Mittwoch, 31. Oktober 2007

SVP setzt weiter Druck auf.

"Die Wahlsiegerin hält in der Finanzpolitik an Maximalforderungen fest."
, hiess es heute im "Der Bund". Nebst einer Vorstellung von zukünftiger Bundesfinanzpolitik der SVP, welche sogar der FdP die Spucke vor Schreck gerinnen lässt, war unter dem Bild von Nationalrat Bruno Zuppiger folgender Text verzeichnet:



"Nationalrat Bruno Zuppiger zeigt Zähne."


Und nun rätsle ich seit Mittag, ob der Journalist dies mit Absicht so formuliert hat.

Zwischen den Zeilen lesend. Oder besser gesagt, in der Lücke...

Schafes-Koller

Gestern Morgen in aller Frühe nahm ich die erste Zeitung aus dem Briefkasten.
"Donnerwetter!", fluchte es durch meine Gehirnwindungen. "Können diese Leute jetzt nicht mal aufhören mit diesen Schafen."

Als ich die Zeitung dann ganz aufschlug, entriss es mir aus tiefstem Innern ein Lächeln.
Es beginnt sich selbst zu parodieren. Köstlich.

Montag, 29. Oktober 2007

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen

Die eidgenössischen Wahlen sind vorbei.
Noch nicht ganz analysiert.
Die Stadtwahlen vom 26. Oktober 2008 habe ich am Samstag, 27. Oktober 2007, zu planen begonnen.
Mit einer Analyse.

Wahlen kommen und gehen. Wichtig ist, dass wir endlich aus den Niederlagen lernen und auf die Gewinnerstrasse zurückkehren.

Meine Analyse:
1 Seite war kritische Betrachtung der Ausgangslage.
1/2 Seite war optimistische Betrachtung der Ausgangslage.
1 Seite war Chancen und Visionen
1 Seite waren Ideen zum bevorstehenden Wahlkampf.
1 1/2 Seiten waren bereits konkrete visuelle Projektideen.

Ich glaube so geht's vorwärts.
Mehr wird nicht verraten, denn ich staune immer wieder, wer alles hier liest.

Politisch korrekt: Nazis find ich ....


"Nazis find ich persönlich ja doch eher uncool..."
Gefunden hier.

FdP-Pelli als Vordenker der SVP...

...titelte Blick online heute und weiter:

"Der Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der immer mehr als SVP-Wortführer auftritt, meinte gestern gegenüber BLICK: «Wird statt Schmid ein SVP-Vertreter gewählt, der die Parteilinie vertritt, dann gehen wir deswegen nicht in die Opposition.»"

....

"Hauptvariante der SVP-Strategen ist allerdings nach wie vor eine Dreier-Abwahl im Dezember. Die Idee also, die Anfang Oktober FDP-Chef Fulvio Pelli öffentlich lanciert hat: Es wäre «gute Personalpolitik», wenn die drei Bundesräte Samuel Schmid, Pascal Couchepin (FDP) und Moritz Leuenberger (SP) gemeinsam zurücktreten würden.

Das war seit Jahrzehnten die erste FDP-Idee, die von SVP-Grössen begeistert aufgenommen wurde. SVP-Vizepräsident Toni Brunner sprach im Zusammenhang mit der Pelli-Idee in der gestrigen «Südostschweiz» von «Genialität». Mörgeli lobte sie im «Sonntag» in auffälligem Gleichschritt als «zukunftsweisend und staatspolitisch bedeutsam». Keiner vergass zu betonen, dass es sich beim grossen Wurf um Pellis Idee handle.

Wie viel süsses SVP-Gift verträgt der FDP-Chef noch? Pelli war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen."

Dumm gelaufen. Gell, Fulvio.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Wann ist ein Politiker ein guter Politiker?

Bei den nächsten Wahlen, die anstehen - die Stadtwahlen in Langenthal - bin ich selbst Teil der Kandidierenden. Der Vorstand hat aber auch den Wunsch geäussert, dass ich die Wahlen für die SP leite. Trotz der Schlappe von letztem Sonntag... ;-)

Und nun habe ich mehrere Konflikte, die ich mit mir rumtrage. Kann ich das, wenn ich selber kandidiere, wirklich und echt tun. Opfere ich mich nicht zu stark für alle und mache dann für mich selbst zu wenig (wie 2004). Bekomme ich da nicht Probleme, falls ich selber gewählt werden möchte? Und in der Art, wie ich nun mal bin, frage ich mich wieder grundsätzlich:

"Was ist ein guter Politiker?"

Sagt's mir.
Ich zweifle.


Politisch - überrascht - und so

Gibt es Dinge, welche dich noch überraschen?
Ich wurde seit Freitag 4mal überrascht.

Den Rücktritt von Hans-Jürg Fehr hatte ich so nicht erwartet. Es ist für die Sozialdemokratie aber eine echte Chance. Wenn wir diese denn nützen. Denn es war nicht Fehr allein. Diese Aussage wäre unfair.

Der Rückzug von Chantal Galladé zugunsten von Verena Diener im Ständeratswahlkampf in Zürich. Das ist ein grosses Zeichen einer vernünftig scheinenden Politikerin. Ich war positiv überrascht. Merci Chantal. Das nützt der Sozialdemokratischen Partei.

Die neuen Farben in der Küche des Chrämerhuus' in Langenthal. Meine Güte Rita und Masi. Das hätte ich nicht erwartet. Ihr habt eine Puppenstube eingebaut. Pink. Inklusive Barbiekutsche und Kenpferden. Ob ihr Stilikonen oder Farbbanausen seid, überlasse ich Kunstkritikern. Ich find's cool. Ich hoffe, dass ihr es noch anschauen mögt....
Ich werde dann euren Taten noch einen eigenen, liebevollen Post widmen, wenn ich eure neue Küche dann fotografiert habe.



An einer Kunstausstellungsfinissage mit gutem Weisswein traf ich heute eine GRAL-Wählende, welche sagte, dass sie doch besser hätte SP wählen sollen, da sich die kleinen Parteien zu wenig durchsetzen. Ich war überrascht und dachte mir: "Das hätte dir auch früher einfallen dürfen!"
Demos kratein.....
Aber sie sind doch immer wieder schön, die kleinen Überraschungen des Lebens....

Samstag, 27. Oktober 2007

Die Arena und ich - Ich und die Arena


Es war eine neue Erfahrung. Mein erstes Mal in der Arena. Wie oft in Fällen des ersten Males ist man unbegründeterweise recht nervös. Wo muss ich hin? Wie läuft das ab? Was kommt auf mich zu?

Was ich sagen will, wusste ich genau. Die Analysen und Gespräche mit den Parteikolleginnen und -kollegen brachten klar an den Tag, dass ich mich für eine reformorientierte SP mit zwei gleich starken Flügeln einsetzen werde. Doch - es ist gar nicht so einfach. Es geht alles im Fernsehen so extrem schnell. Gestern wurde ein Thema nach dem anderen lanciert und die Votanten wechselten in den einzelnen Themen ziemlich unkontrolliert hin und her. Irgendwie hatte es gestern in der Besetzung eher das Format eines Dienstagclubs.

Wenn man etwas sagen will, meldet man sich, wenn keine Kamera in diese Richtung zeigt. Die Redaktorin sieht diese Zeichen. Ich meldete mich ab der Hälfte beim Thema Jugend. Das Melden ist aber keine Garantie, dass man dran kommt. Dann wechselte das Thema zu, was die Kampagne im Ausland auslöste. Ich meldete mich nochmals. Und dann merkte ich, wie Urs Leuthard, der Moderator, mich rasch anschaute und wie die Kamera auf der Gegenseite bereits in Stellung ging und auf mich zeigte, als noch Urs Naville über die US-Berichterstattung des Wahlkampfes sprach. Ups... fuhr es mir durch den Kopf. Jetzt.

"Herr Müller von den ..... Sozialisten." ....aber Herr Leuthard. Sozialdemokraten sollte es heissen. ;-) Irgendwie fühlte ich mich verpflichtet nun auch noch etwas über den Wahlkampf zu sagen - so wie die beiden Vorredner - und das Einstiegsthema das vorher gepasst hätte, fast vollständig zu begraben. Also begann ich mit dem Wahlkampf. Mit den möglichen Auswirkungen auf den Patriotismus der Jugend, da eine Partei seit 12 Jahren mit Nationalismus Wahlkampf mache und hinterfragte die Zukunft einer offenen Schweiz, wenn diese Kampagnen so gnadenlos weitergehen würden und wechselte dann endlich auf das Thema, das ich mir von Beginn an vorgenommen hatte.

Während des Sprechens war ich völlig ausgeblendet. Jegliche Objektivität fehlte mir. Ich wusste nicht, ob es gänzlich schlecht rüberkam, was ich sagte oder ob es einigermassen ging oder gar gut war. Über den Einstieg, welchen ich echt in den letzten Sekunden, als die Kamera auf mich zu zielen begann, noch veranlasst sah, einzubauen, zweifelte ich bereits kurz nachdem ich gesprochen hatte und es kamen mir rund 4 andere Sätze in den Sinn, welche zu Beginn besser gepasst und gewesen wären, als das was ich sagte. Und dann wieder diese Schnelligkeit. Die Kamera ist da. Das Mikro kommt. Du weisst. Jetzt. Dann vorbei. Ende. Ein zweites Mal kommst du in der zweiten Reihe nicht dran....

