SP Kanton Bern schon hervorgebracht haben. Das Alter sagt nichts darüber aus, ob jemand gut oder schlecht politisiert. Wichtiger sind Engagement und Wille. In jedem Gremium sollten zudem alle Altersschichten vertreten sein. Das wäre Volkes Herrschaft in Purität. Mir graut vor reinen Männergremien mit grauen Haaren, wie mir auch graut vor reinen Frauengremium, die alle noch nicht 30 sind.

Sie durfte den amerikanischen Wahlkampf per Einladung in den USA live mitverfolgen. Das für mich eindrücklichste, das sie mir schilderte war, dass sich dort fast jede Person für jemanden entscheidet und dies dann am Haus mit einem Transparent oder per kleinem Schild im Garten auch kundtut. Dass die Menschen unter Umständen stundenlang für ihren Kandidaten anstehen, um zu wählen und dass sie in den Strassen mithelfen, Karten zu verteilen, auch noch vor den Schlangen bei den Wahllokalen. Der Wahlkampf war sehr hart. Die Demokraten spielten auf die Gesundheit McCains an, die Republikaner drängten Obama in die Nähe von Terroristen. Schlussendlich entschied dann doch wohl vor allem ein Thema, das von aussen aufgedrängt wurde und von beiden Wahlteams weder erwartet, noch konzipiert war: die Finanzkrise.

Ich denke, dass vielleicht in Huttwil, dadurch dass sich glücklicherweise zwei Menschen entschlossen haben zu kandidieren, eine echte Auswahl besteht und sich die Wählenden entscheiden müssen, welches Schild sie sich in den Garten stellen und dass sie nun ihren Kandidaten auch gegen Angriffe von aussen verteidigen. Ich finde das gut. Eine leichte Amerikanisierung, die ich durchaus gutheissen könnte.

Dass sich jetzt ein "Ausländer" aus Langenthal in diese Entscheidung einmischte - wie auch immer - wird halt nicht gerne gesehen. Ich kann es verstehen.

Ich wünsche Huttwil auf alle Fälle die richtige Wahl und einen fairen Wahlkampf, der nicht auf Vorurteilen basiert.

Sonntag, 23. November 2008

Wer wird SP-Präsidentin oder SP-Präsident?


Bereits einen Tag nach der offiziellen Demission unserer Präsidentin der SP Langenthal suchte das Langenthaler Tagblatt nach NachfolgerInnen. Natürlich ist es noch viel zu früh, zumal wir auf Grund der Wahlanalyse die Partei grob umbauen werden und es durchaus von Bedeutung ist, wie diese Partei danach aussieht und mit welchen Personen die Posten - nebst dem Präsidium - bestückt sind, ob jemand dieses Präsidium übernimmt. Es ist nach wie vor Freiwilligenarbeit und leider finden sich hierfür immer weniger Personen. Ich kann es nicht ganz verstehen.

Ich habe von einigen Personen gehört, dass sie möchten, dass ich die Nachfolge antrete. Und ich habe mich noch nicht entschieden. Natürlich wäre es toll, wenn man ein Team anführen kann, das gewillt ist, Langenthal, die Politik und somit ein kleines Stück dieser Welt verbessert. Auf der anderen Seite ist es ein Knochenjob die verschiedensten Strömungen, Einflüsse und Richtungen aller SP-Menschen und Meinungsträger in einer Partei, heterogen wie die unsere, zu vereinen. Reizvoll, aber hart.

Ich weiss es wirklich noch nicht. Denn ich müsste meine Arbeit auch anders aufteilen. Ich will gewisse Dinge zudem nicht einfach streichen. Ich brauche die Musik und den Volleyballsport weiterhin, sonst bin ich nicht derselbe und die Arbeit als Lehrer hat oberste Priorität. Lasst uns mal den Parteiumbau fertig machen und dann gehört das Vorstandsteam ans Ruder, das die höchste Durchschlags- und Erfolgskraft für unsere Partei und die Sozialdemokratie in Langenthal hat.

Lassen wir uns von der Zeitung auch nicht durch übergrosse Bilder zu einem voreiligen Schluss verleiten. Apropos Bilder... mir gefällt meines nicht wirklich. Aber ich durfte auch nicht auswählen.

