Montag, 28. Februar 2011

Der letzte und 1000. Blogeintrag: "Libyen ist überall"

Dieser Text erscheint heute gleichzeitig auch in der Berner Zeitung in der Kolumne: "Mein Langenthal".
Übrigens: Es war die Idee der Zeitungsredaktion das Ende meines Bloggens in ihrer Zeitung gleichzeitig zu begehen. Ein würdiges Ende - auch aus meiner Sicht. Danke, BZ!


«Libyen ist überall»

«Wer hat Angst vor Twitter und Blogs?», schrieb die junge Araberin auf ihr Schild, das sie in einer Kleinstadt Nordafrikas in die Luft hielt. Die Welt scheint wieder einmal im Umbruch und der Mut der Menschen in Libyen für ihre Freiheit, das Recht und ihre Meinungen einzustehen und auch zu sterben, ist bewundernswert. 
Nun könnte ich «mein» Langenthal als das der grossen Freiheit und des liberalen Denkens seit mehr als 200 Jahren preisen und damit als Beispiel für so manche Stadt. Jedoch scheinen mir gegenwärtig Vergleiche mit den Bestrebungen eines jeden Menschen – wo immer er auf dieser Welt auch leben mag - wichtiger. 
Jede und jeder hat seine Meinung. Viele äussern diese in Gesprächen, in der Zeitung, in ihren Blogs, im Facebook oder sowieso überall und jederzeit. Einige zeigen sich zufrieden. Anderen kann man es kaum einmal recht machen. 
Wird in Langenthal zum Beispiel eine  Strasse asphaltiert, so kann es vorkommen, dass man als Teil der Regierung gefragt wird, warum man denn nicht Pflastersteine genommen habe, da diese doch viel schöner seien. Ringt man sich aber zu Pflastersteinen durch, sagen viele, diese seien doch viel teurer als Asphalt und für alte sowie handicapierte Menschen auf Grund der Unebenheiten sowieso ungeeignet. Schleift man die Steine daraufhin flach ab, so gilt man bei einigen als gemeingefährlicher Gemeinderat, da diese in nassem und oder eisigen Zustand einem zu ungewollten Rutschpartien verhelfen – ungeachtet dessen, ob das Flugobjekt in winterfesten Schuhen oder eben doch sommerlichen Lackschuhen unterwegs war. 
Langenthal ist die Stadt der vielen und vielfältigen Meinungen. Baum hin oder her, um nur ein weiteres Beispiel streitbarer Positionen unserer Stadt aufzugreifen. 
Und trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen liebe ich diese Stadt. Auch ich deckte sie früher praktisch täglich mit meiner Meinung ein in meinem Blog. Mal wütend, dann wieder lieblich, verzweifelt fragend oder auch erstaunt. Die Reaktionen waren unterschiedlich, liessen sich aber meist in dieselben Kategorien einteilen. 
Diese Zeit ist nun vorbei. Mein Bloggen endet mit dieser letzten Meinung: «Libyen ist überall. Eine Meinung haben und äussern, bedeutet und belebt die Demokratie.»


Reto Müller

Langenthal feiert 2011 das 1150-Jahr-Jubiläum. In dieser Kolumne schreiben jeden Montag Langenthalerinnen und Langenthaler sowie andere Personen, die eine Beziehung zur Stadt haben, über Langenthal. Heute: Reto Müller, Gemeinderat (SP) von Langenthal und Reallehrer. Müller war langjähriger unermüdlicher Blogger (retomueller.blogspot.com). Aus Zeitgründen stellt er das Bloggen nun allerdings ein. Vorliegende Kolumne ist sein 1000. und letzter Blogbeitrag.  

Sonntag, 27. Februar 2011

Das Ende des Blogs naht: Highlight 3/3

Nun, da ich mich entschlossen habe, mein Bloggen einzustellen, wenn der 1000. Eintrag erreicht ist, was Morgen der Fall sein wird, lohnt es sich aus meiner Sicht 3 Highlights aus den vergangenen dreieinhalb Jahren meines Bloggertums noch auf den aktuellsten Daten zu hinterlassen. Hier somit als 999. Eintrag: Keine Replik.