Apéro & Essen.

Die ersten Rückmeldungen, welche per SMS und beim Gespräch mit Lukas Golder, Ursula Wyss, Roger de Weck, Vivien Jobé, Jacqueline Badran eintrafen waren positiv. Scheinbar hatte ich mit dem Einstieg die ganz Linken begeistert und die gemässigte Linke nicht gerade erfreut, da es schwierig ist, mit Zukunft und Ängsten betreffend eines steigenden Nationalismus positiv zu politisieren, hingegen mit dem zweiten Teil die reformorientierte Mitte der Partei sehr glücklich gemacht und die ganz Linken mit einem undogmatischen, offenen, lösungsorientierten Kurs konfrontiert. Und das aus dem Mund eines "jungen" Mannes...

Ja. Die Partei hat zwei Flügel. Aber sie hat diese schon immer gehabt und nicht erst seit Sonntag. Diese Breite macht auch eine grosse Qualität und Themenvielfalt der SP aus. Es braucht beide. Gestern habe ich scheinbar den Spagat gemacht. Da ich den physisch und real auch kann, geht das ja zuweilen. Ausserdem muss man die Wirkung meines Votums betrachten. Die Einschaltquoten gestern waren bestimmt gering - mich persönlich dünkte die Arena insgesamt eher flau. Obwohl Ursula Wyss und Roger de Weck waren genial. Franz Steinegger auch nicht schlecht. Ehrlich gesagt. Zudem: Mein Anteil an 1h30min Sendung war circa 30 Sekunden lang. Und ich mach mir wohl, wie immer, viel zu viele Gedanken. Selbstreflexion ist eine Kunst, aber zeitweilen auch eine Belastung. Ich weiss aber, dass ich es ein nächstes Mal - falls es dies geben wird - noch viel besser machen werde.

War doch gar nicht so schlecht für einen C-Liga Politiker, der sich veranlasst sah, für die SP nach dem Debakel den Kopf hin zu halten. Inmitten von Profipolitikerinnen und -politikern. Profiexpertinnen und -experten. Studierten Menschen.

Müller. Lehrer. Stadtrat. Sozialdemokrat.... mehr nicht. Scho fasch e Büezer, gäu.



Arena. Apropos. Ich komme nach 1h02min.

Freitag, 26. Oktober 2007

Wie kommt man in den Nationalrat?

Dieser Frage widmet sich Leserbriefschreiber Christoph Barnsteiner aus Riedholz im heutigen Langenthaler Tagblatt:

"Was braucht es, dass Mann/Frau Nationalrat/rätin wird?

Genügt es wirklich, wenn an jedem Strassenrand drei Ster Holz stehen und man/frau die Bauernlobby hinter sich hat?"


Interessante Aspekte. Gäbe bei dieser Fragestellung aber wohl nur eine simplifizierte Analyse als Antwort. Obwohl man bei der Betrachtung hier und hier (Letzterer scheint nicht mal eine Homepage zu besitzen) schon geneigt ist, einfach zu bejahen.
Achja.... Wer einen Eishockeyclub präsidiert hat auch gute Chancen. Hier, hier und hier.

Parteiversammlung SP Langenthal und mehr....

Gestern Abend hatte die SP Langenthal geladen. Insbesondere zur Wahlanalyse mit Vortrag meiner Wenigkeit und Apéro.
Es kamen enorm viele Mitglieder. Die Wahlen haben bewegt. Oder war es der Apéro?
Ich mutmasse bloss.... Die Genossinnen und Genossen (schrecklich alte Begriffe...) wollen Gründe wissen, welche es noch nicht gibt und sie wollen sich wie so viele mitteilen, wie es weitergehen soll.
Der Kurs wird immer wichtiger. Ich finde die Menschen werden immer wichtiger. Wir müssen Themen und Personen aufbauen. Charismatischer werden. Meine Meinung hierzu kennt ihr aber bereits.
Schlussendlich musste ich als Fazit ganz persönlich eingestehen: "Ich dachte echt, dass Nadine es schafft." Als wir im Januar starteten, hatte ich nicht damit gerechnet, dass es so abgehen würde und es uns in Teamarbeit mehrerer Personen und vor allem von ihr selbst, wirklich gelingt, jemanden derart zu profilieren.

Heute und 138 Medienartikel seit 25. Januar 2007 aus folgenden Printerzeugnissen:
MLZ, BZ, Sonntag, Blick, heute, 20 Minuten, Le Matin, Der Bund, Sonntagsblick, Le Quotidien Jurassien, L‘Hébdo, NZZ, Tagesanzeiger, Basler Zeitung, Le temps, Coop Zeitung, St. Galler Tagblatt, Facts, .ch
sowie diversen anderen Medienauftritten bei Funk und Fernsehen, bin ich eines besseren belehrt.

Alle meinen, wir hätten Grossartiges geleistet. Und doch... es hat nicht gereicht. In 4 Jahren müssen wir wieder Sitze gewinnen!

Sehr amüsant war dann auch der Apéro. Die heutigen Kopfschmerzen zeugen von einer gewissen Unvernunft meinerseits. Nach dem Apéro der SP ging's mit einem Freund noch weiter ins Lakuz.
Dort traf ich auf einen Luzern-Heimwehlangenthaler. 3 Biere und eine lockere Analyse der Wahlen später - in welche sich lästigerweise immer wieder GRAL-Wähler einmischten ;-) - lief ich zu ihr in den Bären. Kulturschock. Vom Lakuz in den Bären. Das sind Welten im Abstand von circa 700 Metern. Von lockerer Analyse mit Kollegen zum Tisch von Andreas Thiel.
Ich war kulturgeschockt und die anderen wohl ob meines sehr erheiterten Zustandes. Soll vorkommen... heute büsse ich es. Zum Glück steht nichts Wichtiges in meiner Agenda.... es ist ja bloss die zweite Reihe in der Arena, da wird man die Augenringe nicht sehen.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Wie sag ich's meiner Mutter...

"Wie sag ich's meinem Kinde." - als (aus)gebildeter Pädagoge ist dies mein täglich Brot und nur manchmal ein Problem. Ganz anders, wenn ich meiner Mutter die heutigen Kommunikationstechnologien erklären soll?
Gestern:
"Du, Reto, was ist ein Podcast?"
"....blablabla...."
"Weisst du, Mam, was ein Blog ist?"
"Nein. Das macht mich kirre, wenn ich so Zeugs nicht mehr weiss."
"Das ist meine neue Homepage. Eine Art Online-Tagebuch."
"Ich kuck's mir mal an."
Heute kam ihr ernüchtender Kommentar.
"Ist ja wahnsinnig dein neuer Internetauftritt. Wolltest du dich nicht gleich beim Duschen filmen und das dort reinstellen?"
Nun. Die Kritiker gehen mir scheinbar nicht aus. Und ich weiss jetzt auch, warum andere ihre Verwandten nur spärlich oder gar nicht in die Blogosphäre einweihen. Zudem muss ich mir immer von Neuem überlegen, was ich schreibe und was lieber nur in meinem Hirne verbleibe. Zeitweilen eine Gratwanderung.

Aber dieses Bild hier ist nun meinem Mami (die beste von allen) gewidmet. ;-)


Übrigens. Man fände auch Bilder von duschenden Menschen im Internet. Aber so was wollte ich euch weder antun, noch unterstützen....
bleibt sauber.

Neue Projekte - alte Probleme in der SP

Ich gehe davon aus, dass durch diesen Wahlsonntag relativ viele neue und junge Menschen politisiert wurden. Diese gilt es jetzt für die Partei zu gewinnen. Ich dachte an eine Broschüre mit klarem Inhalt und knackigem Design. Etwas das nebst papierigem Nichts effektiv versucht, Junge für die Politik anzusprechen. Ist mit einem Flyer schwierig... ich weiss....

Hierfür habe ich mich heute Nachmittag erst einmal auf die Suche nach Mitteln innerhalb der Partei gemacht. Es war schwierig. Nach Wahlen ist man meist recht abgebrannt und da ich für diese Sache unsere "jungen" PolitikerInnen einspannen möchte, nämlich: Sie, sie und sie, musste ich mir erst einmal anhören, dass es jetzt dann mal genug sei immerzu mit der Promotion unserer jungen Köpfe. Es gebe da noch andere....

Obwohl Nadine's nicht ganz geschafft hat, ist sie da einigen gehörig auf den Schlips getreten, da sie um einiges besser abschnitt. Ich habe keine Angst. Ich werde zum Projektgeld kommen und wie bereits Oscar Wilde sagte:
„Jeder Erfolg, den man
erzielt, schafft uns einen
Feind. Man muss
mittelmäßig sein, wenn
man beliebt sein will.“
Ich mag sie nicht. Die Mittelmässigkeit. Das Leben ist zu kurz für halbe Sachen. Dann lieber unbeliebt.