Kommissionssitz-BlablaBlogging

Ja. Ohne wieder auf Blablablogger und ähnliche Streitereien auszuarten, hat das Langenthaler Tagblatt gestern die Geschichte über die Kommissionssitze aufgegriffen und berichtet. Man kann sich ja ergänzen und als Konkurrenz betrachte ich mich persönlich schon gar nicht. Gegenüber niemandem.
Ich denke, es war gewagt, das hier so zu bloggen, aber es kommt gut. Hinter den Kulissen laufen einige Gespräche und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden.

Aus dem Langenthaler Tagblatt, gestern:

Parteienknatsch wegen Kommissionssitzen

Stadtrat Die Verteilung der Kommissionssitze unter den Fraktionen sorgt für rote Köpfe

Die Stadtratsfraktionen versuchen sich in einer Sitzung jeweils über die Kommissionssitzverteilung für die nächste Legislatur zu einigen. Am Donnerstag führte die Beratung allerdings zu keiner Einigung, die Forderungen der Fraktionen waren zu unterschiedlich.

TOBIAS GRANWEHR

Frustriert und verärgert verliessen einige Parteimitglieder am Donnerstagabend den «Bären», nachdem die Verteilung der Kommissionssitze ergebnislos blieb. Was war passiert? Je zwei Mitglieder aller Stadtratsfraktionen trafen sich zur Verteilung der Kommissionssitze für die nächste Legislatur. Grösstenteils waren sich die Vertreter über die Zuteilung der Sitze auf die vier Fraktionen einig. Doch: Bei der Finanz- sowie der Bau- und Planungskommission – beide von grossem parteilichem Interesse – begannen die Unstimmigkeiten.

Die Forderung der FDP/jll-Fraktion

Es sei eine relativ frustrierende Sitzung gewesen, bestätigte der Anwesende Reto Müller (SP) auf Anfrage. Es müsse unbedingt noch bis zur ersten Stadtratssitzung zu einer Lösung kommen, sonst könne der Stadtrat bis zur dritten Sitzung im neuen Jahr keine ordentlichen Traktanden behandeln, befürchtet der SP-Stadtrat. Denn: Einigen sich die Parteien nicht, wird das Wahlverfahren kompliziert und die Kommissionen werden erst nach der zweiten Sitzung 2009 handlungsfähig (siehe Kasten rechts). Auch SP-Präsidentin Nathalie Scheibli würde die Verzögerung bedauern: «Die Finanzverwaltung beispielsweise könnte darunter leiden.» Stein des Anstosses war offenbar die Forderung der FDP/jll-Fraktion nach drei Sitzen in der Finanzkommission. Ohne ins Detail zu gehen, erklärte EVP-Präsident Daniel Steiner: «Gewisse Forderungen waren nicht akzeptabel.» Die übrigen Fraktionen seien damit nicht einverstanden gewesen. Er machte unmissverständlich klar, dass das Auftreten der FDP/jll-Vertreter auf wenig Gegenliebe gestossen sei.

«Ich verstehe, dass die übrigen Parteien nun auf uns einpreschen, da wir die Wahlsieger sind», erklärte FDP-Präsident Rudolf Lanz. «Jede Partei stellt doch ihre Ansprüche. Das können alle so handhaben, wie sie wollen.» Es sei alles halb so schlimm, versicherte er. Zur Verteilung der Kommissionssitze wurde eine zweite Sitzung vereinbart – vielleicht zeigten bis dahin einige Vertreter Einsicht, so Lanz. Namentlich spricht er die SVP an, die nach diesen Wahlen umdenken müsse. «Auch wir mussten uns in den vergangenen vier Jahren mit je einem Mitglied in den wichtigen Kommissionen begnügen.» Die SVP stelle zudem sowohl in der Finanz- wie auch in der Bau- und Planungskommission den Vorsteher. Das sei ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Die Ruhe des Stadtschreibers

Roland Christen, Stadtrat und SVP-Präsident war zum Kommissionsknatsch nicht viel zu entlocken: «Man wird sich noch finden.» Rudolf Lanz zeigte sich für die zweite Sitzung am 3. Dezember optimistisch. Weniger positiv beurteilt Daniel Steiner die Lage: «Ich weiss nicht, wie gross die Bereitschaft der Parteien zu einem Konsens ist.» Er hoffe aber, dass bis zur zweiten Sitzung hinter den Kulissen an einer Lösung gearbeitet werde. Ansonsten befürchtet er einen Imageschaden für die Stadt, die vorerst ohne handlungsfähige Kommissionen dastehen würde.