Denn. Es ist das letzte Highlight, souzsagen die Summe der Dinge, die sich hier abspielten, welche mir jahrelang und oft tagtäglich durch mein Bloggen eingebracht wurden. Manchmal war es Ärger, wenn ich mit meiner blossen und zuweilen nackten Meinung Menschen verärgerte, die sich eine Kritik an ihrer Person oder Meinung nicht gewohnt waren, obwohl sie es - da sie immer auch in der Öffentlichkeit standen - es durchaus aus meiner Sicht hätten sein sollen. Manchmal machten mich anonyme Kommentare auch betroffen, welche sich nicht weiter darum scherten, eine Meinung zu begründen und bloss auf den Menschen oder auch auf mich spielten, einzig mit dem Ziel zu verletzen. Auf der anderen Seite überwog mein Mitteilungsbedürfnis und auch das schöne Gefühl mich mit anderen auszutauschen und zu diskutieren. Die langen Kommentare, welche sich hier zu gewissen Themen bildeten, erfüllen mich heute noch mit Stolz und so bin ich dankbar für diese Zeit, die ich mit euch allen in der Web 2.0 Community, streitend, diskutierend oder auch freudig lobend verbringen durfte. Ich sagte immer - auch gegenüber der Presse - ich höre mit dem Bloggen auf, wenn ich nicht mehr schreiben darf, was ich denke. Das ist nun leider Tatsache geworden, seit ich dieser Exekutive angehöre. Alles was nun in diesem Gefäss noch folgen würde, wäre in meinem Empfinden zumindest teilweise ein Fake. Wäre nicht die ganze Wahrheit, wäre ein Bilderbuch dessen was ich erlebe, wäre aber nicht mehr das, was es einmal hier war. Deshalb ist morgen Montag der letzte Beitrag - der 1000. gemäss meiner Blogliste - Realität. 

Das letzte Highlight aus dieser Zeit seit dem 23. August 2007 und somit mein zweitletzter Blogeintrag gehört also der Blogger-Gemeinde und den Blog-Lesenden dieser Welt, die sich stets dafür einsetzen, dass diese Welt ein Stück besser wird. Ich danke euch! Tschüss:

Das Ende des Blogs naht: Highlight 2/3

Nun, da ich mich entschlossen habe, mein Bloggen einzustellen, wenn der 1000. Eintrag erreicht ist, was Morgen der Fall sein wird, lohnt es sich aus meiner Sicht 3 Highlights aus den vergangenen dreieinhalb Jahren meines Bloggertums noch auf den aktuellsten Daten zu hinterlassen. Hier somit als 998. Eintrag folgende Replik, welche im Original hier nachzulesen ist.

Es war damals die Zeit, in welcher eine Kompanie unserer Armee, der ich angehörte, zum Zelten eine Nacht mitten in einem FSME- und Borreliose-Hochrisiko-Gebiet der Schweiz verbrachte, ich, inklusviver kleiner Zecke am Knie, mitten im Sommer, als die Medien nicht wussten, was sie sonst schreiben sollten, das Kanderunglück nicht allzuweit weg war und die Sonntagszeitung gar auf Seite 2 schrieb: "Stadtratspräsident von Langenthal unter den Opfern...": Nun denn. Mein Bloggen fand scheinbar und auch diverse Mal die Beachtung der Medien... manchmal eben gar mehr, als mir dies lieb war:

Armee und Biwak und Angst

Als ich vorhin gar im Radio DRS von der Biwakübung mit Zeckenbefund hörte und auch einen Telefonanruf erhielt, dass es schon im Teletext stünde, dachte ich mir bloss:

"Ich nehme meinen persönlichen Bericht vom Netz, da ich nicht derjenige war, der mit der Geschichte zur Presse rannte."