Der neue/alte Kurs der SP

Über den künftigen Kurs der SP diskutierte ich heute Mittag rund 45 Minuten mit. Es ist gar nicht so einfach. Viele werfen der SP nach der Schlappe vor, sich bei wichtigen Themen um eine Antwort gedrückt zu haben. Ausländerintegration, Sozialhilfemissbrauch, etc. Ganz vom Tisch zu wischen, sind diese Anwürfe nicht. Sie stimmen aber auch nicht ganz. Und genau dies ist das Problem in der SP. Man hat viele Dinge gemacht, einige Themen angerissen, aber diese nicht bis zum bitteren Ende durchgetreten. Wenn die SVP etwas anreisst und wohl auch selber weiss, dass es Müll ist, ziehen sie es durch. Auch wenn sie es übetreiben. Dieses Übertreten der Themen um (immer) mindestens 1 Schritt zu viel, ist aber auch nur der SVP gestattet. Alle anderen Parteien würden ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

Ihr merkt. Ich habe keine konkrete Antwort auf alle Fragen, wie die zukünftige SP aussehen soll. Aber eins ist klar.

Klare Meinungen und starke Persönlichkeiten müssen nun her. Ich wünschte mir mehrere Simonetta Sommarugas für unsere Partei.
Welchen Kurs soll die SP dann fahren? Mehr links oder reformierter in Richtung Mitte? Oder spielt das mit guten Leuten, die ihre Politik glaubwürdig vertreten werden, dann überhaupt noch eine Rolle?

Dienstag, 23. Oktober 2007

SP / JUSO - wie weiter?

Die grosse Verarbeitungsphase beginnt.

Erst einmal:
Um euch zu beweisen, dass ich eurem Abstimmungswunsch bezüglich meines Wahlkampfbartes entsprochen habe, ist hier noch ein Link zu einem Teil der Tagesschauhauptausgabe von gestern Abend verzeichnet, in der ich und andere mit schockierten Gesichtern zu sehen sind. Neben mir sie und sie. Aber auch er und er.

Dann einmal:
Muss man sich nun wieder vorwärts wenden. Schlimm genug, dass ein ultrarückwärtsgewandter 25-jähriger AUNS-JSVP-St.Gallen-LukasReimann die neue Legislatur eröffnen wird. Nach Ursula Wyss 99 und Evi Allemann 03 wird diese Eröffnung für mich - wie eine Ohrfeige - im Gehör lange nachschallen.

Zudem einmal:
Braucht es in der SP nun auch eine sehr selbstkritische Analyse und dann müssen zukunftsorientierte, reformwillige (neue) Köpfe und Themen das künftige Gesicht und die Politik der SP prägen. Natürlich wurde bereits am Wahlabend darüber diskutiert, welche Richtung die SP im Kanton Bern nun zu gehen habe. Und alle finden sich in ihrer Meinung bestätigt, dass man den selbstbevorzugten Kurs hätte wählen müssen. Ich denke so. Ein hervorragendes Interview von Nadine Masshardt und Adrian Wüthrich.

Weil einmal:
Liegt in der Krise auch eine grosse Chance. Viele Sektionen der SP serbeln vor sich hin. Viele Junge interessierten sich nicht für die Politik. Viele Menschen wurden durch diese Wahlen nun aufgerüttelt. Wir brauchen euch. Eine Stärkung der Partei muss in den nächsten 4 Jahren mit einer dringenden Neuwerbung von Mitgliedern einher gehen. Die Leute sind nach diesem schrecklichen Wahlkampf sensibilisiert. Diese Menschen und ihr künftiges Engagement müssen wir nun fassen. Bekennt Farbe und helft die Zukunft der sozialen, ökologischen und offenen Schweiz mitzugestalten.

Montag, 22. Oktober 2007

Wahlen - zwischen Erfolg & Misserfolg

Wie viel liegt empfindungsmässig zwischen Erfolg und Misserfolg?
Die JUSO waren im Vergleich zu vor vier Jahren um insgesamt 4 Listenplätze besser. Das wäre ein Indiz dafür, dass wir als JUSO einen guten bis sehr guten Wahlkampf führten.
Insgesamt verlor die SP, JUSO und Gewerkschaftenliste aber 6,9% Wählerstimmenanteil. Was 2 Sitze kostete.

Bestimmt ist dieser Verlust an Stimmenanteilen auch darauf zurückzuführen, dass die grossstimmensammelnden Simonetta Sommaruga und Ruedi Strahm dieses Jahr der SP auf den Listen fehlten. Wäre Simonetta auch auf der NR-Liste gestanden – was man aber nicht glaubwürdig verkaufen kann – hätte man auf der Frauenliste den 4. Sitz sehr wahrscheinlich gehalten. Wäre die Liste um 1,7% besser gewesen, hätte man den 4. Sitz auch gehalten. Es liegt manchmal sehr wenig zwischen Erfolg und Misserfolg.

Eigentlich könnte man auch zufrieden sein und sagen: Sehr gute Ergebnisse haben die JUSO erzielt. Leider hat man für das Wahldebakel der gesamten Liste den Sitz einbüssen müssen – unser Wahlkampf war gut. Evi Allemann landete schliesslich 1999 mit ähnlichen Voraussetzungen, nämlich mit 21 Jahren und etwas mehr als einem Jahr Grossratserfahrung auf dem 2. Ersatzplatz und wurde dann 2003 gewählt, sowie gestern grandios bestätigt. Nadine ist nun mit 23 Jahren und etwas mehr als einem Jahr Grossratserfahrung auf dem 1. Ersatzplatz... das bedeutet für mich, wenn sie in 4 Jahren nochmals antritt, schafft sie es, wenn sie es denn noch will....

Man könnte somit sagen eigentlich gut oder zumindest nicht katastrophal für uns gelaufen. Ich sag' aber immer noch Misserfolg. Grundstimmung bleibt. Aber mit diesen Zeilen gelingt die Verarbeitung des gestrigen Debakels - Wort für Wort.

Wahlen = eine Katastrophe & grosse Enttäuschung

Manchmal verschlägt es auch mir die Worte...
Ich bin enttäuscht. Ich habe es nicht geschafft, dass die JUSO einen Sitz macht. Nadine wurde 4. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab's aber auf Grund der Wählerstimmenverluste nur noch je 3 Plätze auf beiden Listen. Diese vereinnahmten bei den Frauen die Bisherigen. Die JUSO schnitten sonst insgesamt in den Listenplätzen besser ab, als in den Vorjahren. Rahel wurde hervorragende 6. Ädu W. sehr guter 11. und Adi D. immerhin 19. Normalerweise wurden die JUSO-Männer sonst in etwa zweitletzte. Doch der JUSO Sitz ist weg. Das ist es, was zählt.
Ich bin enttäuscht.
Über mich. Über die Wählenden.
Ja. Ich nehme so was persönlich. Wie sehr hätte ich der JUSO, hätte ich Nadine den Sitz und den Erfolg gegönnt.
Meinem Palmarès wird es jetzt angelastet werden, dass die JUSO in diesem Jahr den Sitz nicht schaffte. Die Umstände sind mir egal. Sitz ist Sitz. Weg ist weg.
Ich bin enttäuscht.
Ich frage mich, ob man mehr hätte tun können, um den Sitz zu holen....

Sonntag, 21. Oktober 2007

noch 2 Stunden bis zur ersten Hochrechnung

Nun. Heute ist es so weit. Es ist schon erstaunlich. Dieses Datum, 21. Oktober 2007, ist so prägnant verinnerlicht, dass es mich immer sehr verblüfft, wenn es dann wieder mal so weit ist. Obwohl man immer weiss, dass es kommen wird. Irgendwann...

Ich wollte heute bis 9 Uhr Ausschlafen. 7 Uhr war Endstation.
Auf meiner Nervositätsskala sind bereits zwei von etwa fünf Symptomen aufgetaucht und das zu einem frühen Zeitpunkt. Das kann ja heute noch heiter werden.

Ich habe heute auch zurückgeblickt auf die letzten grossen Projekte:

  • Ich habe eine Einradweltmeisterschaft in Langenthal organisiert mit 1000 Teilnehmenden aus 26 Ländern der ganzen Welt.
  • Fazit: Verrückt, enormer Verschleiss, unglaubliche Erfahrungen und Kontakte in alle Welt.
  • Ich habe die Stadtwahlen 2004 für die SP organisiert.
  • Fazit: Klappte ganz gut, Schwierigkeiten in der Kommunikation, guter Einstig in Wahlorganisationen.
  • Ich habe die Wahlen für die JUSO Kanton Bern 2007 geleitet.
  • Fazit: Klappte ganz gut, Schwierigkeiten in der Unterstützung zu Beginn durch Mutterpartei, rasche Fokussierung der Medien, Mobilisierungsprobleme der eigenen Jungen, hervorragende Medienpräsenz, sehr guter aktiver Kern. Mit kleinem Geldaufwand - eine grosse Wirkung erzielt.
Bis jetzt fand ich viele, welche schon mal die Wahlen für die JUSO Kanton Bern leiteten, die mir zu Beginn sagten: "Ich würd' es nie mehr tun."
Vielleicht haben sich diese Leute auch noch mehr aufgeopfert, als ich, aber ich denke:
"Ich würde es wieder tun."
Einige Dinge müsste ich ändern. Aber diese bleiben der internen Analyse vorbehalten.

Aber meine Zeit in der JUSO ist gezählt. Geistig & politisch ticke ich bereits ziemlich weit weg von einigen 18-Jährigen in unserer Partei....
Es ist nun Zeit, dass andere ans Ruder kommen.

Samstag, 20. Oktober 2007

zuuuu kalt... brrrr....