Stadtschreiber Daniel Steiner ist hingegen noch nicht beunruhigt. Auch er setzt darauf, dass die Parteien nochmals miteinander reden und sich finden. Er sei lediglich Moderator der Sitzung und habe kein Entscheidungsrecht. «Noch sind die Alarmglocken nicht auf Rot», sagte der Stadtschreiber. Dennoch: «Es wäre ärgerlich, wenn das politische System Langenthals wegen eines Kommissionssitzes aufgehalten wird.»

VERTEILUNG KOMMISSIONSSITZE

Der Stadtrat wählt jeweils zu Beginn einer Legislatur die Mitglieder von sechs Kommissionen (siehe Tabelle). Zu verteilen sind 48 Sitze. Gewählt wird im Proporzverfahren, also aufgrund der Wähleranteile der Parteien in den Gemeindewahlen. Der Proporz gilt allerdings nur für die gesamte Sitzzahl und nicht für die einzelnen Kommissionen. In der neuen Legislatur (2009 bis 2012) werden die Kommissionssitze somit wie folgt verteilt: SP/GL 16; FDP/jll 14; SVP 11; EVP/glp 7. Gemäss Stadtschreiber Daniel Steiner unterbreitet die Verwaltung den Parteien jeweils einen Vorschlag zur Verteilung der Kommissionssitze. In einer Sitzung wird dann darüber diskutiert. Die Parteien seien nicht gezwungen, sich an den städtischen Vorschlag zu halten, so Steiner. Erzielen sie keine Einigung, wählt der Stadtrat die Kommissionsmitglieder ohne Vorschlag. «Dann wird es sehr kompliziert, weil während der Abstimmungen immer darauf geachtet werden muss, dass der Proporz eingehalten wird. Das ist fast nicht lösbar», erklärte der Stadtschreiber. Der Vorteil der frühzeitigen Einigung ist laut Steiner, dass die Parteien bereits vor der ersten Stadtratssitzung mit der Rekrutierung der geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten beginnen können. (TG)


SITZVERTEILUNG IN VOM STADTRAT GEWÄHLTEN KOMMISSIONEN (2005 – 2008)*

SP/GL SVP FDP/jll EVP

Bau- und Planungskommission (7 Mitglieder) 3 2 1 1

Finanzkommission (7 Mitglieder) 2 3 1 1

Sozialkommission (9 Mitglieder) 3 2 3 1

Geschäftsprüfungskommission (7 Mitglieder) 3 1 2 1

Kommission für öffentliche Sicherheit (9 Mitglieder) 3 3 2 1

Volksschulkommission (9 Mitglieder) 4 2 2 1

Total 18 13 11 6

*ohne Vertreter anderer Einwohnergemeinden


Wähleranteile in Prozent

2004 35,42 24,25 25,58 **12,35

2008 31,80 22,39 26,83 15,53

**ohne glp

Samstag, 22. November 2008

Favorit?

I weiss noni.

Stadtlauf Langenthal

Eiskalt dieses Jahr. Bin froh darf ich Medaillen verleihen und muss nicht durch's Zentrum rennen.

Freitag, 21. November 2008

Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

Warum nur, begreifen das viele Hobby-Politiker und -innen einfach nicht?
Quelle: Berner Zeitung, Oberaargau, 20. November 2008

Dies sind Herr Muralt links und Herr Wüthrich rechts mit Bildern in der gestrigen Ausgabe der Berner Zeitung, die sie notabene selber haben auswählen dürfen. Beide wollen in Huttwil Gemeindepräsident werden. In der Auswahl der Bilder zeigt sich ein Klassenunterschied sondergleichen.