Ich habe Angst, dass der Eindruck entstehen könnte, dass ich es war. Frage mich hingegen auch, warum ich denn diese Angst entwickle, denn ich verstiess gegen keine Regel, (derjenige welche zur Presse ging eventuell auch nicht,) die es zu beachten gilt. Ich nenne weder Abteilung, noch Ort, welche mittlerweile nun beide vom VBS bekannt gegeben wurden. Ich will diese Geschichte auch nicht ausschlachten, sie für hohe Lesezahlen oder meine Bekanntheit ausnutzen. Das ist nicht mein Stil. Aber ich kann sagen und deshalb berichtete ich in diesem Online-Tagebuch auch darüber: "Ich habe Angst."

Zwar versuchte ich stets in mir die Hysterie tief zu halten. Ich blieb ruhig und sachlich, auch als Betroffener, auch im vorherigen Bericht. Doch die Berichte, welche nun über Äther und Schwarz-Weiss online, wie morgen wohl auch Print zu lesen sind, machen nicht wirklich Mut. Hinzu kriege ich ein Telefon, das mir nochmals empfiehlt meinen Körper sehr gut abzusuchen. Nun. Alleine kriegt man einfach nicht alles zu sehen. Insbesondere in den Haaren und wo auch überall sonst noch.... ich habe einfach Angst davor, irgendeine Infektion davon zu tragen, die nun wirklich nicht nötig gewesen wäre, die aber einem ein Leben lang begleiten kann und nicht ungefährlich ist.

Auf der Homepage www.zecken.ch erfuhr ich, dass im Schnitt jede dritte Zecke in der Schweiz das Borreliose übertragen könne, dessen Krankheiten aber mit Antibiotika behandelt werden können, was aber natürlich auch kein Zuckerschlecken wäre.
Die FSME (also die Hirnhaut- oder Hirnentzündungserreger) kommen rund 500mal weniger häufig vor. Das bedeutet, dass wir doch auch eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit haben, dass nichts Schlimmes geschehen wird. Ich hoffe für unsere ganze Abteilung. Von oben bis unten. Ein Befall hat niemand verdient.

Ich habe trotzdem ein wenig Angst. Ich werde nun morgen in aller Frühe wieder in den WK einrücken, nachdem ich heute Nachmittag und Abend beruflich "Urlaub" hatte und als erstes mit dem Kadi sprechen, was ich hier mit diesem Blog soll. Mir wurde nämlich auch gesagt, dass aufmerksam und kritisch beobachtet wurde, was ich hier schrieb...
Ich werde aber wohl nicht wieder bloggen im Verlaufe der nächsten Zeit. Ich bin keine Pressestelle. Das ist ein Tagebuch des Reto M.. Mehr nicht. Ich dachte auch nicht, dass es plötzlich aus einem WK hinaus, solche Ausmasse annehmen könnte. Andere wohl auch nicht.

Falls wirklich die Presse hier mitlesen sollte, bitte ich Folgendes zu berücksichtigen: Ich stehe für Fragen in dieser Angelegenheit nicht zur Verfügung. Wenden Sie sich gemäss news.admin.ch an:

Christoph Brunner
Stellvertretender Armeesprecher
031 325 18 39

Das Ende des Blogs naht: Highlight 1/3

Nun, da ich mich entschlossen habe, mein Bloggen einzustellen, wenn der 1000. Eintrag erreicht ist, was Morgen der Fall sein wird, lohnt es sich aus meiner Sicht 3 Highlights aus den vergangenen dreieinhalb Jahren meines Bloggertums noch auf den aktuellsten Daten zu hinterlassen. Hier somit als 997. Eintrag folgende Replik, welche im Original hier nachzulesen ist.

Moritz Leuenberger verfasst für die JUSO bei den Nationalratswahlen 2007 effektiv (viele dachten zuerst ich hätte den Beitrag selbst geschrieben und es sein ein Fake à la Guttenberg, was es aber nicht war, sondern wahrlich ein Meistersück des damaligen Bundesrates!) einen Gastbeitrag auf diesem Blog. Der Titel: "JUSOS raus!"
Viel Vergnügen:

Moritz Leuenberger gastbloggt bei mir - "JUSOS raus!"