Am liebsten würde ich mir sämtliche Pulswärmer, welche wir heute noch in Bern verteilen um alle Gelenke und sogar den Kopf wickeln! Ist das aber kalt heute. Die Finger und Zehen spürt man nicht lange. Jammern will ich nicht. Immer wieder schlägt einem in Bern freundlich warme Sympathie entgegen und gar das eine oder andere "Merci." Und da ich bis in die Nacht hinein einem mittelmässigen Konzert von "Skywriter" aus Dänemark und einem hervorragenden Gin frönte, ist eine gewisse Restwärme im Körper verblieben.

Wenn sich dies bloss nicht in Krankheit rächt....
deshalb gönn ich mir jetzt im Vatter einen Kaffee und diesen Eintrag.
Zieht euch warm an und geht noch wählen.

Freitag, 19. Oktober 2007

Schlussmobilisierung

2 Tage vor dem Touchdown geht es noch darum, die letzten Unentschlossenen und möglichst viele Wahlverdrossene an die Urne zu peitschen. Thomas Christen, Parteisekretär der SP, hat hierzu gleich eine ganze Liste verfasst.
Ich veröffentliche seine Email als Gastblogbeitrag. Schliesslich habe ich mit solchen schon gute Erfahrung gemacht.
Die extra eingerichtete Homepage ist auch nicht übel - ausser man ist Flash-hassend - obwohl ich mich fragte, ob die Polarisierung in SVP und SP echt noch vorangetrieben werden muss.... Nu denn. Ich hoffe, dass ihr alle wählen geht. Ich steh morgen Samstag nochmals von 09 bis 16 Uhr auf den Strassen Berns, um genau die rund 70 Prozent anzusprechen, welche noch nicht gewählt haben. Im Moment ist noch vieles möglich und offen. Wenn ihr uns unterstützen wollt, so berücksichtigt bitte die 3 Punkte von Thomas. Wenn ihr nicht für euch selbst zu wählen gedenkt, so tut es für mich, denn ich verlier einfach nicht gerne. Danke.

Text & Bild von Thomas Christen:

Noch drei Tage bis zum Wahltag. Höchste Zeit, noch einmal alle unseren Bekannten zu mobilisieren und an die Urne zu bringen. Denn fast zwei Drittel haben noch nicht gewählt. Die meisten von Ihnen würden SP wählen.

Nach dem 15-Millionen-Ablenkungsmanöver der SVP um Geheimpläne und Schafe geht es noch einmal darum, die Themen ins Zentrum setzen. Und die relevanten Fragen zu stellen. Deshalb haben wir die Website www.die-entscheidung.ch aufgeschaltet. Es stellt sich die Grundfrage: Welche Schweiz wollen wir? Eine soziale, offene und ökologisch Schweiz? Oder eine isolierte, unsoziale und fremdenfeindliche Schweiz.

Mit folgenden drei Schritten kannst Du einen Beitrag zum Wahlerfolg leisten:

1. Verschicke heute noch deinem gesamten Adressverteiler ein Mail mit dem dringenden Aufruf zur Wahlteilnahme und der Bitte, dies weiterzuleiten.

2. Schicke an 10 Dir nahe stehende Personen, die möglicherweise noch nicht gewählt haben, ein SMS mit der Bitte, wählen zu gehen.

3. Rufe drei dieser 10 Personen noch einmal an und vergewissere Dich, dass sie wirklich wählen gehen. Notfalls mit deiner Unterstützung, wenn sie nicht genau wissen, wie man einen Wahlzettel ausfüllt.

Herzlichen Dank für dein Engagement für eine soziale, offene und ökologische Schweiz. Es lohnt sich. Wenn wir alle diese drei Aufgaben erfüllen, können wir diese Wahlen gewinnen.






Thomas Christen
Generalsekretär der SP Schweiz

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Wahlschlussnervosität

Irgendwann kommt sie immer.
Ich höre sie.
Ich spüre sie. Ein leichtes Unwohlsein. Eine Ungewissheit. Ich bin dann froh, wenn das Ergebnis irgendwann in der Nacht auf Montag da ist. Und wiederum frage ich mich, wieso dass ich diesen "Job" übernommen habe. Es ist eine Verantwortung und meist merke ich, dass ich an mich den Anspruch stelle, der Beste zu sein und es auch noch allen Recht zu machen. Unbewusst der grossen Last und abgesehen von äusseren Umständen, die nicht beeinflussbar sind, will ich Erfolg haben - für die anderen und für mich als Bestätigung. Ich glaube, wir haben sehr viel herausgeholt mit den Mitteln, die uns zur Verfügung standen. Aber es täte mir echt für all die Helfenden sehr Leid, wenn dies nicht reicht, uns zum Ziel zu führen.
Was bringt mich so ins Grübeln? Vor mir ausgebreitet sämtliche Beispiele, Karten, Plakate, Inserate und Zeitungsartikel über den Wahlkampf der SP und JUSO Kanton Bern. Alles was ich erhalten & sammeln konnte. Ich habe es mir angewöhnt eine kurze Analyse, was gut und was schlecht lief, jeweils vor den Wahlen zu notieren. Das Ergebnis beeinflusst die Analyse sonst zu stark. Und ich merke, wie viele Stunden da in diesen Sachen sind. Wie viel Energie und Geld rein gesteckt wurde. Wie viele Hoffnungen vorhanden sind und wie manche Enttäuschung es in der Nacht auf Montag geben wird. Manchmal denke ich, ich sei zu sensibel für diese Momente der Politik.

Gegen Wahlnervosität & Enttäuschungsangst helfen nur 2 Dinge, welche sie aber nicht erfreuen.

Normalerweise rauche ich nicht....
aber das kindliche Nuckeln an diesem Glimmteil beruhigt.
Mein Schoggikonsum ist so hoch wie nie. Das hilft. Hmmmm....
Und noch etwas:

Lachen. Zufrieden sein. Optimistisch sein. Musik oder Sport machen. Tanzen und sich bewusst sein, dass man das Leben leben soll und das Beste aus diesem Geschenk zweier Menschen, die sich liebten, rausholt. Mir näh di mit uf üse Wäg.

Moritz Leuenberger: "JUSOs raus!"

Ich habe immer noch Freude, dass er, der Bundesrat himself, hier schrieb. Für oder gegen uns oder wie auch immer. ;-) Literarisch brillant. Gekonnt. Grosse Klasse. Merci tausend, Moritz. Ich nehme an, es ist eine Anerkennung dafür, was wir in der JUSO Kanton Bern in den letzten Jahren für die SP leisteten. Ursula Wyss, jetzt Fraktionspräsidentin der SP, Evi Allemann, noch jüngste Nationalrätin und in diesem Jahr wiederum ein guter Wahlkampf und eine aussichtsreiche Kandidatur um erneut das jüngste NR-Mitglied zu stellen.

Wir schuben diese Woche nochmals Vollgas. Die 70 Stunden Schlussaktionen beginnen. Die Pulswärmer gehen weg, wie warme Weggli. Wir haben innerhalb der letzten 10 Tage fast problemlos 5000 Stück verteilt. Vor allem versuchen wir damit Junge anzusprechen, welche noch nicht gewählt haben und sie noch an die Urne zu bewegen. Im Moment sind wir überall und ich merke es auch an meiner Energie. Es zehrt nochmals, aber diese Zeit jetzt ist extrem entscheidend. Jetzt oder nie. Vollgas. "JUSOs rein! - Geht Wählen!"

Auf der anderen Seite scheint mir meine eigene lancierte Wahl über den Wahlkampfbart in die Hose zu gehen. Irgendwie hat es dort den Zwischenstand der ersten 20 Abstimmenden rausgehauen. Bis gestern stimmten 5 für EDU-Oberland, 8 für grünen Wildwuchs und 7 für Wirtschaftsglattheit. Im Moment zeigt es bei mir aber nur die 4 "Glatten" an. Technik.
Hoffentlich klappt's beim Bund nächsten Sonntag besser....

Dienstag, 16. Oktober 2007

Moritz Leuenberger gastbloggt bei mir - "JUSOS raus!"

Text von Bundesrat Moritz Leuenberger, Bild Edouard Rieben.

JUSOS raus!

Als ich in den Bundesrat eintrat, das war vor vielen Jahren, die heutigen Mitglieder der JUSO waren allesamt noch gar nicht auf der Welt, wurde mir feierlich das „Aide-mémoire für Mitglieder des Bundesrates“ übergeben. Auf dieses musste ich dann vor der Bundesversammlung den Eid ablegen, denn es hält die Pflichten und Verhaltensweisen der Bundesratsmitglieder fest. Darin steht z.B., wer wem wann kondoliert, wer an einer Trauerfeier teilnimmt, falls ein „Direktor eines internationalen Amtes in der Schweiz“, ein „Bischof“ oder der „Stadtpräsident von Bern“ sterben würden. Es steht auch, was geschieht, wenn ein Bundesrat ein Verbrechen begeht (also zum Beispiel das Aide – mémoire nicht einhält).
Ebenso sind die Auftritte an Parteiveranstaltungen, insbesondere vor den Wahlen, geregelt. Eine Teilnahme an gesamtschweizerischen Versammlungen der eigenen Partei steht einem Bundesrat offen, „selbst wenn solche Veranstaltungen kurz vor den Nationalratswahlen stattfinden. Dabei darf auch das Wort ergriffen werden.“

Bei kantonalen und regionalen Parteiveranstaltungen, welche „kurz (ca. 2 Monate) vor kantonalen Wahlen stattfinden, dürfen die Mitglieder des Bundesrates das Wort nur zu eidgenössischen Abstimmungsvorlagen ergreifen“.