Herr Muralt zeigt sich auf seinem Bild auf dem Friedhof der Gemeinde, vor dem Massengrab ehhh... Gemeinschaftsgrab, zusammen mit einem Werkhofmitarbeiter mit betenden Händen. Er blickt auf ein Mäppli und scheint etwas zu erklären. Die Frisur gerät aus den Fugen. Was ist die Botschaft dieses Bildes?
Er erklärt auf dem Friedhof? Warum? Wieso hält sich der Gemeindearbeiter an den Händen? Muss er sich zurückhalten, damit er nicht tätig wird? Wieso nicht ein Bild, auf dem der Kandidat in die Kamera und zu den Lesenden blickt? Ein Präsident für alle. Und damit auch für die Toten? Wer als Politiker freiwillig eine solche Location für Wahlbilder bestimmt, ist entweder verlorener Anhänger der Gothic-Szene oder politisch wohl schon scheintot.

Ganz anders Herr Wüthrich. Er symbolisiert mit dem Bild die Eigenschaften, die er acuh textlich propagiert: Dynamisch, offen (in der Körperhaltung), freundlich, bereit, lebensbejahend und frisch. Er bleibt geerdet und hat Halt (siehe Hand). Er zeigt sich vor seinem künftigen Wirkungsort: dem Stadthaus mitten im Dorfkern Huttwils.

Widersprüchlicher könnten die Bildaussagen nicht sein. Auf der einen Seite der trauernde, vergangenheitsgewandte und herunterblickende Politiker. Auf der anderen Seite der offene, fröhliche und zukunftsorientierte Mann.

Man darf zumindest noch hoffen, dass Herr Muralt nicht auch noch einen Berater oder Fotografen für so eine Auswahl bezahlt hat. Meine Ratschläge wären günstiger. Ich wage mal zu behaupten nicht nur im Porte-Monnaie.

Möge der Bessere gewinnen: Adrian Wüthrich.

Donnerstag, 20. November 2008

Die Sitzung der langen Messer? Kommissionssitzverteilung

Heute Abend durfte ich einer Sitzung beiwohnen, die ich gerne gemisst hätte. Das Resultat ist nämlich niederschmetternd. 0. Das ist kein Vertippen. Das Resultat nach über eineinhalb Stunden war null.

Die Kommissionssitze werden in Langenthal nach dem Proporz unter den Fraktionen des Stadtrates verteilt. Das bedeutet: Jede Fraktion hat Anrecht auf eine bestimmte Anzahl Sitze, je nach Wahlresultat. Wohin, in welche Kommissionen diese aber verteilt werden, das ist Verhandlungssache zwischen den Parteien. Natürlich sollte der Proporz auch dort -nach meiner Ansicht und daher, dass dadurch der WählerInnenwillen befolgt wird - weitestgehend beachtet werden.

Im Empfinden der Politiker und Politikerinnen aus allen Fraktionen, die sich heute am Tisch nun also gegenübersassen, gab es unterschiedliche Wahrnehmungen in der Wichtigkeit der Kommissionen. Das trifft in der Realität auch zu, aber nie in dem Masse, wie sich heute Abend einige in die Sache hineinsteigerten, so dass am Ende - trotz langem Ringen - leider kein Kompromiss gefunden werden konnte.

Dass keine Lösung gefunden wurde, liegt massgeblich in der Tatsache, dass einige Personen gekommen sind, mit Ansprüchen, die ich - persönlich - für nicht statthaft halte. Schlussendlich drehte es sich darum, dass zwei grosse Parteien sich darüber nicht einig werden konnten, wer den Sitz in der einen Kommission nimmt oder gegenüber einem begehrteren Sitz in einer anderen Kommission. Es wurde zu aller Anfang fair diskutiert und hart verhandelt. Wir(SP/GL/JUSO) haben Hand gereicht für eine Lösung, wollen (wir verlieren 3 Sitze) aber nicht noch mehr Kompromisse eingehen, als das wir es schon haben - wollen zudem die Anspruch stellende - hauptsächlich besagte - Partei auch nicht in einer Vertretung von 43% (3 von 7 Sitzen) in ihrer Wunschkommission haben, da wir nicht goutieren, dass Geschäfte irgendeiner Kommission massgeblich aus einer Richtung "diktiert" werden - was nicht dem WählerInnenwillen entspricht.