Text von Bundesrat Moritz Leuenberger, Bild Edouard Rieben.

JUSOS raus!
Als ich in den Bundesrat eintrat, das war vor vielen Jahren, die heutigen Mitglieder der JUSO waren allesamt noch gar nicht auf der Welt, wurde mir feierlich das „Aide-mémoire für Mitglieder des Bundesrates“ übergeben. Auf dieses musste ich dann vor der Bundesversammlung den Eid ablegen, denn es hält die Pflichten und Verhaltensweisen der Bundesratsmitglieder fest. Darin steht z.B., wer wem wann kondoliert, wer an einer Trauerfeier teilnimmt, falls ein „Direktor eines internationalen Amtes in der Schweiz“, ein „Bischof“ oder der „Stadtpräsident von Bern“ sterben würden. Es steht auch, was geschieht, wenn ein Bundesrat ein Verbrechen begeht (also zum Beispiel das Aide – mémoire nicht einhält).
Ebenso sind die Auftritte an Parteiveranstaltungen, insbesondere vor den Wahlen, geregelt. Eine Teilnahme an gesamtschweizerischen Versammlungen der eigenen Partei steht einem Bundesrat offen, „selbst wenn solche Veranstaltungen kurz vor den Nationalratswahlen stattfinden. Dabei darf auch das Wort ergriffen werden.“

Bei kantonalen und regionalen Parteiveranstaltungen, welche „kurz (ca. 2 Monate) vor kantonalen Wahlen stattfinden, dürfen die Mitglieder des Bundesrates das Wort nur zu eidgenössischen Abstimmungsvorlagen ergreifen“.

Wie wir alle wissen, halten sich ja alle Bundesratsmitglieder total strikt an diese Regeln, welche dem Gedanken der Kollegialitätsbehörde entspringen, die über jeden Parteiinteressen stehen.

Mir käme es also nie in den Sinn, mich in irgendeinen Wahlkampf einzumischen, ich halte mich ans Aide-mémoire. Für die JUSO Reklame zu machen, ist für mich deshalb völlig abwegig. Das würde mir ja auch niemand abnehmen angesichts der ständigen Rücktrittsforderungen an meine Adresse.

Selber war ich auch ja gar nie JUSO-Mitglied.

Mir ist nur eines wichtig: dass die jeunes citoyennes et jeunes citoyens überhaupt wählen gehen.
Die JUSO Bern stellt für den Nationalrat engagierte Kandidaturen. Das ist begeisternd, aber das ist keine Wahlempfehlung, sondern eine objektive Tatsache.

Die JUSO sollen sowieso nicht von Älteren gepusht werden, schon gar nicht durch einen SPler. Wäre ja verheerend, wenn sie das nötig hätten. Sie sollen sich vielmehr gegen vorzeitige Kompromisslerei und Verkalkung immunisieren und sich dazu im Bad der Reaktion stählen. Erst das formt und schärft den revolutionären Geist.

Ich halte mich deshalb strikte ans Aide-mémoire. Keine Wahlempfehlung für die JUSO, im Gegenteil, ich halte es mit den drei weissen Schafen und blöke im Dreiviertertakt:
JUSOS raus - aus der Opposition

Es bleibt natürlich die Fragen, wohin sie denn sollen. Bleibt eigentlich nur das Parlament… Nein, ich mache keine Werbung. Das Aide mémoire verbietet es.