Wie wir alle wissen, halten sich ja alle Bundesratsmitglieder total strikt an diese Regeln, welche dem Gedanken der Kollegialitätsbehörde entspringen, die über jeden Parteiinteressen stehen.

Mir käme es also nie in den Sinn, mich in irgendeinen Wahlkampf einzumischen, ich halte mich ans Aide-mémoire. Für die JUSO Reklame zu machen, ist für mich deshalb völlig abwegig. Das würde mir ja auch niemand abnehmen angesichts der ständigen Rücktrittsforderungen an meine Adresse.

Selber war ich auch ja gar nie JUSO-Mitglied.

Mir ist nur eines wichtig: dass die jeunes citoyennes et jeunes citoyens überhaupt wählen gehen.
Die JUSO Bern stellt für den Nationalrat engagierte Kandidaturen. Das ist begeisternd, aber das ist keine Wahlempfehlung, sondern eine objektive Tatsache.

Die JUSO sollen sowieso nicht von Älteren gepusht werden, schon gar nicht durch einen SPler. Wäre ja verheerend, wenn sie das nötig hätten. Sie sollen sich vielmehr gegen vorzeitige Kompromisslerei und Verkalkung immunisieren und sich dazu im Bad der Reaktion stählen. Erst das formt und schärft den revolutionären Geist.

Ich halte mich deshalb strikte ans Aide-mémoire. Keine Wahlempfehlung für die JUSO, im Gegenteil, ich halte es mit den drei weissen Schafen und blöke im Dreiviertertakt:
JUSOS raus - aus der Opposition

Es bleibt natürlich die Fragen, wohin sie denn sollen. Bleibt eigentlich nur das Parlament… Nein, ich mache keine Werbung. Das Aide mémoire verbietet es.

Moritz Leuenberger

Willkommen im politischen Alltag

Ferien vorbei.
05.15 Uhr aufgestanden.
05.48 Uhr Priska an den Bahnhof gestellt, damit sie Flyern gehen kann.
06.00 Uhr Letzte Vorbereitungen in der Schule.
07.30 - 17.00 Uhr Neun Lektionen Unterricht gegeben.
18.00 Uhr Geschäftsprüfungskommissionssitzung dann ab
20.40 Uhr nahtlos Fraktionssitzung der SP Langenthal
23.20 Uhr nach Hause gehen mit Priska am Ohr.
23.45 Uhr Mails beantworten.
00.15 Uhr Diverse Kommentare auf anderen Blogs hinterlassen.
00.30 Uhr Hier einen Eintrag schreiben.

Ich bin so was von müde.....
zudem bremste mich die heutige Politkultur in Langenthal nach mehreren Wochen politischer Überholspur auf Kantonsebene arg auf lokale Tempo 30 herunter. Meistens finde ich es ja schön und beschaulich hier in der "einfachen" Lokalpolitik. Heute hatte ich aber mit den langfädigen Diskussionen echt Mühe....
Habe ich eventuell bereits Blut geleckt im Polittagesgeschäft?
Kann nicht sein. Bin ja Vegetarierer.
Gute Nacht.

Montag, 15. Oktober 2007

Ich war bei der jSVP...

... mit meinem Blog auf der JSVP-Webseite als Beispiel von links verzeichnet.
Ein Freund machte mich am Samstag darauf aufmerksam. Der Wortlaut sei in etwa gesehen. "Wenn ihr mal dem linken Spinner im Kanton Bern "zuhören" wollt, dann schaut euch seinen Blog an."

Super cool. Nach den Winkleriedern bereits die zweite Fangruppe. Mein Freund war so was von extrem neidisch. Er möchte doch am liebsten selbst das Negativbeispiel der JSVP sein. Das ist eine grosse Ehre. Ich war so geschmeichelt und wollte den Beitrag hier verlinken. Doch er wurde scheinbar gelöscht. Er ist nirgendwo mehr zu finden. Es war wohl doch zu viel Ehre für einen kleinen Sozi - ein kleines Rädchen - irgendwo im System. Ich hätte Freude es mit eigenen Augen zu sehen.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Reto unter Sportlern

"Reto unter Sportlern...."

Dies sagte mir mein Trainer im Volleyball am Ende des Trainingsweekends und
"...ich denke, du wirst das Wochenende auch Morgen noch spüren."

Normalerweise ist dies eher mit einem Hang-over der Fall... aber eben. Nachdem ich nun etwa 5 Monate wegen Musik und Politik nicht mehr im Training war, startete ich meine "Bloss-nicht-zu-dick-werden -und-einigermassen-fit-bleiben -und-Spass-dran-haben" -Volleyballsaison also gleich mit dem Trainingslager.

Da sich der Muskelkater bis in die Finger vorgewagt hat, schreib ich hier nicht mehr weiter...

Bilder aus besseren Zeiten. Ich bin die Nummer 3. Schliesslich lehrt uns die Werbung...
Achja. Und ich bin linksaussen Angreifer. Wen wundert's? ;-)


Freitag, 12. Oktober 2007

schwarzes Schaf am Handy

Heute hatte ich im Briefkasten eine ganz nette Überraschung. Eine Postkarte mit einem kleinen schwarzen Schaf dran. Ich glaub so was montiert man ans Handy. Was ich denn auch gleich tat.
Dazu folgender Text:
"Lieber Reto M.
"Black is beautiful" - trotz der aktuellen Wahlprognosen ;-) !
Eine kleine ErMUTigung und "Chapeau" für diesen Einsatz. Einen positiven Endspurt wünscht ...."
Also. Man kann nur hoffen, dass die liebe, liebe Liebe, welche hier ganz nett an mich dachte, nicht an einen Einsatz letzten Samstag dachte, denn ich war nicht in Bern! Mit den widerlichen Dingen, die da abgingen, hab ich überhaupt nichts am Hut. Nein. Sie meinte natürlich die Wahlleitung. Und doppelt schmeichelhaft ist es, dass es sich um eine Person aus einer anderen Partei handelt. Danke. Ich habe mich extrem fest gefreut.

P.s.: Diese drei Blogs von heute Abend müssen für's Wochenende reichen. Ich bin weg... und tschüss.

Wahlkampfbart

Heute war ich mit einem Mitglied der JUSO BNO, welches sehr, sehr tatkräftig mithalf bei allen Wahlsachen, zu Abend essen. Und sie hat alles bezahlt. Alles. Inklusive alle Biere in meiner Lieblingsbeiz. Herzlichsten Dank. Wie habe ich das nur verdient?

Nebst vielen lustigen und reflexiven Themen des vergangenen Wahlkampfs, kam auch das Gespräch auf meine wild-wuchernde Gesichtsbehaarung. "Was soll das eigentlich werden? ", fragte sie mich, als ich mir wohl zum dreihundertesten Mal im Gesicht kratzte.
"Playoff-Bart", war die schlaueste Antwort, welche mir in den Sinn kam.

Die Idee hat mich nicht ganz losgelassen - obwohl ich die Stoppeln für's Trainingsweekend des Volleyballclubs nun gekappt habe. Das bedeutet auch, dass der Blog über's Wochenende nicht mehr beliefert werden wird....

Ich stelle hier 4 Varianten vor, über welche ihr im rechten Frame auch abstimmen dürft und dann während den letzten Wochen des nächsten Wahlkampfes mein Gesicht zieren wird.











unkontrolliertes Wuchern à la Grüne













Modell EDU-Oberland













Zottel-Bärtchen SVP













Modell liberale Wirtschaftsglattheit


Volkes Stimme mit eurer Wahl wird mir natürlich Befehl sein. ;-)

Wahlarena - 2. Reihe

Korrigenda zu folgendem Eintrag.
Sie war nicht in der dritten Reihe, sondern mit ihrer neuen Wow-Frisur gar in der zweiten Reihe.
Und sie hatte ein gutes Votum.

Sonst waren die Higlights sehr rar. Es bildete sich das übliche Hin und Her. Nicht viel Neues - sicherlich interessant für Menschen, welche sich im letzten Jahr nicht tagtäglich mit Wahlen und Politik auseinander gesetzt haben. Aber gewisse Sprüche kann ich nicht mehr hören.

....Blocher abwählen.....repressiver sein....Wahldebakel....Verschwörung....blabla....

Ein wichtiges letztes Zeigen im Fernsehen, das aber trotzdem nicht über die Trauer hilft, dass im 10vor10 die Schönheitsbeinhüftformel für die Miss-Wahlen wichtiger war, als der Beitrag über die Jugendpolitik. Pffffff....

Evi Allemann im eTalk


Ich gratuliere, Evi. Gestern eine tolle Aktion. Heute eTalk.

Leider konnte ich den Chat nicht live mitverfolgen, da ich für die JUSO Schweiz in Bern beschäftigt war. Aber in der talkeigenen Presse schneidet sie auch sehr gut ab.

Auf in die nächste Legislatur!

PolitikerInnen im Fernsehen - nur noch heute.