Nun kommen wir zum eigentlichen Grund dieses Berichtes, denn solche politischen Konflikte und Peinlichkeiten, wie auch persönlichen Angriffe gibt es ja oft und ich hüte mich immer absolut, solche Dinge hier breit zu schlagen, auch wenn sie durchaus leserwirksam wären, da der Blog nicht dazu da ist, den Leuten den Eindruck zu vermitteln, alles was sie in meiner Gegenwart sagen würden, fände dann hier Niederschlag. Das ist äusserst heikel.
In diesem Falle liegt mein Eindruck anders: Es ist von gesteigertem öffentlichen Interesse, dass alle Parteien zur Räson kommen. Denn:

- Vor vier Jahren hat man in Würde und Anstand eine Lösung gefunden, die für alle Parteien (es gibt immer Verluste auf einer Seite) tragbar waren.
- Heute Abend wurde zu stur und zu harsch gefordert - auch zu einseitig. Diskutiert wurde zuweilen gar sehr persönlich. Sowas wie heute, musste ich mir noch nie anhören... Zwei Fraktionen reichten einander und den anderen die Hand für eine Lösung. Diese wurde nicht nur abgelehnt, sondern fürwahr verweigert.
- Ebenso handelt es sich bei diesen Gesprächen nicht um eine Sitzung mit Stillschweigen und Amtsgeheimnis. Eine Veröffentlichung der für alle peinlichen Situation führt nun hoffentlich zur Besinnung, denn...

... mit diesem Verhalten blockieren sämtliche Parteien die Stadt Langenthal. Wenn es so weitergeht, verlieren wir ganze 2 Monate im nächsten Jahr, in welchen wir keine ordentlichen Geschäfte erledigen können, da der Stadtrat über die Sitzverteilung (bzw. die Wahl in die umstrittene Kommission) entscheiden muss und alle anderen Wahlen des Parlamentes dadurch auf die nächste Sitzung verschoben werden müssen.

Und das nur, weil nicht alle haben können, was sie sich wünschten. Ich bitte, dass wir in der nächsten Runde die Lösung gütlich finden. Zweifle, aber hoffe doch sehr, dass diese Zeilen dazu beitragen. Zum Wohle der Stadt.

Was hat meine Stadt mit einem Joghurt gemeinsam?

Ich gebe zu, das Zitat, welchem ich diese Frage ableitete, ist weder von mir, noch neu. Trotzdem sorgte sie an der STADTkulTOURstattPOLITIK Veranstaltung, welche ich für "meine" Politikerinnen und Politiker organisierte, für Heiterkeit. Wie auch der ganze Abend. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Ich bin einfach stolz und dankbar für alle Künstlerinnen und Künstler, welche an besagtem Abend auftraten. Danke euch nochmals vielmals.
Ach ja, die Antwort: Sowohl Langenthal wie auch ein Joghurt haben eine aktive und lebendige Kultur.

Bericht aus dem Langenthaler Tagblatt:
Da er so ausführlich ist, findet ihr den Text unter den Bildern nochmals. Er hatte im Original nicht auf dem Scanner Platz. ;-) Danke Tägu. Einzig die Überschrift finde ich verbesserungswürdig. Kultur ist nie Platzfüller für etwas.


Bericht der Berner Zeitung:

Stadtrat: Kultur mangels Traktanden

Die für den Montag vorgesehene Stadtratssitzung wurde mangels Traktanden abgesagt. Als «Kontrastprogramm» lud Stadtratspräsident Reto Müller zu einer kulturellen Tour durch die Stadt. Dabei lernten die Politiker, was Langenthal und ein Joghurt gemeinsam haben.

OLIVIER ANDRES, Langenthaler Tagblatt


«WAS HABEN LANGENTHAL und ein Joghurt gemeinsam?» – Mit dieser Frage leitet Stadtratspräsident Reto Müller (SP) die jüngste Zusammenkunft von Mitgliedern des Stadtparlaments ein. Nicht harte politische Auseinandersetzungen, Beschlüsse über Ausgaben oder die Behandlung von Vorstössen stehen dabei für einmal im Vordergrund. Denn diese scheinen dem Rat vorläufig ausgegangen zu sein. Mangels Traktanden wurde die auf den vergangenen Montag angesetzte Sitzung abgesagt – ein Novum, das laut Gaby Heiniger vom Präsidialamt zumindest in den letzten acht Jahren nicht vorgekommen war.