Moritz Leuenberger

Parteitag der SP Kanton Bern in Burgdorf

Das Schaulaufen beginnt... das spürte man gestern deutlich. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Nationalratswahlen im nächsten Herbst rechnen sich Chancen aus und dies verleiht der Partei einen gewissen Auftrieb, den ich gestern in der Markthalle zu Burgdorf effektiv habe verspüren können.
Ich wünsche Ihnen und damit auch unser Partei viel Glück. Ich war erfreut zu sehen, dass auch ein sog. "Promi-Kandidat" wie Matthias Aebischer sich nicht zu schade war, Teile der Ochsentour ableisten zu wollen, welche alle anderen Kandis auch zu übernehmen haben. So stand er bereits frühmorgens in Burgdorf herum und verteilte Karten für die Ständeratswahl vom kommenden Sonntag. Danke, Mattthias, auch wenn ich dich noch nicht kenne.
Bezüglich Wahlkampf war ich natürlich ebenso erfreut, dass Ursula Wyss in ihrem Referat ein Inserat zeigte, das auf eine Tour verweise, diejenige im Oberaargau, welche sie persönlich als ein Highlight ihres Wahlkampfes bezeichne:
Nun denn. Der Stolz eines jeden einfachen Parteimitgliedes, das sich ausseramtlich und ausserberuflich auch ein wenig mit Grafik befasst, und ein wenig zur erfolgreichen Tour beitrug, war in mir  spürbar. Ich hoffe einfach, dass die Arbeit all jener, welche hier und dort für die SP ochsen, sich dann und wann auch wieder ausbezahlen wird. Vielleicht schon nächsten Sonntag?
Bitte geht an die Wahlurnen!

Samstag, 26. Februar 2011

Die Mobilisierung läuft...

...auf Hochtouren. Mittlerweile hat es das Video des Komitees 2 für 1 in die Medien auf 20Min, TeleBärn und in die Onlinespalten der Berner Zeitung geschafft. Scheinbar interssierte sich vorgestern auch die Redaktion des Sonntagsblick zur Machenschaft oder über die Macher, was wir Morgen ev. werden lesen können.
Auch ich mobilisierte, dieses Mal über den sogenannten SMS-Dienst auf Ursulas (hervorragender :-D) Homepage versandte ich meine Wahlempfehlung an Kolleginnen und Kollegen, so dass ich dort noch auf Rang 6 stehend gar bei den Fleissigsten geratet werde, was hoffentlich auf Grund von Aktivitäten von anderen bald nicht mehr so sein wird. Die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen waren gemischt von Seiten der FdP bisweilen gar amüsant:
"Sitze gerade neben XY (Anm. der Redaktion auch FdP) und wir haben gleichzeitig dein Trash-SMS erhalten. ;-). Ich werde Wyss mehr aus Anti-Amstutz-Reflex wählen."
Oder wie Christian Levrat es eben gerade am Parteitag in Burgdorf ausdrückte:
"Herr Amstutz lässt keine Gelegenheit aus, sich für die Mitte als unwählbar darzustellen!"

Donnerstag, 24. Februar 2011

Zwei für eins

Das Komitee 2 für 1s - dem ich als Facebook-Gruppist auch angehöre - hat ein originelles Video zu den kommenden Ständeratswahlen im Kanton Bern verfasst:

Es stellt sich halt effektiv die Frage, was man künftig haben möchte. Amstutz im Ständerat und Fuchs im Nationalrat oder Wyss im Ständerat und Masshardt im Nationalrat. Wie ich dies an dieser Stelle bereits ausführte, sind das Unterschiede in der Politik welche nicht bloss Welten ausmachen, sondern eher Galaxien. Natürlich würde es mich persönlich auch mit Stolz erfüllen, wenn der Wahlkampf, den die JUSO und ich als deren Leiter vor 4 Jahren führten und mit ihren 4 Kandidierenden auf den SP Listen hervorragende Resultate erzielten - mit Masshardt gar den 1. Ersatzplatz bei den Frauen - nun gar noch späte Früchte trüge. Zudem betrachte ich Nadine nach wie vor, als eine von uns hier oben - Oberaargauer - Berner sind anders, manche meinen besser, wie wir sind, doch ich mag uns. Bescheiden, geradlinig, ein wenig verkorkst, aber liebenswert. Oberaargauer. Ein weiterer Grund Masshardt - respektive Wyss zu wählen.
Unbeachtet lasse ich mal, dass wenn Grossrätin Masshardt, dann ins Auge fassen würde, aus dem Parlament zurückzutreten und falls in diesem Falle die abgewählte Dorette Balli nicht ein Comeback geben möchte - auch noch ich von der Wahl betroffen wäre. Die Frage nach dem: "Wie organisieren das die Grossratsmitglieder bloss mit den 5x 2 Wochen Session pro Jahr mit ihrem Job?", würde eine Frage in mir auslösen, deren Beantwortung ich bislang in mir und für mich persönlich stets verdrängt habe. Das geht wohl nur aus, wenn man selbständig oder Stadtpräsident(in) ist.