Noch heute sind die Kandidierenden im Fernsehen zu sehen, dann ist Schluss. Ab nächster Woche dürfen nur noch die Parteipräsidien und die Fraktionsverantwortlichen gezeigt werden. Fairness auch beim SF. Ein Vorteil staatlichen Fernsehens. Berlusconi laberte vor den Wahlen in Italien auch den letzten Couchpantoffel an die Urne.
Um so besser, dass sie heute in der letzten Arena vor den Wahlen in Reihe 2 sitzt und spricht und sie mit dem JPO in Reihe 3.


Ich bin gespannt, ob 10vor10 noch einen Beitrag über "Junge in den Wahlkämpfen" bringt. Vor 2 Tagen musste ich per Express husch-husch ein F200 Plakat (gerollt macht das immer noch eine Länge von 1.17m) in die Redaktion nach Zürich senden. Der arme Mann am staatlichen Postschalter musste 2 Pakete zusammenkleben, damit es die richtige Länge hatte. Bezahlt habe ich dann aber auch satte 36 Franken.
(Die knienden Menschen sind unsere deutschsprachigen Berner SP-Regierungsräte/in, welche das Plakat gesponsert haben. Barbara Egger-Jenzer & Andreas Rickenbacher. Phillippe Perrenoud hat das welsche Plakat in Moutier bezahlt. Merci vielmals.)


Das Fernsehen interessierte sich für die "chinesischen Zeichen" auf den Plakaten in Interlaken. Nun. Ich musste dann erst einmal erklären, dass es japanisch sei und "konichiwa nippon" bedeute. "Guten Tag, Japan." Entstanden aus reiner Not, da wir kein Geld für viele Plakatstellen hatten. Aber Not macht ja bekannterweise erfinderisch. Die Leute und auch das Fernsehen finden's sehr gut, erfrischend, neu und in einem tollen Stil. Danke für die grafische Umsetzung JM.

Eigentlich schon erstaunlich, wie gut und oft wir es in die Medien schafften. Ich danke jetzt schon mal allen, welche daran beteiligt waren. Insbesondere dem Wahlausschuss und den Kandidierenden. Merci. Es waren wertvolle Erfahrungen.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

lokale Milizpolitiker auf Ausflug


Heute Kommissionsreise des Amtes für öffentliche Sicherheit. Alle Miliz-Lokal-Politiker und eine Politikerin zusammen in 2 Bussen unterwegs. Themen: Krawalle, Wahlen, Wahlen, Krawalle...
Um diese alljährlichen Diskussionen (schliesslich sind in 3 von 4 Jahren Wahlen - Stadt, Kanton, Nation, nix, Stadt, Kanton,....) immer etwas zu unterbrechen, ist jeweils ein sicherheitspolitisches Weiterbildungselement dabei. Heute haben wir die ehemalige Bloodhound-Anlage auf dem Hellchöpfli besucht. Imposante Bunker, die riesigen Raketen wurden ab 2001 ausgemustert, extreme Bau-, Beschaffungs- und Unterhaltskosten. Was wir uns seit Jahrzenten für eine riesige Armee leisten, ist extrem. Krass, was das alles kostet. Zurückversetzt in den kalten Krieg der Siebzigerjahre stellte ich mir die Arbeit des zivilen Betriebspersonals vor, das ständig drauf wartete, den Auslöseknopf und somit den Abschuss eines feindlichen Langstreckenbombers zu betätigen. Die Zeit muss unglaublich langsam verstrichen sein.... Auf Grund des extremen Stresses wurden dann diese Mitarbeiter auch mit 58 Jahren pensioniert. Verständlich. Um sie zu beschäftigen wurde jeweils täglich von Bern die Bestückung der Raketenabschussrampen befohlen. Am Morgen meistens zwei und am Nachmittag vier Stück. Klar. Die Russen mochten wohl nicht früh aufstehen. Faule Kommunistenschweine.

Beendet wurde die Reise im Restaurant bei Fondue und Wein und Wein und Wein. Wobei je länger je mehr wieder die Themen Krawalle und Wahlen aufkamen. Wer verliert wie viel? Wer wird gewählt? Ich übte mich meist in vornehmer Zurückhaltung und schmunzelte manchmal in mich hinein.
Auf die Frage, was wir denn für die Stadtwahlen nächstes Jahr planen würden, sagte ich:
"Ich habe noch keine Ahnung. Jetzt bringen wir mal die Nationalratswahlen hinter uns und ich weiss noch nicht, wie ich mit dieser Partei in den Wahlkampf ziehen soll."
Von meinem Tisch-Fondue-Nachbarn kam dann prompt folgendens Angebot:
"Wir nehmen dich bei den Jungfreisinnigen mit Handkuss. Du kannst sofort zu uns kommen."
Ich gebe ja zu. Meine Aussage kann verschieden verstanden werden. Aber liebe Jungfreisinnige oder Jungliberale oder wie ihr auch immer heisst:
"Nein, danke."

ein Tag ohne Politik?

Gestern dachte ich, dass es eventuell für mich heute einen Tag ohne Politik geben würde. Gut. Abgesehen von der Wanderung auf's Hellchöpfli mit der Kommission für öffentliche Sicherheit von heute Nachmittag inklusive kleine Sitzung.
Aus diesem Traum wurde ich spätestens um 08.45 Uhr per Telefon aus dem Bett geklingelt.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Wahlkampf sei Dank


Gestern waren sie und ich 2 Stunden in Thun und haben rund 400 Wahlkarten und Prospekte und Give-Aways verteilt. Anschliessend dann noch in Bern mit 3 anderen Leut' zusammen wohl auch noch einmal so viel. Dann heute von morgen Früh um 6.30 Uhr bis am Nachmittag 15 Uhr in Huttwil zuerst am Bahnhof und dann am Markt, bei welchem die SP einen Stand hatte. Es tummelte sich eine Menge an SP "Prominenz" rum. Simonetta, Irène, Markus (mit 2 Helfenden), Aysel, Margret, Adrian, Nadine, Priska und vielleicht noch mehr, welche ich jetzt hier vergass. Sorry. Das Gedränge war zeitweilen so gross, dass ich mich zurückzog, um nicht den Kandidierenden im Wege zu stehen. Die Nervosität scheint zu steigen...
Jedenfalls war ich nun 2 Tage am Stück (hab sogar den Blog vernachlässigt) und auch vorher unterwegs, habe viel Material verteilt, wobei sich Huttwil als äusserst schwieriges Pflaster bezüglich des SP-Wahlwerbungsmaterials erwies. Opferte viel Zeit und Schlaf für den Wahlkampf. Fühle mich jetzt müde und dünnhäutig und hoffe, dass der Wahlkampf bald mal vorbei sein wird...
Und dann ist dies heute der Dank des Engagements:

Himmeldonner..... wir verlieren. Wir verlieren 1,6%. UND!!! Die SVP gewinnt. Mit diesem unfairen Wahlkampf, mit den zig-Millionen Werbefranken, bei denen sie die Herkunft nicht preisgeben wollen, mit der Blocher-Fixierung, derer wir auch völlig auf den Leim gegangen sind. Wozu das alles? Ich klammere meine Hoffnung noch an den Fehlerbereich von 2,2%. Aber die GFS ist normalerweiese sehr zuverlässig und genau und die Befragung wurde bis zum 8. Oktober geführt. Also. Genau, aktuell,...... erschreckend.

Im Moment wechseln sich die Gefühle in mir zwischen: "Wir werden den JUSO Sitz gewinnen." fast ständig mit den Zweifeln, ob es denn wirklich auch angesichts der unsicheren Gesamtlage reichen wird. Zum Beispiel je nachdem welches Lied im Radio oder in meinem Mac-iTunes per Zufallstreffer gespielt wird. Schwierig. Auch ich bin nervös. Und auch ich fühle, dass es Zeit wird, den Wahlkampf zu beenden.

Ich spiele etwas Gitarre. Das hilft immer. Music saved my soul. Geht wählen! Danke.

Montag, 8. Oktober 2007

die schönen Dinge im Leben


Es gibt nicht schwarz und weiss. Und danach braucht's im Leben wieder etwas Schönes.
Ich meine nicht den doof Grinsenden, sondern sie. Schwarz-weiss und wunderschön.
Ich bin ein Glückpilz.

Winkelried.info - Wer sich einsetzt - setzt sich aus.


Ich habe es geschafft. Ich wurde schon als Feindbild auf winkelried.info - "der politisch inkorrekten Seite der Schweiz" - aufgenommen. ;-)
Selber hätte ich es gar nicht gemerkt. Ein Mitpolitiker aus einer anderen Partei fragte mich heute per Email, ob ich da jemandem auf die Hühneraugen gestiegen sei.
Das kommt davon, wenn man ihm in Kommentaren hilft.

Die Kommentare, nachdem ich auf der besagten konservativen Seite (mit Bild und allem) veröffentlicht wurde:
  1. tja wer kennt ihn nicht, dieser schräge Lehrer der sich auf diese rhetorische Ebene begibt. Er kann´s einfach nicht besser, trotz “Nebenberuf” Lehrer. Sein verklärter Blick, entspringt seiner politischen Ausrichtung (Verbissenheit). Er kämpft mit allen unlauteren Mitteln und kommt einfach nicht über das Amt eines Vize hinaus. Großspurig aber lässt er sich mit Mörgeli ein, in einer Art und Weise wie es eben nur ein Supra-Sozi kann. Wer ein Lehramt inne hat und sich so vielen Nebenämtern hingibt, kann unserer Jugend nichts Gutes vermitteln, es fehlt ihm die Distanz und das Format.

