Sonntag, 16. Dezember 2007

Uniforme Gedanken zu einer Schuluniform in Langenthal

Das Langenthaler PNOS-Parteiexponat Tobias Hirschi fordert in seiner neuesten Motion eine Schuluniform für Langenthaler Schülerinnen und Schüler.

Ich gebe zu, als der Basler Versuch erste Erfolge zeigte, war ich nicht derjenige, welcher an der Unmachbarkeit eines solchen Projektes zweifelte. Doch wie die Motivation im Projektversuch , welche schliesslich zum Abbruch des Versuchs führte, bröckelte auch mein Glauben, dass Verhaltensmuster von Äusserlichkeiten abhängen würden und dadurch reguliert werden könnten.

Ausgehend davon, dass wir die Kinder und Jugendlichen in Langenthal also mit einer Uniform ausstaffieren würden (sie dürfte auch bunt sein, was mich ob des pnos'schen Originalitätsgedanken schier aus der Bahn warf, da ich dachte, eine Schuluniform in deren Augen müsste zwingend braun sein), ergäben sich völlig neue Probleme in Schülerkonflikten.

Problem:
"Hej. Du hesch e gruusigi Frisur!"
-> Lösung: Wir verordnen den strammen 3mm Schnitt glatt über die Rübe.

Problem:
"Dä verdammt Sträber isch besser aus ig im Diktat!"
-> Lösung: Wir beurteilen die Schüler neu nach Kenntnisgrad der Strophen der Schweizer Nationalhymne und der uniform geforderten Kenntnisse nach Buch: "Meine Schule"

Problem:
"Hesch dä gseh. Dä het es huere schregs Gsicht."
-> Lösung: Es darf nach Rücksprache mit dem lokalen Stützpunktleiter für Ästethik mit dem Baseballschläger gerade gerückt werden.

Problem:
"Huere siech, dä dänkt anders aus mir."
-> Lösung: So was gehört verboten. Wer nicht uniform denkt, wird ausgeschafft.

Fazit:
Es gibt Probleme in den Schulen und unter den Jugendlichen. Es gibt diese nicht erst seit gestern. Schuluniformen lösen sie nicht. Also müssen wir weiterhin effektiv und intensiv mit unserer Zukunft arbeiten, in die Schulen investieren und die Kinder und Jugendlichen nicht uniformieren, sondern sie gezielt und individuell bei Schwächen helfen und in ihren Stärken fördern.

Halleluja... wäre ich fast versucht zu sagen.

Kommentare:

Kein PNOS-Freund hat gesagt…

Ganz so einfach ist die Sache nicht: Es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe, die FÜR Schuluniformen sprechen. Schwierig ist es im vorliegenden Fall, die Sache von der Herkunft - sprich PNOS - zu trennen.

Reto M. hat gesagt…

@ kein PNOS Freund:
Das stimmt und meine Antwort war ja nicht durch und durch ernst. Dennoch sind für mich die Ergebnisse des Projektversuches bezüglich Schuluniformen massgebend: "gescheitert".

Anfänglich hatten die Schülerinnen und Schüler ja noch Freude und mussten dann eben feststellen, dass die Konflikte blieben. Mit und ohne Schuluniform.

Laura hat gesagt…

Hallo Reto! Darf ich dich nach deiner Meinung fragen?
Heute erschien bei Schweiz Aktuell (http://www.sf.tv/sf1/schweizaktuell/index.php -> "Französisch-Unterricht der anderen Art") ein Beitrag zu einem Handyprojekt zwischen Schülern der Schweiz. Was denkst du als Lehrer darüber? Auch über die Rolle der Swisscom in diesem neuen Lehrkonzept? Ich will dich nicht damit stressen, mich interessiert nur deine Meinung :-)