Dienstag, 22. Februar 2011

Ursula und die NOZ


Das Inserat passt doch wunderbar auf die NOZ. Im Briefkasten aller Oberaargauer Haushaltungen wird die "Zeitung" zwar erst ab morgen Abend sein, doch wer gerne jetzt schon einen Blick auf das Inserat werfen möchte, kann das hier weiter unten gerne tun. Es ist eine Coproduktion von ihm (weiss gar nicht ob er erwähnt werden will, weshalb ein Link fehlt, auf alle Fälle ist die Ursula Webseite auch von ihm, drum ratet mal) und meinereiner. Hoffentlich bringt's für den 2. Wahlgang viele Stimmen. Schliesslich scheinen sich im Moment einige zu überlegen, was das kleinere Übel zu sein scheint, obwohl mir das sprachlich als "Auch-Politiker-aber-in-einer-anderen-Liga" überhaupt nicht passt. Es ist Ausdruck dessen, dass wir unsere selbstgewählten Volkspolitiker wieder einmal nicht zu schätzen wissen. Ich darf deshalb mit gutem Gewissen sagen: "Ich wähle Ursula Wyss nicht, weil sie das kleinere Übel sei, sondern ich wähle Ursula Wyss, weil sie eine hervorragende Politikerin und Ständerätin für den Kanton Bern sein wird, meine Politik einer sozialen und solidarischen Gesellschaft mit wirtschaftlich-liberalem Hauch versteht (den geschätzten Lesenden über Jahre wird nicht entgangen sein, dass ich ein Gurten-Manifestler innerhalb der SP bin) und mein volles Vertrauen, wie auch meine ganze Unterstützung geniesst."
Wen und warum wählst du?
(Klick macht's grösser.)

Sonntag, 13. Februar 2011

Wieder einmal auch sonntags daneben...

und man ist es sich ja ein wenig gewohnt, dass man als SPler nicht immer auf der Seite der Sieger fühlen steht und auch heute scheinen die Vorzeichen nicht wirklich gut:
So wie es zumindest in meiner Stadt aussieht, habe ich nur bei der Ständeratsersatzwahl eine Gruppe finden können, welche sich an der Spitze befindet und meine Meinung teilt. Eine absolute Mehrheit ist es aber mit Bestimmtheit nicht geworden. Aber mich stimmt die Meldung für den 2. Wahlgang am 6. März zuversichtlich, dass Ursula Wyss auch im bereits ausgezählten Berner Oberland hinter dem deutlich führenden Adrian Amstutz souverän und deutlich vor Christa Markwalder den 2. Platz belegt. Für die FdP-Stadt Langenthal mit Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann und Regierungsrat Hans-Jürg Käser ist das Abschneiden von Christa Marwalder unglaublich überraschend und umso enttäuschender. Das hätte ich nie erwartet. Ich dachte, sie gewinne in Langenthal deutlich. Mitnichten. Da muss sich die FDP des Kantons Bern bezüglich des zweiten Wahlgangs echt Gedanken machen, ob ein erneutes Antreten noch Sinn macht.

Eine deutliche Sprache spricht der nachfolgende Zettel. Da waren die ersten Umfragen, bevor die Geldmaschinerie der Schützen und SVP und Waffenlobby in Gang gebracht wurden, welche eine Mehrheit für die Waffenschutzinitiative voraussagten, täuschend. Vielleicht liegt es auch daran, dass man heute scheinbar Wahlen und Abstimmungen gewinnt, wenn man das Heimatgefühl der Schweizerinnen und Schweizer wecken kann. Schweizer wählen SVP. Oder wie Rapper Knackeboul auf Facebook kommentierte: "Ihr habt doch einen an der Waffe(l)!"