    Kommentar von framei — 29. September 2007 @ 10:50

  2. über Reto M. regt sich die ganze Region Langenthal auf. Er ist bekannt als “loser” der Polit-Szene und als “Diktator” an den hiesigen Schulen. Lasst ihn wie er ist, so kann er bestimmt niemandem schaden ausser seinen Untergebenen. Da sein Status aber ein niedriger ist, lässt sich damit prima leben, sofern man nicht betroffen ist.

    Kommentar von musli_weg — 29. September 2007 @ 13:59


Und dann, was ich - als registrierter Winkelried.info - Nutzer ;-) antwortete:
  1. Komme etwas hinterher mit meinem Kommentar. War länger nicht zu Besuch.
    Nun. Euer Bericht ist etwas gar verkürzt. Fairerweise muss gesagt werden, dass der bei euch erschienene Kommentar doch einer längeren Diskussion entspringt, in welcher ich zuerst sehr sachlich argumentierte.
    Nachzulesen unter
    http://henusodeblog.blogspot.com/2007/09/verbote-am-point-of-sale.html

    Da wurde von einer rechtsorientierten Person unter dem Namen Decknamen Bürlimann - obwohl sich herausstellte, dass es reell nicht der SVP Gemeinderat war, für den er sich ausgab, da ich mir die Mühe nahm - ihm eine Email zuzusenden und nachzufragen - ein Freund in seinem Blog stark angegriffen, so dass ich mich zu dieser Aussage hinreissen liess.

    Nun. So kommt’s.
    Ich weiss auch, dass man sich in der Politik keine Freunde macht. So gesehen bin ich schon mal froh, von den hier doch sehr konservativ gerichteten Menschen, als zukunftsorientierter Politiker als gut lebbar bezeichnet zu werden.

    Danke für die Aufmerksamkeit.

    Kommentar von retom. — 8. Oktober 2007 @ 09:40

  2. was aber nicht stimmt ist, dass es noch schlimmere Ausdrücke meinerseits gab. Falsch.

    Kommentar von retom. — 8. Oktober 2007 @ 09:40

Was lerne ich daraus?
  • Auch in Blogs und wenn anonyme Angriffe kommen, freundlich bleiben. Sonst bestärkt man nur das stereotype Bild der Gegenseite. Und da die meisten zu feige sind, um ihren wirklichen Namen zu nennen - wie in den Kommentaren ersichtlich - da sie dann auch so Pseudonyme wie musli-weg, was wohl für eine rassistisches "Muslime weg" stehen sollte, verwenden können, zieht man als öffentliche und ehrliche Person eh den Kürzeren.
  • Es ist sehr einfach Aussagen in Blogs zu kürzen und dann gegen einen zu verwenden.
  • Das Internet ist wie eine Wohnstube in welcher einige das Gefühl haben, sie könnten drin Rumfluchen, Rülpsen, Beleidigen und Furzen, wie zu Hause. Bitter. Man sollte sich daher gut überlegen, was man alles von sich öffentlich macht.

Sonntag, 7. Oktober 2007

inkosequenter Politiker

Wenden wir uns ab von den Dingen, die wir nicht ändern können. Erinnerst du dich noch daran?
Ja. Ich war heute inkonsequent.
Ich bin mit dieser Kettensäge auf 3-Rädern ganze 21km von Bätterkinden nach Langenthal gebraust. Und es rang mir ein Lächeln ab. Es war nicht bloss Freundschaftsdienst, dass man es vom Vorwahlfest der SP Bätterkinden mit Humbahumbatätärää-Musik und einem bunt gemischten Zuhörervolk wieder nach Hause fahren musste. Nein. Es war Neugier und Vorfreude dabei. Fühlt es sich an, wie meine 68er Vespa, die in der Garage still und heimlich vor sich hinrostet?
Nun. So fühlte es sich nicht an. Meine alte Dame läuft noch etwas über 70 Stundenkilometern. Mit dem Ape50 waren es höchstens 40 in Geradeausfahrt. Aber diese Langsamkeit während einer Stunde in einem einzelnen begrenzten Raum, der sich durch die Landschaft gräbt. Die Politikerinnen und Politiker huckepack als Plakate geladen. Alles streift in Töffli-Geschwindigkeit an einem vorbei. Auch die Gedanken verlangsamen sich und Gemütlichkeit schleicht sich ein. Ein geniales Roadmovie streift diese Gedanken. Ja. So musste sich Alvin fühlen. Wenngleich langsam, so doch frei und beständig auf seinem Weg...

Auch wenn einige Politikerinnen, welche ich hier nicht namentlich nenne, sicherlich enttäuscht, ob meiner ökologischen Inkonsequenz wären - insofern sie es erfahren - muss ich sagen, es hat sich für einmal gelohnt, trotz dem Gestank, den ich in Zweitaktmanier hinter mir her zog. Er ist froh, dass das Gefährt wieder in Langenthal steht und sie hat es sogar bildhaft festgehalten.


Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich sonst nicht wirklich inkonsequent bin...
bin halt kein ganz weisses Schaf - sondern Mensch. Aber es gibt noch ganz andere solche.

CD-Tipps

Hier zwei CDs für sie.
Ich war in letzter Zeit auf melancholische Musik programmiert. Eventuell weil wir oft auch so tun? Wenngleich ohne diese Romantik meiner Vorschläge für schwere Zeiten.
MiNa faszinieren mich. Fantastisch. Träumerisch. Schwer wie guter Rotwein. Und das Aufwachen bleibt ohne Schmerzen.
Portishead. Eine alte Liebe. Hart. Klar. Differenziert. Zeitweilen schmerzend und soooo was von resistent.
Ein eindeutiger Fehlkauf war Katie Melua mit pictures. Ganz schwach - und Nummer 1 in den Schweizer Albumcharts.... Ein singendes Püppchen. Nur einen einzigen Song ganz selber geschrieben. Da liess das Debüt-Album anderes erwarten. Schade. Aber wer hört sich im Laden schon eine CD an, welche nur 15 Stutz kostet.... nun im Regal macht sie sich auch gut.

trotz Chaos: rot und schwarz sind meine Lieblingsfarben

Auch nach gestern noch wiederum in schwarzem Hemd und schwarzer Hose. Obwohl einem schon Zweifel aufkommen. Heute hatte ich Gespräche mit "normalen" Bürgerinnen und Bürgern. Alle waren erbost darüber, was gestern geschehen ist. Konnten es nicht fassen. Ich konnte es ihnen auch nicht gänzlich erklären.
Ein SP-Mitglied sagte mir, er habe heute beim Ausfüllen des Stimmmaterials überlegt, ob er nicht doch die Mitte stärken sollte.
Das führe ja zu nichts, was hier zwischen links und rechts abgehe.
Falls nun sogar SP'ler abwandern, dann wird es in 2 Wochen ganz bitter. Die SP Schweiz hat es leider nicht geschafft, gegen Ende eigene Schwerpunkte zu setzen. Man konnte bloss noch darauf reagieren, was die SVP lancierte. Was dann gestern abging, wird die SVP und deren Wählerschaft in ihrem Kurs bestätigen.
Am besten hätte man diese Art der SVP-Selbstbefriedigung "Einstehen für die Schweiz" durchführen und die Lächerlich- und Peinlichkeit eines solch traditionalistisch-romantisch angehauchten Weltfremdbild preisgeben sollen. Noch besser wäre es gewesen, wenn die 3500 GegnerInnen mit einem Pflaster über dem Mund am Rande des Bundesplatzes dieses Bild friedlich "zerstört" hätten. Das wäre ein starkes Zeichen gewesen.

Ach... ich träume.
Realität ist, was gestern geschah, dass es Menschen gibt, welche dem Zusammenleben schaden. Die SVP-Schäfliplakat-Verantwortlichen - allen voran Blocher - aber auch Linksextreme.
Und.... irgendwie fühle ich mich selbst sehr stumm in dieser Sache. Viele Worte und keine konkreten Lösungen....



(Bilder 2 & 3: www.photocase.com)

Samstag, 6. Oktober 2007

Dampfbad oder Tränengas

Es ist tragisch. Kam gerade völlig entspannt von meiner Hamam-Wellness-Massage-Tour in Zürich zurück, welche mir mein Bruder längst als Geburigeschenk versprach (und der Termin seit August fixiert war).
Ich hatte zwar mit ihm telefoniert, wobei er mir sagte, dass es sehr chaotisch war in Bern und trotzdem bin ich ob der Bilder in der 23 Uhr Tagesschau sehr erschrocken. Schrecklich...
Wie dumm sind die Linksextremen, die das Gefühl haben, dass sie heute einen Erfolg errungen hätten? Wie dumm ist die Polizei, dass nicht ein Aufgebot auf dem Bundesplatz war? Die konnten dort tun, was sie wollten? Geht's noch schlimmer? Wohl kaum.
(Bildquelle: www.news.ch)

Es ist krass und so wie die JUSO Schweiz in ihrer Medienmitteilung schrieb:
Dass es ausserhalb des Festes zu Gewalttätigkeiten kam, bedauern wir zutiefst. Wir sind der Meinung, dass auch unserer politischer Gegner, also die SVP, das Recht hat, seine Meinung mittels einer Demonstration kundzutun. Die heutigen Ausschreitungen werden schlussendlich nur der SVP nützen, die sich nun als Opfer der „linken“ Gewalt in Szene setzen und sich mit neuen Forderungen nach mehr Repression profilieren wird.
Für einmal stimme ich ihnen vollends zu, obwohl ich mich immer noch aufrege, dass die JUSO Schweiz teilweise auch beim friedlichen Gegenfest mitmachte und nun unnötig ins Fadenkreuz der SVP läuft. Wenn uns das nur nicht die Wahlen kostet....