WÄHREND EINIGE Stadtparlamentarier den freien Abend zu Hause geniessen, folgt rund die Hälfte der Ratsmitglieder Müllers Einladung zu einem kulturellen Alternativprogramm. Sämtliche Fraktionen sind an der «STADTkulTOUR stattPOLITIK» vertreten – doch keine vollzählig. In gewohnter Umgebung – dem Stadtratssaal der «Alten Mühle» – aber ungewohnter Sitzordnung – sämtliche Parteien bunt durchmischt – startet der Abend. «Der Staat muss die Kultur fördern, genauso wie er die Müllabfuhr finanziert; das Theater ist die Müllabfuhr für die Seele», zitiert Müller den Theaterintendanten Hansgünther Heyme – und lanciert damit dennoch eine politische Botschaft an dem ansonsten unpolitischen Abend.

DASS LANGENTHAL – auch dank staatlicher Unterstützung – genau wie ein Joghurt über eine vielfältige und aktive Kultur verfügt, wird den Stadträten an diesem Abend dank dem Engagement vieler Kunst- und Kulturtätigen gezeigt. Den musikalischen Auftakt macht Michelle Hess. Die Saxofonistin spielt eine Fantasie von Georg Philipp Telemann sowie einen Tango von Astor Piazzolla, bevor sie fürs «Oberaargauer Lied» an Samuel Kuert auf dem Waldhorn übergibt.

DER PFARRER SEI für diesen Abend «umfunktioniert» worden, sagt Müller. Ursprünglich hatte Kuert den Auftrag, an der vorgesehenen Stadtratssitzung eine «parlamentarische Besinnung» durchzuführen, nun sorgt er als Stadtchronist an der «STADTkulTOUR» für «historische Blitzlichter». Nach seinem Vortrag wissen die Politiker nun, warum auf dem Hochwacht-Turm die Langenthaler Fahne weht und dass die Stadt im 19. Jahrhundert ein eigentliches Rütli, eine liberale freisinnige Hochburg der Schweiz darstellte. Ob dies nach den neusten Wahlergebnissen bald wieder so sein wird, lässt das Referat von Samuel Kuert offen.

UNTER DER FÜHRUNG von Sam Herrmann schickt Reto Müller die Stadträte in die Kälte der Nacht. Mehrere Male habe sie bereits an Stadtführungen teilgenommen, erzählt «Kulturministerin» Paula Schaub (EVP), doch immer wieder erfahre und entdecke sie etwas Neues. Den meisten Stadtratsmitgliedern dürfte es gleich gehen wie der Gemeinderätin, doch alle hängen sie an Herrmanns Lippen und lauschen, wie dieser von der Geschichte der Mühle, vom «Stopp-Lisi» «mit den Oberaargauer Hüften» und vom Mörder im Bärestöckli erzählt. «Dieser war halt Jurist und erhielt nach der ersten Verurteilung Aufschub» – über die entsprechenden Lacher konnten auch die anwesenden Rechtsgelehrten schmunzeln.



DURCH DIE MARKTGASSE und vorbei an der extra für diesen Anlass voll beleuchteten Kirche – «ich dachte, dies mache sich für den Besuch des Stadtrats noch gut» – führt Herrmann die Politiker zurück in die Wärme des Nyffeler Kellers. Ein heisser Glühwein, die Bilder von Reti Saks und das Violinkonzert von Andreas Kunz rüsten die Stadträte für die letzte Station der «STADTkulTOUR».

NACH DEM BESUCH der Ausstellung von Matthias Gabi und Einlagen von Knackeboul und «Kris vo Bärn» klingt die etwas andere Stadtratssitzung im Chrämerhuus mit Filmen der Gebrüder Heiniger aus. «Die Kunst und Kultur im Rat hoch halten» – dieses Ziel ist Reto Müller spätestens nach diesem Kulturprogramm vom Montag gelungen. Was die Stadträte davon in den politischen Alltag mitnehmen, wird sich zeigen. Denn selbst das beste Joghurt ist irgend einmal ausgelöffelt. Für die Langenthaler Stadtkultur sollte dies jedoch nicht gelten.

Mittwoch, 19. November 2008

Baby Woodrose im Chrämi

Baby Woodrose (DK) im Chrämerhuus Langenthal ist definitiv immer wieder die Steigerungsform von laut, genial und am geilsten. Uuuh that rocks. Auch am Mittwoch....