Wenngleich knapp und doch nicht minder enttäuschend aus meiner Sicht, sieht es bei der Konsultativabstimmung über Mühleberg II aus. Gerne möchte ich den 2603 Ja-Sagenden in unserer Stadt das Ergebnis über die Abstimmung in Nidwalden zum Wellenberg unter die Nase halten. Himmeldonner. Sollen wir den Atom-Müll im Schoren verlochen?


Eine finanzpolitische, echt bernisch-hausgemachte Katastrophe zeichnet sich zudem in der sogenannten Ecotax-Abstimmung zur Senkung der Motorfahrzeugsteuern im Kanton Bern ab. Was ich überblicken kann und sich so auch in Langenthal bewahrheitete ist, dass hier der Volksvorschlag aus Garagistenkreisen  eine Mehrheit findet. Diese würde dem Kanton erhebliche Einbussen bescheren, welche im Budget nicht zu kompensieren wäre.... dann sparen wir dann halt wieder bei der Schule oder so... easy....

Nun. Ich hoffe noch auf den Einfluss unserer Städte auf die Ergebnisse im Kanton Bern. Zudem führt YB 1 zu 0 und so wird wohl auch der SC Langenthal gegen Visp noch das eine oder andere gut zu machen gedenken. Aber ob der heutige Sport wirklich meine "Begeisterung" für die Politik des heutigen Tages wird erretten können?

Mittwoch, 2. Februar 2011

Tolle Aussichten... die Berner und ihr Atomstrom.


Jede und jeder der/die raucht, weiss, dass dies den Tod bedeuten könnte. Und trotzdem raucht er oder sie weiter. Ähnlich scheint es mir in der Debatte um ein neues AKW in Mühleberg in diesen Tagen zu gehen. Sicher ist keine Technologie, niemand will die Atomabfälle zwischen- oder endlagern und doch schreit wahrscheinlich am 13. Februar eine Mehrheit danach, dass man ein neues AKW in Mühleberg ruhig weiterplanen soll. Da können die Plakate der AKW-Befürwortenden noch so stümperhaft schlecht gemacht sein, die Botschaft von der drohenden Stromlücke - die wissenschaftlich erwiesen höchstens statistischen und ökonomischen Charakter* und nie und nimmer reellen hat - bleiben bei den Menschen haften. Auch in mir, der momentan in den Bergen einem seiner letzten verbliebenen Hobbys, nebst dem Politisieren fröhnt, macht sich natürlich Gedanken, ob angesichts der künftigen Stromversorgung das Unterstützen von künstlich beschneiten Hängen und modernen Liftanlagen im Berner Oberland noch Sinn macht.
Die Erhöhung von Grimsel West und die Option, dass binnen der nächsten 20 Jahre sowohl die Technologien alternativer Energien, sowie die Energieeffizienz weiterhin derart verstärkt und verbessert werden, dass wir - wenn wir endlich der auswegslosen AKW-Verehrung abschwören - bald schon energieeffizienter und ökologischer die Berghänge heruntersausen könnten oder überhaupt mit unserem Strom haushalten würden, zaubert mir ein Lächlen auf das Gesicht, das mich doch für die restlichen 2 Tage mit meinem Tun in den Bergen versöhnen wird.
Ich verspreche zumindest, dass ich ab Morgen meine Spuren im Schnee nicht auch noch per IPhone-App tracken werde, was wiederum mehr Strom braucht. Aber als Freund der Statistik komme ich schlecht davon los. Hier die Ausbeute des heutigen Morgens:



* Eine Stromlücke entsteht nur dann, wenn wir weiterhin teuren Spitzenstrom in ganz Europa exportieren, während wir in der Nacht günstigen Atomstrom aus dem Ausland einkaufen, um die Pumpspeicherwerke wiederum zu füllen. Schwören wir also diesem Zusatzverdienst unserer Stromproduzenten ab, wird ein grosser Teil des Problems betreffend einer möglichen Stromlücke bereits erledigt sein.