Die Pulswärmer Geschichte

Da ist sie nun. Unsere (vorerst) letzte Geschichte begleitet vom "20Minuten". Eventuell folgt dann noch etwas nach... mal schauen. Mehr dazu hier unter "allerneust".
Wer gerne so ein Teil haben möchte, schreibe mir doch eine Email an muellerreto(at)mac.com - umso schöner, wenn du im Kanton Bern wohnst und auch JUSO wählen wirst.
Wir werden/wollen/müssen/dürfen wiederum 1 Sitz gewinnen.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Junge ins Bundeshaus - Falten raus

Ja. Wir pflegen mit den Medien eine sehr gute Zusammenarbeit. ;-) Heute zuerst ein lustiger Kommentar in der Berner Zeitung, welchen ich morgen Freitag dann hier noch nachbloggen werde. Dann die Begleitung der Morgenaktion durch die Umsonst-Zeitung "heute". Super.
Aber wir dürfen auch stolz sein, da wir etwas tun für den Erfolg.

Heute Morgen haben wir vor dem Bundeshaus solche Anti-Falten-Crèmes verteilt. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, welche eintraten, fanden's ganz witzig. Eher weniger das Sicherheitspersonal, welches uns nach 25 minütiger Toleranz direkt vor dem Bundeshaus wieder in den Regen schickte.... :-(

Der heute-Artikel:
Merci der Redaktion.

Smartvote - Ja. Ich bin links.

Das ist meiner. Wohl nicht wirklich eine Überraschung, dass das Schwergewicht auf der linken Seite ist. Gut. Müsste ich ihn zeichnen, so hätte ich teils krassere Linien gezogen. Es bleibt ein Geheimnis, wie dass dieses Teil die Auswertung für den Spider vornimmt.
So. Und nun genug gesurft. Jetzt muss ich mal mit der Arbeit beginnen....

Im Blick-Chat mit Christa Markwalder

Müller Reto, Langenthal:
Wieso sollte ich Jungliberale wählen und nicht JungsozialistInnen?

Christa Markwalder Bär:
Hallo Reto Müller. Die jungfreisinnigen setzen sich für mehr Generationengerechtigkeit ein, für exzellente Bildung, für Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bei den Jusos habe ich stark den Eindruck, dass sie dem Sozialismus nachtrauern. Sie fordern ständig, und die Gesellschaft kann bezahlen. Bei den jungfreisinnigen steht die Eigenverantwortung und Freiheit im Vordergrund. Deshalb empfehle ich sehr, die jungfreisinnige Liste 7 zu wählen!

Hui. Da hängt die liebe Christa aber noch einem JUSO-Weltbild hinterher, das so schon seit längerer Zeit nicht mehr stimmt. Auch bei uns gibt es undogmatische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Dem Kommunismus trauere ich nicht nach, aber den Sozialstaat welchen unsere Vorväter und -mütter in der Schweiz aufbauten müssen wir erhalten. Der Jungfreisinn setzt immer auf die Eigenverantwortung. Finanziert wird er aber von gutverdienenden Mamis und Papis oder alten Ehemännern.... (Ui. Das ist politisch etwas inkorrekt. Sorry.) Ich habe aber noch keinen armen Jungfreisinnigen getroffen. Es lebe die Eigenverantwortung. Seid selber Schuld! Alle zusammen, wenn es euch schlecht geht!

Nun meine Einwände wurden dann nicht mehr veröffentlicht. Zum Beispiel, dass die jl als separierte Liste gar keine Chance hat und nur Stimmenfängerei für die Alten sei... und mehr Plattform will ich ja auch nicht bieten. War trotzdem spannend.

Free Burma

Free Burma!

Jawohl. Und zwar möglichst gewaltlos und dann gehört dort eine richtige Demokratie installiert. Im Gegensatz zu Schweiz wäre dort die Wahlbeteiligung sicherlich 100% und nicht bloss 40%.

Ein gesichertes Leben & Demokratie sind allen Menschen der Welt zu garantieren. Schön wär's.

Zeitungsartikel - ausgerastet

Zugegeben. Auch ich habe mich schon über Zeitungsartikel aufgeregt und geglaubt ich sei einem Herzinfarkte nahe. Auch ich habe schon verärgert Emails geschrieben (sorry Zeitungsredaktionen im Oberaargau) - wissend, dass man so oder so am kürzeren Hebel sitzt - und dann bemerkt, dass heute Geschriebenes morgen bereits wieder vergessen ist oder gar nicht so tragisch war. Tja. Menschlichkeit.
Nun dieser Herr Musicstar scheint sich wohl noch etwas mehr über solche Dinge aufzuregen als ich. Anders ist wohl nicht zu erklären, dass er heute Mittag ins Ringier Gebäude raste. Uppss.. Spinner würde ich sagen.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Politik in Biel / Bienne

Ich mag diese Stadt. Sie hat einen frankophonen Hauch. Eine gewisse Leichtigkeit. Vielleicht ist es auch nur mein Eindruck, dass es so sein sollte, der mich dazu verleitet, dies zu empfinden. Aber bei der heutigen Verteilaktion für die JUSO BNO kommt einem doch sehr viel Sympathie entgegen der Mulit-Kulti-Gesellschaft. Zumal die SVP in Sennenhemden im Bahnhof drin Äpfel verteilte, machte ich sehr gute Kundschaft mit dem Spruch: "Mir si vo dr SP. Nous sommes la parti socialiste."

Und da nun auch der Stapi von Biel endlich seine Wahlhomepage aufgeschalten hat, kann ich mit mir, der SP und der Welt vorerst für 10 Minuten in diesem netten Ort mit feinem Kaffee zufrieden sein.
(La Rotonde. Bildquelle: www.20min.ch)

Falls ich irgendwann von Langenthal weg ginge, gäbe es im Kanton Bern nur zwei Alternativen. Bern und Biel. Aber meine engsten Freunde trauen mir einen Umzug aus "meinem" Städtli Langenthal eh nicht zu. Wenn sie sich da bloss nicht täuschen...

Dienstag, 2. Oktober 2007

Zeitungsschlagzeilen

Nach dem Studium von 20 Minuten, Langenthaler Tagblatt und Berner Zeitung sind folgende Schlagzeilen hängen geblieben:

UBS schockt mit Verlust.
(BernerRundschau.ch funktioniert im Moment nicht.)
In ungedeckte Hypotheken investieren und dann 1500 Arbeitende entlassen. Bravo!
Ist Bush der schlechteste Präsident? (BernerRundschau.ch funktioniert im Moment nicht.)
Ja.
Steuersession. Unternehmen entlasten. (BernerRundschau.ch funktioniert im Moment nicht.)
... Mittelstand und Wenigverdienende kriegen wieder mal nix. Die SVP lügt ihre Wählenden an.

Die PNOS gibt Solothurn auf.
Endlich! Irgendwann musste es mit den Braunen so geschehen. Im Untergrund sind sie zwar nicht besser....

Kein Routine Wochenende. Rechtsextreme mobilisieren.
Das wird ganz brenzlig bei der SVP-Umzugsparty nächsten Samstag. Mir fröstelt's.
Kein Red-Bull Airrace im nächsten Jahr. (Kein Artikel online)
Weiser Entscheid. Danke Interlaken. Ich komme wieder ins Oberland.
Ausgangssperre für Jugendliche.
So ein Mist. Bringt doch nichts. Erziehungskurse für Eltern.... wohl auch.
Junge Politik profiliert sich mit den Beinen.
Gute Antworten von Nadine. Sehr gut.
AKW-Frage macht Wahlkampf heiss.
Geht bitte Abstimmen. Ich will keinen neuen Atomdreck. Danke.
20minuten.ch wird zum Fernsehsender
Wow. Die Innovationskraft dieses Mediums überrascht mich immer wieder von Neuem. Ich bin 20 Minuten Fan. Ihr bleibt die beste Umsonst-Zeitung der Schweiz

Weshalb ich für so was Zeit habe? Ich bin auf dem Weg nach Zweisimmen. Kärtchen verteilen und Unterschriften sammeln am SP-Marktstand. 1h 50min Weg, 45 Franken mit dem Halbtax. Ein schöner Ausflug bei schönem Wetter.

Montag, 1. Oktober 2007

NPD kopiert SVP

Quelle: www.txt.ch

Musste es so weit kommen?
Und weshalb zeigt sich die SVP nun auch noch erstaunt?
Das deckt wieder einmal schnonungslos auf, in welch braune Ecke die SVP sich selbst gerückt hat. Brauchen wir jetzt dann auch solche Dinger - wie links abgebildet - adaptiert auf die Schweiz?

Originalbild der NPD. Quelle: www.sf.tv